Typographie - Design und Gestaltung

Typographie ist die Lehre vom Schriftsatz. An dieser Stelle müsste der durchaus berechtigte Einwand kommen, in der Wissenschaft sei der Inhalt wichtiger als das Layout. Das sollte stimmen und tut es aber aus vielen Gründen nicht.

  1. Menschen neigen zu schnellen Urteilen und ein erster Blick kann mehr Schaden anrichten als ein zweiter wieder gut machen kann. Bleiwüsten ohne Absätze, Einrückungen und ähnlichem schrekcen den Leser ab.
  2. Alle Untersuchungen zeigen, dass die Optik eine große Bedeutung hat. Man sollte das nicht übertreiben, aber man kann es nicht in Abrede stellen.
  3. Wenn etwas schlampig aussieht, wird es abgestempelt und mag der Inhalt noch zu brillant sein. Gut, Einstein hätte etwas auf eine benutzte Serviette kritzeln können und jeder würde sich drauf stürzen, wir sind aber nicht Einstein. Grenzen sind natürlich durch die formalen Vorgaben der Prüfungskommission oder anderen Instanzen gesetzt. Diese sollten unbedingt eingehalten werden, bieten aber noch einen gewissen Spielraum.

Wir gehen von innen nach außen, vom Buchstaben zum Gesamtlayout, womit wir schon mal die Gliederung festgelegt haben.
Jede bessere Textverarbeitung bietet mehre Schriftarten zur Auswahl an. Es lassen sich grob vier Typen von Schriften unterscheiden:

  1. Die Serifenlosen wie Arial und Helvetica
  2. Die Serifenschriften wie Times New Roman
  3. Künstlerische Schriftarten
  4. Symbolschriftarten wie Wing Dings

Für lange Texte benutzt man meistens serifenfreie Schriften, weil sie besser lesbar sind. Diese werden auch für wissenschaftliche Texte gerne verwendet, da sie kühl , nüchtern und scharf wirken. Die Serifenschriften sollten nur bei kürzeren Texten oder belletristischen Werken verwendet werden. Sie sind anspruchsvoller zu lesen und bewirken künstlerische Assoziationen. Die anderen Schriftarten sind für sehr kurze Texte und Spezialfälle reserviert und sollten wenn überhaupt sparsam eingesetzt werden.
Die Schriftarten unterscheiden sich in der Buchstabenbreite und Darstellung. Die berühmte Schriftart Courier New ahmt die Schreibmaschine nach und ist Standard bei Formularen im Web. Hier nimmt jeder Buchstabe die gleiche Menge Platz ein. Die Schrift ist allerdings schlecht zu lesen, weil die Buchstabenlinien sehr dünn sind und die gleichbleibende Breite zu wenig Abwechslung für das Auge bietet. Neben der Breite der Buchstaben ist auch der Abstand der Buchstaben innerhalb eines Wortes einstellbar. Daneben lassen sich die Abstände zwischen den Worten einstellen. Man sollte hierbei darauf achten, dass die Buchstaben den richtigen Abstand zueinander haben, etwa wenn ein i in einem Wort zu nah am ersten B steht. Die Worte sollten nicht zu weit voneinander weg stehen. Der Blocksatz gilt heute als out. Er sollte auf keinen Fall verwendet werden, wenn keine Silbentrennung vorhanden ist, da sonst hässliche Lücken zwischen den Worten entstehen.
Absätze
Absätze sind kleine Einheiten des Textes und sollten entsprechend auch optisch kenntlich gemacht werden. Es besteht etwa die Möglichkeit, die erste Zeile einzurücken oder einen harten Absatz zu machen im Gegensatz zum weichen Absatz. Das heisst, der Abstand zwischen zwei Absätzen sollte größer sein als der Absatz zwischen zwei Zeilen.
Spalten
Eine Spaltenaufteilung kann sinnvoll sein. In diesem Falle sollte aber genügend Raum zwischen zwei Spalten einer Seite sein, damit der Leser nicht aus Versehen zu weit liest. Eine Seite im Hochformat sollte nicht mehr als zwei Spalten erhalten, eine Querseite vier Spalten, das wäre Buchformat. Spalten erleichtern das Lesen, da das Auge sich weniger bewegen muss.
Du siehst, wir kommen von der Typographie flott zur Gestaltung des eigentlichen Textes.