Meine Biographie

Meine Eltern stammen aus dem beschaulichen Goa an der Süd-West-Küste Indiens. Goa ist ein kleiner Bundesstaat mit überwiegend christlicher Bevölkerung. Die ehemalige Kolonie wurde Jahrhunderte lang von den Portugiesen beherrscht, daher haben viele Einwohner, die eigentlich die indische Nationalität haben, portugiesische Namen tragen.
Geboren wurde ich 1978 in Burscheid nahe Leverkusen. Seit meiner Geburt bin ich blind, allerdings nicht im wörtlichen Sinne. Der Sehnervschwund – medizinisch Optikus Atrophie – führt dazu, dass ich nachts praktisch gar nichts sehe. Tagsüber laufe ich mit einem Blindenstock umher. Interessanterweise kann ich fast problemlos Bücher lesen, bin aber nicht in der Lage, Dinge scharf zu erkennen, die mehr als einen halben Meter von mir weg sind. Gesichter kann ich zum Beispiel nicht mehr erkennen, was dazu führt, dass ich öfter an meinen Bekannten oder sogar Verwandten vorbeilaufe.
Nachdem ich für das Abitur nach Marburg gegangen war, nahm ich dort auch das Studium auf. Die Kombination aus Politikwissenschaft im Hauptfach, Soziologie und Philosophie im Nebenfach schärfte meinen Blick für die großen und kleinen Zusammenhänge in Politik und Gesellschaft. Besonders interessiert hat mich damals wie heute die Internationale Politik und die Medienlandschaft. Ganz nebenbei engagierte ich mich als Parlamentarier im Studierendenparlament und als Umweltreferent der Studierendenvertretung. Zumindest was die praktische Ausübung von Politik angeht, habe ich hier wohl mehr gelernt als im Studium: von Wahlkämpfen über die Zusammenarbeit in einer parteienähnlichen Organisation bis hin zu Parlamentsarbeit und dem Funktionieren großer Organisationen.
Mit dem Politik-Diplom in der Tasche trieb es mich in den Süden: In München machte ich meine Ausbildung zum Online-Redakteur. Der Online-Redakteur ist für die Betreuung von Web-Auftritten verantwortlich. Hier entdeckte ich meine Leidenschaft für das Web, wobei mir die Grenzen des Netze stets bewusst waren. Seitdem bastele ich an meiner Website herum, was für andere Menschen ihr Auto oder die Modelleisenbahn, ist für mich meine Website. Vor allem für Blinde bietet das Web viele Möglichkeiten, von denen wir früher nur hätten träumen können.
Das Web und die Technik dahinter lassen mich seitdem nicht mehr los. Ich habe mich mit HTML und CSS beschäftigt. Das sind Sprachen die zur Strukturierung und für das Design von Webseiten unabdingbar sind. Von da aus war es nur ein kurzer Weg zur barrierefreien Webgestaltung. Behinderte, aber auch ganz normale Surfer stoßen jeden tag aufs Neue auf schlecht gemachte und wenig durchdachte Websites, die sie zum Wahnsinn treiben können. Die jüngste Unsitte heißt AJAX, eine Technik, die zwar ganz nützlich ist, aber auch dort eingesetzt wird, wo sie nicht nur unnötig ist, sondern nur hübsch aussieht – und die Seite für viele Surfer unbenutzbar macht.
Nebenbei lese ich alles, was mir an Büchern in die Hand kommt: Von Literatur zu wissenschaftlichen Büchern über Gehirn und Evolution bis hin zu Physik und Mathematik.
Meine Interessensgebiete verarbeite ich in meinem Weblog. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, ein themenorientiertes Blog zu führen und die üblichen Kurzeinträge zu verfassen. Stattdessen mache ich wenige lange Beiträge, um neue Erkenntnisse und Zusammenhänge darstellen zu können.
Ganz nebenbei habe ich ein halbes Jahr Praktikum in der Messe München gemacht. Die Messe ist ein spannender Ort, weil hier unterschiedlichste Themen auf hohem Niveau behandelt werden: Über Robotik, Solarenergie, Immobilienwirtschaft hin zu Computer und Informationstechnik.
Daneben ist mir das soziale Engagement besonders wichtig. Neben dem Umweltschutz engagiere ich mich auch bei arbeiterkind.de. Der Verein unterstützt und berät Kinder von Arbeitern, die gerne ein Studium aufnehmen wollen.