Wie lesen?
Eine der unangenehmeren Dinge im Studium ist die Lektüre
komplizierter Texte. Sie sind gespickt mit ? häufig überflüssigen Fachausdrücken.
Leider gibt es viele Dozenten, die so etwas mit Absicht machen. Es ist daher nötig,
den Text zu „übersetzen“.Hier wird eine Methode vorgeschlagen, wie man
komplexe Texte lesen kann.
Setz dich am besten in eine Bibliothek und besorg dir dort ein Nachschlagewerk für
Fachbegriffe, falls ein Duden nicht ausreicht. Da du diese Fachbegriffe so oder
so lernen muss, ist auch das eine gute Übung. Du brauchst außerdem Stift und
Papier.
Also nimm den ersten Satz, nimm den ersten Begriff, den du nicht verstehst,
schlag ihn nach. Dann suche nach einem Verben, dann nach dem Subjekt und dem
Objekt. IN den meisten Sätzen geht es darum, dass das Subjekt etwas mit dem
Objekt macht; "das Sein bestimmt das Bewusstsein". Man braucht sich
nicht wundern, wenn die Aussage so einfach ist wie etwa, die Armen sind arm,
weil sie kein Geld haben. Gespreizte Ausdrücke sind für viele Akademiker eine
Art Statussymbol, dies geht leider auf Kosten der Verständlichkeit.
Ein Beispiel für komplexe Texte ist Niklas Luhmanns "Theorie sozialer Systeme". Wer keine Ahnung von Systemtheorie hat, wird davon abgeschreckt. Nachschlagewerke bringen da auch nicht viel, man muß wohl oder übel zu einem der zahlreichen Einführungen greifen. Es ist dennoch wichtig, sich an das Original zu wagen, denn leider Gottes sind Dozenten ebenso wenig wertfrei wie die meisten anderen Menschen. Man muß sich die nötige Zeit dafür nehmen. Und es lohnt sich meistens.
Das ist im übrigen auch eine gute Übung, um den
Fachjargon aufzunehmen. Es gibt diesen unbeschreiblichen - fast magischen -
Moment, an dem man begreift, dass man begriffen hat und dies ist eines der Ziele
deines Tuns.Eine Idee verstanden zu haben ist eine eigene Leistung, au die man
mit Recht stolz sein kann. Gönne dir diese Erfolgserlebnisse, die dir niemand
nehmen kann.
Neben der Arbeit direkt an der Quelle gibt es noch die Möglichkeit,
Einführungen oder Nachschlagewerke zu verwenden. Achte darauf, dass die
Einführungen oder Nachschlagewerke ncht komplexer sind als das original, auf
das sie sich beziehen. Und natürlich gibt es noch das Internet, wo man fast zu
allemn brauchbare Texte findet, vor allem, wenn man des Englischen mächtig ist.
Da kommt man in der Regel ohnehin nicht vorbei, am Englisch lernen. Betrachte
beides - so wie alles andere im Studium - als Herausforderung, die zwar Arbeit
erfordert, aber grundsätzlich machbar ist - und bei Erfolg einen Adrenalin- und
Endorphinausstoß bewirken kann.
