Warum es kaum Sehbehinderte in Film und Literatur gibt

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Die Zahl der behinderten Protagonisten in Fiktionen ist relativ gering. Ich denke, die Ursache dafür liegt auf der Hand, die Autoren sind zumeist selbst nicht behindert und sind daher nicht ausreichend in der Lage, sich in die Situation einer solchen Person zu versetzen.

Viele der behinderten Protagonisten in Film und Literatur streben an, ihre Behinderung loszuwerden, vor allem die Jüngeren tun das. Aus meiner Sicht ist das ein durchaus realistisches Motiv, vor allem, wenn die Person erst im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter behindert geworden ist. Viele dieser Menschen kommen nach einer Umgewöhnungsphase wunderbar zurecht und viele tun es nicht. , das ist im wirklichen Leben so und auch in der Fiktion.

Der Wert der Barrierefreiheit

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GeldscheineBarrierefreiheit wird von vielen Akteuren als soziale Aufgabe angesehen. Außerhalb des öffentlichen Sektors sieht die Sache jedoch anders aus: Bei Wirtschaftsunternehmen und Nonprofits steht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund: Was kostet es und was bringt es uns? Diese Fragen sind durchaus legitim, vor allem, wenn hohe Investitionen notwendig sind. Außerdem wird man die Barrierefreiheit nicht bei erster Gelegenheit fallen lassen, wenn sie auch aus wirtschaftlicher Sicht geschätzt wird.

Deshalb möchte ich in diesem Beitrag die Indikatoren zeigen, an denen sich der Wert der Barrierefreiheit erkennen lässt.

Sollten Behinderte an wissenschaftlichen Studien teilnehmen?

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Diese Frage stelle ich mir immer öfter. Da ich viel in Behinderten-Portalen unterwegs bin, kann ich sagen, dass es fast jeden Tag einen Aufruf gibt, an dieser oder jener Studie teilzunehmen. Schlimmer sind nur die zahllosen ePetitionen. In der Regel sind diese Studien behindertenspezifisch, zum Beispiel werden nur Sehbehinderte, nur Gehörlose oder nur Blinde befragt.
Symbolbild
Dass sich Fragestellungen oft wiederholen – geschenkt. Ob man drei Mal eruiert, wie sich Blinde besser mit GPS orientieren können oder die 20. Masterarbeit über die Darstellung des Orients bei Goethe abfasst, kommt wohl aufs Gleiche raus. Abgesehen davon, dass diese Orientierungsstudien wirklich teuer sind und man das Geld sinnvoller einsetzen kann, aber das ist ein anderes Thema.

Warum Elektroautos laut sein sollten

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Elektro-Autos fristen trotz der massiven Förderung durch die Bundesregierung bisher ein Nischen-Dasein. Zumindest die Blinden freuen sich darüber, denn für sie versprechen E-Autos kein Energie-Ersparnis, dafür aber eine große Gefahr. So verursachen E-Autos kaum Geräusche und können für Blinde dadurch zur unsichtbaren – oder besser – unhörbaren Gefahr werden.

Auto vor einem Bus

Ein PKW hat im Wesentlichen drei Lärmquellen:

  1. Der Motor
  2. Die Reibung der Reifen auf der Straße
  3. Der Luftwirbel, der durch die Reifen verursacht wird.

Behinderung im Wissenschafts- und Technik-Journalismus

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Krebs ist geheilt, Blinde können wieder sehen und Querschnittsgelähmte werden gehen können. Nein, der Messias ist bisher nicht zurückgekehrt und der mentaltrainer von RTL hat auch nicht zugeschlagen. Diese Aussagen könnte man glauben, wenn man regelmäßiger Leser der bunten Seiten in Zeitungen und Magazinen wäre. Ich nenne es der Einfachheit halber Wissenschafts-Journalismus, auch wenn man es treffender als Boulevard bezeichnen sollte.

Ein Schlaglicht darauf wirft die gerade zu Ende gegangene Fußball-WM. Ursprünglich als großes Event geplant war der Anstoß des Balls durch einen Querschnitts-Gelähmten mittels eines so genannten Exo-Skeletts. Das Skelett kann man sich als eine Art Anzug vorstellen, wobei das Gefährt über das Gehirn gesteuert wird. Offenbar ist das, was tatsächlich zu sehen war nicht spektakulär genug, weshalb die Verantwortlichen es kurzerhand zum Randereignis machten, nicht ohne die Aufmerksamkeit zu genießen, die sie durch ihre vollmündigen Ankündigungen ausgelöst haben.

Barrierefreier Katastrophenschutz für Behinderte

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Behinderte sind von schweren Unwettern und ähnlichen Katastrophen besonders stark betroffen

  1. Es kann ihnen im konkreten Fall besonders schwer fallen, sich in Sicherheit zu bringen.
  2. Es ist bei ihnen wahrscheilnicher, dass sie durch Vorwarnungen nicht erreicht werden, zum Beispiel weil sie keinen ausreichenden Informationszugang haben oder ihr soziales Umfeld nicht funktioniert. Wer in ein soziales Netz eingewoben ist, bekommt die Info über ein bestehendes Unwetter wahrscheinlich direkt oder indirekt. durch Dritte.

Tangible Benutzeroberflächen und Barrierefreiheit

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Wir sind beim Thema Mensch-Maschine-Interaktion noch lange nicht am Ende der Entwicklung angelangt. Eigentlich stehen wir eher am Anfang. Was heute als intuitive Bedienung bezeichnet wird, schließt eine ganze Reihe von Menschen aus: Menschen mit schweren Behinderungen, viele Menschen mit geistigen Behinderungen und Menschen, die noch nichts mit Computern zu tun hatten. Nicht nur für sie ist auch ein Smartphhone eine kognitive Herausforderung. Aus ihrer Perspektive sind unsere Geräte reine Expertensysteme.

SightCity 2014 – in Hessen nichts Neues

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Eigentlich wollte ich schon immer mal hin fahren, auf die Modeschau für Blinden-Hilfsmittel – Deutschlands größte Messe für Blinde und Sehbehinderten-Hilfen – die SightCity.

Leider hat die Messe erstaunlich wenig zu bieten. Das Rahmenprogramm, bestehend aus Fachvorträgen hätte ebenso 2010 statt finden können, nur wären Smartphones, Tablets und Apps was Neues und Interessantes gewesen. Heute ist das nur kalter Kaffee, der von gelangweilten Zeitungsredakteuren im Sommerloch aufgewärmt wird.

Auch die Ausstellung selbst hat wenig Innovatives zu bieten. Es gibt keine günstigen Braillezeilen, keine Screenreader für Jedermann und die anderen Technologien sind zwar ausgereift, aber das sind sie schon lange. Ich bin schon auf einigen Messen gewesen und das ist durchaus nicht die Norm.

Barrierefreiheit und kognitive Behinderungen

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Im Bereich Barrierefreiheit für digitale Systeme wird nach wie vor in erster Linie an Blinde und Sehbehinderte gedacht. Angesichts des heutigen Global Accessibility Awareness Day möchte ich mich heute mit den Anforderungen von Menschen mit kognitiver Behinderung befassen.

Für diese sehr große Gruppe besteht großer Handlungs- und Forschungsbedarf. Wir wissen, dass Gehörlose in der Regel besser klar kommen, wenn Videos mit Gebärdensprache eingesetzt werden. Wir wissen auch, dass Menschen mit geistiger Behinderung von Inhalten in Leichter Sprache profitieren. Dass beides heute nur eingeschränkt zur Verfügung gestellt wird, steht auf einem anderen Blatt. Wir wissen aber noch nicht genau genug, wie wir Menschen mit kognitiven Behinderungen unterstützen können.