ReCap – Zukunftskongress der Inklusion

ZukunfskongressWer am 2. und 3. Dezember auf Twitter war und sich für Barrierefreiheit interessiert, hat sicher etwas vom Zukunftskongress Inklusion 2025 mitbekommen. Die Diskussionen waren recht vielfältig, so dass ich hier nur ein paar Gedankenfetzen auffangen möchte, mit denen wir als Accessibility-Experten und Interessierte uns schon heute beschäftigen werden müssen. Wenn die Videos im Internet stehen, werde ich hier darauf hinweisen.

Verschärft die Inklusion die Exklusion?

Wie so oft stellt sich auch bei der Barrierefreiheit die Frage, ob die Inklusion der Einen die Exklusion der Anderen verschärft.

Die drei Todsünden in wissenschaftlichen Hörbüchern

Zwei übereinander liegende CDsIch bin ein großer Fan von Hörbüchern. Wenn ich nicht gerade arbeite, läuft bei mir von morgens bis abends ein Hörbuch. Um so bedauerlicher ist es, dass Hörbücher für die wissenschaftliche arbeit leider nicht geeignet sind.

Todsünde 1: Zwischenschieberitis

Ein Sehender liest ein Buch nicht Wort für Wort. Wer ein wenig Lese-Erfahrung hat, überspringt kleine Satzteile, die redundant sind. Ein Beispiel dafür ist das “sagte” in Romanen. Man kann seitenlange Dialoge mit “sagte er, sagte sie, sagte er, sagte er, sagte sie” abhandeln, ohne dass es jemandem aufstoßen würde, das ist auch kein schlechter Stil. Schlechter Stil ist dagegen “schrie er, weinte sie, grunzte er, schmachtete sie”.

Inklusion von unten – wir sind die Zukunft

In einem älteren Beitrag habe ich gezeigt, wie jeder zur Barrierefreiheit beitragen kann. Heute wiederhole ich das gleiche Spiel für die Inklusion, das gleichberechtigte Zusammenleben von Behinderten und Nicht-Behinderten – das ist ein Beitrag zur aktuellen Blog-Parade der Aktion Mensch Inklusion 2025. Ein Resümee gibt es hier.

Inklusion Top-Down

Die diversen Regierungen und NGOs tun recht viel für die Inklusion. Nicht nur, dass sie die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ratifiziert haben – ein schönes Wort. Sie machen auch Aktionspläne, erstellen regelmäßige Berichte und Schatten-Berichte – äh ja.

Game Over mit verbundenen Augen

Wie schon berichtet habe ich als Experte für digitale Barrierefreiheit am Montag an einer Veranstaltung zu Audio-Games in Hannover teilgenommen. Mit 40 bis 50 Besuchern war das Interesse doch recht groß.

Die Besucher hatten die Gelegenheit, mehrere Spiele auszuprobieren. Ein wirklich fieses Spiel ist Game Over, es ist so gestaltet, dass man nicht gewinnen kann. Barrieren gehören hier zum Konzept. Vielleicht sollten wir mal was Analoges fürs Internet basteln, obwohl, da gibt es ja schon genug real existierende und ernst gemeinte Anschauungsobjekte.

Barrierefreie Computerspiele – neue Wege für Blinde und Sehbehinderte

Am Montag, 10.11. bin ich als Gast auf einer Veranstaltung zu blindengerechten Computerspielen eingeladen. Vielleicht hat ja jemand von euch Zeit und Lust, vorbeizuschauen. Eine Review könnt ihr hier nachlesen.

Die heutigen Audio-Games und Touch-Display-geeigneten Spiele sind zwar unterhaltsam, aber in ihrer Spielmechanik begrenzt. Casual Games a la Audio-Tetris lassen sich relativ leicht umsetzen, vermögen aber Power-Gamer nicht wirklich glücklich zu machen.

Behinderte und die Inklusion in die Berufswelt

Heute habe ich eine Veranstaltung der Telekom und der BITKOM zur Inklusion von behinderten ITlern besucht. Damit sich das gelohnt hat, erzähle ich euch davon.

Ich bin behindert, gib mir einen Job

Eine der großen Hemmnisse bei der Einstellung Behinderter sind Vorurteile bezüglich der Leistungsfähigkeit und des Betreuungsaufwandes. Nüchtern und betriebswirtschaftlich gedacht lohnt es sich oft nicht, einen Schwerbehinderten einzustellen. Er erfordert in der Regel zusätzlichen Aufwand, braucht eventuell mehr Platz, hat fünf Tage Sonder-Urlaub und gilt als unkündbar. Das mit der Unkündbarkeit ist ein Mythos, aber es wiegt die Nachteile nicht auf.

Out of Space – Tastausstellung für Blinde

RaketeHalbverbrannte Unterwäsche, lebensgroße Außerirdische und Teile einer echten Rakete, das sind nur einige der Highlights der Ausstellung “Out of Space” in der Bundeskunsthalle Bonn. Ich habe gestern die Tastausstellung speziell für Blinde besucht und damit sich der Eintrittspreis auch rechnet, schreibe ich noch diesen Blogbeitrag dazu.

Zum Thema Weltraum kann ich gar nicht so viel sagen: Mein Wissen bezieht sich vor allem aus Star Trek und Babylon 5. Die 90er waren die Hoch-Zeit der Raumschiff-Serien in Deutschland, das Interesse am Weltraum oder zumindest an diesen Serien scheint deutlich nachgelassen zu haben.

50 Jahre Tag des weißen Stockes – Zeit für eine Umbenennung

“Weiß ich nicht.” So lautet unisono die Antwort bei einer kleinen Umfrage in meinem Bekanntenkreis. Keiner weiß, dass heute der Tag des weißen Stockes ist und was das überhaupt sein soll. Geht es um Spazierstöcke, um Skifahren, um Krücken… Diese Menschen haben übrigens unzählige Male meinen Blindenstock gesehen.

Komplexe Sachverhalte für Blinde und Sehbehinderte beschreiben

In letzter Zeit ist mir häufiger die Frage gestellt worden, wie man komplexe Sachverhalte für Blinde beschreiben kann, die nicht haptisch zugänglich sind oder normalerweise grafisch dargestellt werden. Das ist eine komplexe Aufgabe, die leider mehr Zeit und Hirnschmalz erfordert als der klassische Alternativtext.
mein name in braille

Komplexe Bewegungsabläufe

Vorneweg sei gesagt, dass nicht nur Blinde, sondern viele andere Menschen von verbalen Beschreibungen profitieren. Das ist kein Gutmenschentum, sondern Service. Nehmen wir das Beispiel einer sportlichen Übung. Das beste Übungsbuch der Welt kämpft mit zwei Problemen bei grafischen Darstellungen:

  1. Es ist zweidimensional
  2. Es kann bestenfalls Momentaufnahmen darstellen.

Screenreader in Babylon – wie Sprachausgaben die Aussprache lernen

Eine kleine Klärung für Einsteiger in das Thema Screenreader:
Screenreader und Sprachausgabe werden oft synonym benutzt, aber es handelt sich um unterschiedliche Programme. Der Screenreader ist die Schnittstelle zum PC und liest Informationen aus. Die Sprachausgabe ist ein reines Ausgabemedium, ein anderes Medium wäre Braille.
Braillezeile
Fast alle Screenreader bringen einen Sprach-Synthesizer mit, für NVDA ist das eSpeak, für Jaws Eloquence. Diese Sprachausgaben klingen in vielen Ohren künstlicher als die Sprachausgaben, die zum Beispiel in Smartphones oder Navis zum Einsatz kommen.