Was Redakteure von der Leichten Sprache lernen können

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Signet für Leichte Sprache der Inclusion Europe

Signet für Leichte Sprache der Inclusion Europe

Die Leichte Sprache ist eine vereinfachte Form der Alltagssprache. Sie ist eigentlich für Menschen gedacht, die lernbehindert sind, nicht gut lesen können oder nur geringe Deutschkenntnisse haben. Aber sie kann auch Vorbild für Redakteure sein.

Ein Redakteur sollte zum Ziel haben, die für seine Leser verständlichste Form für seine Inhalte zu wählen. Auch für die Organisation oder das Unternehmen ist das von Vorteil. Leider sind aber bis heute viele Webauftritte von Textwüsten, Fachjargon oder Marketing-Sprech.

Gastbeitrag: Wie Blinde Diagramme erstellen können

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Ich freue mich, heute den ersten Gastbeitrag veröffentlichen zu können. Er stammt von Michael, der den lesenswerten Blog Blind leben” betreibt. Der Beitrag erschien ursprünglich in seinem Blog, an dieser Stelle noch mal herzlichen Dank, dass ich den Beitrag hier veröffentlichen darf. Und los gehts.

Okay, heute wirds mal so richtig technisch.

Ich bin in den letzten Tagen eine meiner Dauerbaustellen angegangen: die Erstellung von Diagrammen. Für einen Blinden nicht so ganz einfach, aber durchaus lösbar. Anstatt grafisch orientierter Programme wie Microsoft Visio kann man Diagramme nämlich auch mit Beschreibungssprachen definieren und sich das fertige Diagramm dann von einem Stück Software erstellen lassen.

Behinderungen simulieren

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Nicht zuletzt durch die Sendung “Das Jenke-Experiment” ist die Idee populär geworden, eine Behinderung temporär zu simulieren. Der Schauspieler und Moderator Jenke von Wilmsdorf ist in der aktuellen Staffel seiner Sendung in die Rolle unterschiedlicher Menschen mit Behinderung geschlüpft.

Es kann in einigen Fällen für einen Nicht-Behinderten sinnvoll sein, eine Behinderung zu simulieren. Die Rehalehrer, die Blinden Mobilitätstechniken näher bringen, müssen zum Beispiel eine Zeitlang mit verbundenen Augen und Blindenstock durch die Gegend laufen. Logisch, denn sie müssen sich in die Situation eines Blinden versetzen können.

Barrierefreiheit – worauf es Blinden ankommt

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DiagrammViele Webdesigner und Entwickler sind sich nicht sicher, was bei der barrierefreien Gestaltung besonders wichtig ist. Eine Umfrage der Organisation WebAIM bietet einige Antworten, wir haben die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Zum Hintergrund

WebAiM (Web Accessibility in Mind) ist eine amerikanische Organisation, die sich für das barrierefreie Internet engagiert. Sie führt etwa alle zwei Jahre eine Umfrage unter Blinden Internetnutzern durch. Anfang März erschienen die Ergebnisse des fünften Surveys, der im Januar 2014 durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse sind vor allem für Webentwickler interessant, da sie unter anderem zeigen, wie Blinde Webseiten benutzen und wo sie die meisten Schwächen sehen.

Anforderungen an barrierefreie Dokumente

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Dokument mit einem vergrößerten AusschnittNachdem Webseiten und PDFs lange Zeit den Markt für Dokumente bestimmt haben, setzen sich langsam neue alternative Formate durch. ePub ist ein beliebtes Format für elektronische Bücher, andere XML-Formate wie DocBook werden für technische Dokumentationen verwendet, ODF und DOCX könnten mit entsprechenden Leseprogrammen eine brauchbare Alternative zu PDF sein. Sogar Apps könnten dank höherer Interaktivität als alternatives Format Fuß fassen, wobei ich das nicht hoffe.

Während wir für PDF und HTML lange gültige Richtlinien zur Barrierefreiheit haben, gilt das für neue Formate noch nicht in dem Maße. Deshalb wird es Zeit, die alten Richtlinien formatunabhängig zu formulieren.

Texte für Braille und Screenreader optimieren

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kann man Texte für die Darstellung durch Screenreader und Braillezeile optimieren? Das hier ist nicht als Anleitung zu verstehen, ich stelle nur ein paar Überlegungen an, aber ich ziehe selbst keine Konsequenz für meine praktische Arbeit. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich als fleißiger Nutzer von Braille und Sprachausgabe solche Dinge automatisch mitdenke.
mein name in braille
Die Priorität solcher Maßnahmen würde ich als sehr gering einstufen bzw. es ist ein “kann” und kein “muss”. Die meisten Blinden sind so fit, dass sie auch über kleinere Macken im Text hinweggehen können.

Wir brauchen besseren Zugang zu Hilfsmitteln

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IpadEs müssen paradiesische Zustände gewesen sein: noch vor nicht allzu langer Zeit konnte man ein Hilfsmittel bei der Krankenkasse beantragen und die haben es, nach einer aus ihrer Sicht angemessenen Wartezeit, die einen Hauch von Planwirtschaft hatte – bezahlt. Heute sind Ablehnungsschreiben scheinbar fest in den Druckern der KKs verankert, die Wartezeit erinnert aber immer noch an die Sowjetunion.

Gleichzeitig hat sich der Pool an Hilfsmitteln unglaublich erweitert. Zum Großteil verdanken wir das nicht der fleißigen Hilfsmittelindustrie, sondern der Mainstream-Computer- und Technologie-Wirtschaft, die fleißig verkleinert, effizienter macht und bessere Software entwickelt.

Neugierige Websites – benutzt du einen Screenreader?

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In letzter Zeit wird wieder verstärkt die Frage diskutiert, ob Websites erfahren sollten, dass man Hilfstechnik verwendet.

BraillezeileEin wenig zum Hintergrund: Im Allgemeinen sind die Browser sehr geschwätzig. Der Durchschnittsuser würde staunen, wenn er wüsste, wie viele Informationen ein Web-Analytics-Tool einsammeln kann. Die Electronic Frontier Foundation hat schon vor einiger Zeit gezeigt, dass sich im Prinzip jedes System nur anhand dieser Daten identifizieren lässt, fast jedes System hat einen Fingerabdruck.

Zum Braille-Tag 2014 – Braille wird Kult

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Anlässlich des Brailletags 2014 am 4. Januar möchte ich einen Blick auf die Entwicklung der Blindenschrift werfen. Braille hat eine turbulente Entwicklung durchgemacht. In der Zeit vor dem Personalcomputer war sie die einzige Möglichkeit Blinder zur Teilhabe. Viele Faktoren, die ich anderswo schon ausgeführt habe, haben dazu geführt, dass Braille in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat.
Braillemaschine alten Typs

Braille kehrt in den Alltag ein

Für mich als eher Außenstehenden sah es lange Zeit so aus, als ob Braille in Deutschland keine Rolle mehr spielen würde. Ich habe als Jugendlicher Braille gelernt, aber weder eine Schreibmaschine noch Bücher besessen. Eine Braillezeile erschien mir überflüssig, da ich mit der Sprachausgabe gearbeitet habe.

Mustererkennung – ein Schlüssel zur Barrierefreiheit

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Die Mustererkennung klingt zunächst trivial, ist aber tatsächlich eine der Künste, die Lebewesen dem Computer voraus haben. So haben es Computer und Kameras recht leicht, etwas als ein Gesicht zu identifizieren. Tatsächlich ist die Erkennung bestimmter Gesichter auch in Mainstream-Programmen wie Facebook angekommen.

Aber Computer scheitern dort, wo es darum geht, ein bestimmtes Gesicht aus einer beweglichen Menge zu erkenne. Wo ein Sehender problemlos seinen Kumpel aus dem Gewühl des Kölner Bahnhofs erkennen kann, scheitern Computer aufgrund der hohen Variabilität. Zumindest bisher.