I am Watching You

Im Grunde genommen ist es nicht uninteresant, als Blinder durch die Welt zu laufen, nicht immer angenehm, aber oft interessant. Man lernt viel über die Menschen. Als jemand, der viel zu Fuß geht und in einer belebten Gegend wohntist man gezwungen, belebte Straßen entlang zu gehen und andere Straßen zu überqueren. Als erstes lernt man, daß Menschen grundsätzlich nicht ausweichen und Autofahrer grundsätzlich nicht gucken. Zudem helfen die menschen nicht beonders gerne, wenn sie gerade etwas Interessanteres zu tun haben. Sie würden einen Blinden in eine Baustelle rennen lassen, gegen einen Tisch oder hinter ein Atuo, das rückwärts fährt und dessen Fahrer – natürlich – nicht nach hinten guckt.

Man lernt aber auch die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Ein Mech, der einem sagt, daß die Ampel grün ist, der einen fragt, ob man Hilfe braucht oder der einfach nett ist, ohne eine Gegenleistung zu verlangen oder erwarten zu können. So etwas kann Einem den Tag rette. Manches Gepöbel kann Einem aber auch den Tag vermiesen. Es ist nicht die Handlung an sich, die den positiven oder negativen Effekt hat, sondern die pure Existenz von Nettigkeit und Bösartigkeit, die hier ihren ganzen Ausdruck findet.