Blüten der Arbeitslosigkeit

Das Ende der Vollbeschäftigung hat Ergebnisse, die selten beschrieben und noch seltener kritisiert werden. Schon seit Jahrzehnten treiben Gurus wie Joseph Murphy und Dale Carnegie und deren Klone ihr Unwesen in unseren Bücherregalen. Coaching ist heute das magische neue Ding dieser neuen Hexer.
Stunden um Stunden verbringen Arbeitslose damit, ihre Bewerbungsmappen zu optmieren, ihre Fotos zu perfektionieren und geben Unsummen für Berater aus.
Dass viele dieser Coacher selbst eigentlich Arbeitslose sind, die sich einfach ein neues schickes Etikett angeklebt haben, um selber Geld zu verdienen.
Nun kann man sagen, wenn jeder Arbeitslose Coacher wird, nachdem er gecoacht wurde, dann hat jeder was davon. Wie Aktien, die einfach so lange verkauft werden, bis alle reich sind – oder die Blase platzt. Es ist wie die Sache mit dem Kettenbrief.
Die meisten Coacher verkünden banales, geben schlichte Ratschläge, die jeder andere eben so gut machen kann.
Niemand weiß, wie viel Zeit nutzlos vergeudet wird durch überflüssig lange Bewerbungsverfahren, durch sinnfreie Coachings, durch frisieren von Bewerbungsmappen, Assessment-Center… Möglicherweise wäre es besser, den erst besten einzustellen, der an die Tür klopft.