Die Kulturkritiker aller Zeiten regen sich stets über die Oberflächlichkeit ihrer Mitbürger auf. Allerdings übersehen sie, dass die Oberfläche halt das ist, was wir als erstes und meistens als einziges zu sehen bekommen. Mit einer aufgehübschten Oberfläche lebt sich halt einfacher. Es gibt ein schönes Dossier in der APuZ, dass sich mit dem Thema Schönheit ausführlich befasst. Besonders schön ist der Beitrag von Frau Degele, die sich über Leute mukiert, die sie zugleich als Opfer ansieht: Opfer der Popindustrie, der Männerwelt oder einer obskuren Ideologie. Frau Degeles Opfer sind sie ganz sicher.
Die anderen Beiträge sind deutlich besser. Schönheitspflege ist in diesem Sinne auch als biologisches Programm zu betrachten.
Ohne Zweifel kann alles zum “Wahn” werden, aber dann ist es auch ein Wahn, alles zur Krankheit zu erklären, vom Adonis-Komplex über die Fettsucht zur Magersucht. Nach dieser Definition ist keiner von uns gesund. In diesem Sinne sei auch das ältere Buch von Jörg Blech, “die Krankheitserfinder”, empfohlen.Blech ist weit weg von den Fanatikern, die behaupten, AIDS existire nicht oder alle Krankheiten seien eingebildet usw. Er zeigt sehr genau und an konkreten Beispielen auf, was am System falsch läuft und überzeugt gerade durch seine nüchterne Darstellung.
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