Social Web – soziale Plattformen – das Beispiel studiVZ

StudiVZ ist im deutschsprachigen Raum die soziale Plattform schlechthin, bisher. Das Prinzip ist einfach. Man meldet sich an, gibt einige Daten in sein Profil ein sowie Foto. Man schließt sich mit seinen Freunden zusammen und hat eine Art schwarzes Brett auf dem die Freunde nachlesen können, was man so reingeschrieben hat, etwa, was man gerade tut, auf welche Party man heute abend geht usw. Je nach Einstellung kann jeder das Profil ansehen oder nur jene, die als Freunde dazu eingeladen sind. Allerdings kann man fast immer sehen, wie viele Freunde die jeweiligen Leute haben – je mehr Freunde, desto mehr Prestige.
Man kann sich auch u Gruppen zusammenschließen, wo ein lockerer Austausch von Informationen statfindet.
Wenn man sich anmeldet, sieht man Bilder und Namen von Personen, die an der gleichen Uni studieren. So hat man die Möglichkeit, Leute, die man evtl. chon mal gesehen, aber nicht angesprochen hat, wiederzutreffen. Das wars auch schon, alles in allem nicht sehr spektakulär. Plattformen aus dem angloamerikansichen Raum sind bereits weiter. Ein großer Anbieter hat sein System für Programmierer geöffnet, die jetzt die Möglichkeit haben, eigene Anwendungen zu schreiben, welche die Nutzer ihrem Profil hinzu fügen können.
StudiVZ hat den typischen Ärger, den eine solche Plattform mit sich bringt: Die Eigentümer verdienen derzeit offenbar noch nicht genügend Geld mit der Plattform. Die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen zwecks personalisierter Werbung hatte zu größeren Potesten geführt. Weibliche Teilnehmer wurden offenbar organisiert belästigt. Zudem wird StudiVZ vorgeworfen, Patent- oder Urheberrechte verletzt zu haben, aus den USA wurde Klage eingereicht.
Anderes Ungemach droht den Teilnehmern, die zu viel von sich Preis geben: Personalchefs suchen nicht nur über Suchmaschinen, sondern natürlich auch über weitere Quellen. Wer hier all zu freizügig seltsame Hobbies, die Sauffotos seiner letzten Party und anderen Quatsch preis gibt, kommt als Angestellter in der Regel nicht in Frage. Und er wird nie erfahren, warum er abgelehnt wurde.
Und auch Datenschnüffler wie Werbungtreibende können sich hier natürlich anmelden. Und gehackt wurde das Netz auch schon.
An anderer Stelle schilderte ich bereits, worin die Ursachen für diesen Exhibitionismus liegen mögen, so ganz nachvollziehbar ist es dennoch bis heute nicht.