Der Adonis-Komplex – wie man aus einer Marotte eine Krankheit macht

Schönheit hilft weiter
Als Adonis-Komplex wird eine Störung der Wahrnehmung des Körperbildes bei Männern bezeichnet. Wahrscheinlich gehen die Erschaffer des Begriffs davon aus, dass Frauen sowieso körperbild-gestört sind, weshalb sie für die Frauen keinen eigenen Begriff entwickeln mussten.
Der Mann fühle sich unattraktiv und versuche durch die bekannten Methoden krankhaft ab- oder zuzunehmen und seinen körperlich sportlich zu stählen. Er verbringt viel Zeit Sport und Bodybuilding, ist bulemisch, nimmt legale oder illegale Helferlein ein, vernachlässigt soziale Kontakte.
Die Popularität dieser These steht in einem Mißverhältnis zur Verbreitung des Phänomens. Es gibt diese Männer sicherlich, aber ihre Zahl ist so gering, dass man sich fragt, ob es sie überhaupt gibt.
Die Wahrheit ist eine andere: Der Mensch muss heute gut aussehen, um erfolgreich zu sein. Der Mann mit Bauchansatz muss schon ein paar Qualifikationen mehr vorweisen, um akzeptiert zu werden und erfolgreich zu sein. Um anzukommen, ob privat oder beruflich, muss man fürs Erste einmal attraktiv sein. Das Bemühen um das Äußere könnte man als pathologisch betrachten, aber es ist normal. Was gefällt, ist normal, daher handelt es sich beim „Schönheitswahn“ nicht um eine Pathologie – in den meisten Fällen.
Pathologisch ist eher der Drang von Medizinern, Psychologen und Journalisten, aus allen Wehwehchen eine Katastrophe oder behandlungsbeürfite Krankheit zu machen. Dabei beschränken sie sich allerdings darauf, an den Symptomen herumzudoktern, anstatt nach relasen Ursachen zu fragen.
In diesem Falle könnte nämlich herauskommen, dass Schönheitswahn und Fettleibigkeit nur die zwei Seiten einer Medallie sind, sie sind beide Fälle einer Gesellschaft, in der man das rechte Maß aus dem Auge verliert.

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