Warum Web 2.0 für die Wissenschaft?

Nachdem wir bereits einige Beispiele für die Nutzung von Web 2.0 gegeben haben, muss einmal die Frage behandelt werden, warum Web 2.0 überhaupt Eingang in die Wissenschaft finden sollte.

Was immer sich in den letzten hundert Jahren abgespielt haben mag, die Wissenschaft ist noch immer ein elitärer, abgeschotter Zirkel mit geheimen Codes, geschlossenen Schulen, Ketzerverbrennung und Selbstverliebtheit. Nach dem Motto, das dumme Volk versteht uns eh nicht, verweigern sich die Wissenschaftler stetig der Neugier derjenigen, die ihre Umtriebe über Steuermittel finanzieren.

Wer zahlt, möchte auch sehen, wofür er zahlt. Und der Wissenschaftler bricht sich nichts, wenn er in der Lage ist zu erklären, was er eigentlich tut und worin dessen Nutzen besteht.

Die Selbstkontrolle spielt in der Wissenschaft noch keine große Rolle. Daher konnten Aufsätze plagiert werden, wissenschaftliche Ergebnisse manipuliert,
öffentliche Gelder für Unsinn verschwendet werden.

Der Wissenschaftler schätzt Kritik nicht besonders und Selbstkritik ist ihm fremd. Das Web 2.0 zwingt ihn dazu, auch Kritik anzunehmen und damit vernünftig umzugehen.

Und schließlich zwingt das Web 2.0 dazu, sich einfach aber präzise auszudrücken. Dies erhöht seine Fähigkeit, seine Arbeiten sauber zu strukturieren und zwingt vor allem deutsche Wissenschaftler, sich vom Zunftjargon zu verabschieden.