Schreiben fürs Hören – über Band- und Ohrwürmer

Jedes Medium erfordert seine spezifische Schreibe. Das Schreiben fürs Hören läßt sich im Grunde kurz zusammenfassen:
– Ein Satz sollte kurz sein und nicht mehr als einen Nebensatz enthalten
– Ein Satz sollte nicht mehr als einen Gedanken oder eine Aussage enthalten
– Ein Satz sollte nicht mehr als ein geläufiges Fremdwort enthalten
– Ein Satz sollte keine nicht-geläufigen Fremdwörter enthalten
– Sind Fremdwörter unumgänglich, müssen sie erklärt werden
– Ein Beitrag und jeder Satz müssen strukturiert sein, keine verschlungegen Aussagen
– Sprecher sollen atmen, Hörer sollen Denken, deshalb sind Pausen wichtig und sollten eingebaut werden

– Aussagen können ruhig wiederholt werden, sofern sie nicht vollkommen banal sind

– Vorsicht vor tückischen Konstruktionen: im Bau befindlich ist Behördendeutsch, es wird noch gebaut wäre im Mündlichen korrekt

Die Regel „Schreibe, wie du sprichst“ gilt im Übrigen nicht. Jede mündliche spontane Rede enthält Redundanzen, Überflüssiges, Banales, Floskeln, Belangloses, Unwichtiges und ist zudem unstrukturiert und unsauber. Deshalb erfordern auch nichtprofessionelle Podcasts, sollen sie ein größeres Publikum erreichen, zumindest Ansätze eines Skripts. Selbst Profis sprechen nicht so sauber, dass sie spontan etwas sinnvolles produzieren könnten.