Ein Rührstück politischer Rhetorik

Politische Rhetorik hat hauptsächlich das Ziel, elegant die Fallen zu umschiffen, die eine falsche Aussage darstellen können. Wer die politische Rhetorik nicht beherrscht, kommt im Allgemeinen nicht weit. Olaf Scholz war so jemand, sicherlich einer der hölzernsten Generalsekretäre, die eine Partei jemals gehabt hat. Ein ähnlich wenig ansprechendes Stück leistete sich der Jung-Unionist Alexander Fischer im DeutschlandRadio, nachzulesen hier. Dem Journalisten muss man sehr zu gute halten, dass er hart nachgebohrt und die Schwächen Fischers bloß gelegt hat. In deutschen Medien ist hartes Nachfragen eine der Medientodsünden.

Fischers Problem lag darin, dass er sich interviewen ließ, obwohl er eigentlich nichts zu sagen hatte. Er wollte sich weder über die Qualität der Spitzenfunktionäre seiner Partei äußern, noch über die Rolle privaten Verhaltens und deren Auswirkungen auf ein Partei- und Politamt.