Die Frage hängt von Ihrer Antwort ab

Am Beispiel des Bradleyeffekts haben wir gesehen, warum Umfragen selten richtig funktionieren: von der Seite der Befragten betrachtet.

Doch Umfragen funktionieren auch deshalb nicht, weil die Methodik nicht sauber ist. Die Methoden der empirischen Sozialforschung sind ein weites und komplexes Feld.

Doch obwohl die Befrager eigentlich Experten sein sollten, bauen sie jede Menge Unsinn. Zudem sind sie kaum in der Lage, ihre Ergebnisse verständlich zu präsentieren, so dass sie häufig falsch zitiert werden.

Und manchmal ist die Manipulation die eigentliche Absicht hinter einer Befragung.

In einem Fall befragte ein Institut im Auftrag eines Gegners der Todesstrafe seine Probanden, ob sie dafür oder dagegen wären. In einem anderen Fall stellten sie die gleiche Frage – im Auftrag eines Befürworters der Todesstrafe. Im ersten Fall war eine Mehrheit dagegen, im anderen eine Mehrheit dafür.

Die Fragestellung war schlicht suggestiv – die Antwort sollte beeinflusst werden. Im einen Fall zeigt man ein Opfer der Justiz, das unschuldig verurteilt wurde, im Anderen schwere Kapitalverbrechen, die nicht „hart genug“ bestraft wurden.

Es gibt dazu noch viele weitere Möglichkeiten, Fehler zu machen oder suggestiv zu arbeiten: Selektive Auswahl von Befragten, mißverständlich formulierte Fragen, schlechtes Fragebogendesign usw. Ausführlich gehe ich hier und hier darauf ein.

Ein Gedanke zu „Die Frage hängt von Ihrer Antwort ab

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