Das Buch als Film

Erfolgreiche amerikanische Autoren können fast immer damit rechnen, dass ihr Buch verfilmt wird. Kaum ein US-Autor schreibt heute nur noch Bücher. Tom Clancy, John Grisham und andere Bestseller-Autoren können sicher damit rechnen, dass ihre Bücher verfilmt werden. Häufig arbeiten sie selbst am Drehbuch mit. Michael Crichton – der vor kurzem verstarb – war weniger bekannt wegen seiner Bücher als wegen deren Verfilmungen: Jurassic Park war einer der erfolgreichsten Filme überhaupt. An Emergency Room war der Doktor der Medizin ebenfalls beteiligt.

Vielleicht ist das ein Grund dafür, warum seine Bücher oft eher wie überdehnte Filmdrehbücher wirken: mit überflüssiger Action überfrachtet mit holzernen Charaktären und fader Storyline.

Auf die Spitze geschrieben hat es Dan Brown mit Sakrileg. Wer die deutsche Hörbuchfassung kennt weiß, dass diese Bücher mit der Mischung Action und Entspannung eher für die Leinwand als zum stillen Lesegenuß gedacht waren.

Interessant daran ist, dass im Grunde kein Medium unbeeinflußt von den anderen existiert. Das Fernsehen beeinflusst die Schreiber – ob sie wollen oder nicht – die Computerspielästhetik spielt in die Literatur und das Fernsehen hinein. Dieser Effekt verstärkt sich um so mehr, je mehr eine Generation die Literatur einnimmt, die mit Computern und Computergames aufgewachsen ist.

Das heißt, Stilelemente des Fernsehens oder Internets wandern ins Buch. Schlechte Chancen sehe ich hingegen für die Enhanced eBooks, die aktuell gehypt werden. Animierte Grafiken sind vielleicht noch interessant. Letzten Endes will ein Leser aber lesen und nicht hören oder Videos schauen. Wer Hörbücher hört, braucht keine Animationen, wer fernsieht, möchte keinen Text außer vielleicht Videotext lesen.

Man sollte also die Konvergenz von Stilelementen nicht mit der Vermischung von Inhalten verwechseln.