Das More-More- oder Matthäus-Prinzip

Wer hat, dem wird gegeben, steht schon in der Bibel. Soll heißen, wer einen Schritt auf Gott zugeht, dem kommt Gott zwei Schritte entgegen. Oder realitärer: Das Zinseszins-Prinzip, je mehr Geld man investiert, desto mehr Geld bekommt man am Ende heraus.

Das Zineszinsprinzip erfüllt die Matthäus-Regel allerdings nicht ganz. Denn es handelt sich nicht um ein Proportionsprinzip. Ein proportionales Wachstum bedeutet: Ob ich zehn Euro auf zehn Prozent anlege oder zehn Mio. Euro auf zehn Prozent, am Ende habe ich relativ gesehen gleich viel Gewinn gemacht, nämlich zehn Prozent meines Einsatzes.

Das Matthäusprinzip ist aber potentiert zu verstehen, heisst: je mehr man investiert, desto mehr kriegt man sowohl absolut als auch relativ gesehen.
Unsere Gesellschaft funktioniert nach dieser Regel: Wer in eine reiche Familie hineingeboren wird, hat wesentlich bessere Chancen, sozial noch weiter aufzusteigen als jener, der in eine arme Familie hineingeboren wird. Die Chancen auf den sozialen Aufstieg steigen überproportional mit dem Bildungsgrad.

Der Soziologe Hartmut Rosa spricht auch vom More-More-Prinzip.

7 Gedanken zu „Das More-More- oder Matthäus-Prinzip

  1. Der gewöhnliche 0815 User lebt, genährt von Mainstream-Nachrichtenquellen, in einer Scheinwelt, die von Gefälligkeitszitaten und Zitierkartellen, aus Auflagenstärken und Sendeleistung von Massenmedien erzeugt wird.
    Nicht nur in der Soziologie, sondern auch bezogen auf Traffic im Internet wird in Anspielung auf Mt25,29 von einem Matthäus-Effekt oder Matthäusprinzip gesprochen.
    Das derzeitige Netz fördert die Meinungsmache der Reichen und Mächtigen. Reichtum korreliert mit Bekanntheit. Die Agentur, die alle Werbestrategien von viral bis SEO voll ausschöpft, kann sich nicht jeder leisten.
    Die Stimme des kleinen Bloggers Unbekannt ist leiser als die des an riesige Propagandamaschinen gekoppelten Medienstars, da ein professionelles Marketing die von Ranking-Algorithmen abgefragten hunderterlei Qualitätskriterien vorgaukelt.
    Die von SEO und Suchmaschinenmonopolen erschaffene künstliche Popularität im Web steht in einem bestimmten Verhältnis zu Ethik, Politik, Moral und Lautstärke.
    Spannenderweise spielt die Aussage Jesu Christi „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ auch im Kontext von Information Retrieval und SEO eine große Rolle.
    Welche der vielen Wahrheiten wird sich in den Suchmaschinenergebnissen durchsetzen, wenn Jesus DIE Wahrheit, also objektive Wahrheit ist ?
    So müßte dann ungeachtet jeglicher citation quotes oder uncitedness von Wissenschaftlern die christliche Wahrheit voller radikalökologischer und antispeziesistischer Gerechtigkeit und Freiheit in den Suchmaschinenergebnissen aufgrund ihres hohen Wahrheitsgehalts ganz vorne stehen, da Qualität von Menge, Gewicht und Autorität der Links,
    Autorität, Verständlichkeit, Korrektheit, Objektivität, Signifikanz, Glaubwürdigkeit, Umfang, Relevanz, Ästhetik, Kontaktmöglichkeiten, Gebrauchstauglichkeit, Benutzbarkeit, Zuverlässigkeit, Gültigkeit, Bedeutung, Übersichtlichkeit, Einmaligkeit, Interaktivität, Multimedialität, Service für den User, Übertragbarkeit, Ausdrucksweise und Pagerank abhängt.

    Früher habe ich mich bei vielen Suchmaschinenabfragen grundsätzlich erstmal bis zur 20.Seite der Suchmaschinenergebnisse geklickt, um die qualitativ relevanteren
    Informationen zu finden, heute mache ich das nicht mehr, nutze jedoch immer noch mindestens 10 verschiedene Suchmaschinen (auch wenn ich viel mehr kenne).
    Joyce Meyer erhält des öfteren für einen einzigen Satz auf Facebook über 50000 „gefällt mir“ klicks,
    und ihre Ministries gefallen dort immerhin fast 2 Millionen Leuten. Das kann ein Facebook-Nutzer mit wenigen Freunden nicht von sich behaupten.
    Erst kürzlich haben die Facebook Data Teams anhand einer Studie die Relevanz von starken Verbindungen nachgewiesen
    und auch die Journalistenakademie will uns nahelegen, daß eine gute Social-Media-Strategie in die gesamte PR-Strategie der jeweiligen Organisation eingebettet sein soll.
    Und weiter im Neuen Testament : Matthäus 5,37 (auch Jakobus 5,12) könnte vielleicht sogar als Binärcode betrachtet werden? : „Es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein; was aber mehr ist als dieses, ist aus dem Bösen“.
    Dieser Satz spricht sich wiederum völlig gegen einen fluffigen Schwarm aus redundanten Zitaten, Backlinks und pseudowissenschaftlichen Artikeln aus, die im Aktualitätswahn nur Qualität und Informativität suggerierend verfaßt wurden, um die Anforderungen von Marktmechanismen der publizistischen Medienmaschinen auf dem Informationsmarkt ebenso mechanisch zu bedienen.

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