OpenID – die Web-2.0 Killerapplikation wartet auf ihren Durchbruch

Twitter, StudiVZ, MySpace, Facebook, jetzt.de, mister wong… Wie oft meldet man sich irgendwo an, nur um gleich darauf das Passwort zu vergessen und evtl. niemals den Account zu verwenden?

Ziemlich oft, Statistiken gibt es zwar nicht, aber kein Mensch ist zeitlich oder intellektuell in der Lage, so viele Profile auszufüllen, aktuell zu halten, mit Input zu füttern und zu pflegen.

Sieht man von technischen Unzulänglichkeiten und Netzwerkeffekten ab, ist der entscheidende Punkt, dass man zwar gerne verschiedene Dienste verwenden möchte, aber nicht in der Lage ist, so viele Benutzernamen, Passwörter und Profile zu behalten.

Die Lösung hieße SingleSignOn, also einmal eintragen und alle verwandten Dienste nutzen. Die praktische Umsetzung wäre etwa OpenID, ein Netzwerkdienst, der es ermöglicht, über offene Schnittstellen sich bei allen Diensten anzumelden, die den Service unterstützen. Man könnte etwa Twitter-Nachrichten direkt aus StudiVZ versenden, zwischen “privatem” und “beruflichen” Profil zwischen Facebook und Xing umschalten oder per RSS Einträge aus einem Blog bei WordPress direkt in MySpace einbinden.

Yahoo bietet mittlerweile eine solche OpenID an, die sich aber offenbar noch im Betastadium befindet.

Die Risiken sind allerdings offensichtlich: Während man heute z. B. als Datensammler noch Schwierigkeiten hat, eine einzelne Person bei mehreren Diensten als identisch zu erkennen, wäre OpenID ein Einfallstor für Datensammler und Datendiebe.

Der eigentliche Grund für die zögernde Durchsetzung von OpenID ist die Furcht der großen und kleinen Web-2.0-Anbieter, ihre Kunden zu verlieren. während es heute noch schwierig ist, netzwerkübergreifend zu kommunizieren, wäre ein Network-Hopping über OpenID kein Problem mehr. Den erbeuteten Datenschatz in Form von Profilen gibt man auch so ungern her. Wenn sie nun allen großen Anbietern zur Verfügung stünden, würden sie gewaltig an Wert verlieren.

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