Das Scheitern von Knol

Nicht alles, was Google anfasst, wird auch zu Gold. So wie einige Konkurrenten wie Cuil oder Ask.com den Mund ein wenig zu voll genommen haben, schafft es auch Google nicht, alles zum Erfolg zu machen, was es anfasst.

Knol hätte die Konkurrenz zu Wikipedia werden sollen. Doch kann sich jemand erinnern, bei irgend einer seiner Suchen auf einen Artikel von Knol gestoßen zu sein?

Knol taucht auch nicht unter der erweiterten Benutzeroberfläche von Google auf. Ist dort der Friedhof für Google-Projekte, die nicht wirklich in die Pötte kommen? Orkut oder Talk haben kaum größere Kreise erreicht, zumindest in Deutschland.

Vielleicht ist Knol nur Opfer des Netzwerkeffekts geworden, das heisst, im Normalfall gibt es einen More-More-Effekt, die Menschen sammeln sich bei wenigen großen Projekten wie Wikipedia statt bei vielen kleinen.

Dabei ist der Mißerfolg von Knol schon erstaunlich. Immerhin haben die Autoren die Möglichkeit, den eigenen Namen in den Vordergrund zu stellen. Die Autorität einer Person steht für die Qualität des Artikels, anders als bei der Wikipedia, wo bestenfalls Insider wissen, wer einen bestimmten Beitrag hauptsächlich bearbeitet hat.

Möglicherweise ist Knol daran gescheitert, dass niemand so genau weiß, wofür es gut ist. Soll Oma ihre Rezepte dort einstellen? Darf Arni die besten Muskelaufbautricks präsentieren? Kann Dr. Schi Wago seine neuesten Forschungsergebnisse präsentieren? Oder ist es ein Anything Goes, ein anarchistisches Chaos, aus dem der weise Geist die Goldstücke herausfiltern kann? Eine Art Sammelsurium wie Suite101?

Vielleicht ist Knol aber auch daran gescheitert, dass es weder einge gute Textplattform noch zum kollaborativen Arbeiten geeignet ist. Für die meisten Inhalte zur Selbstpräsentation gibt es Plattformen wie YouTube, SlideShare oder Flickr. Eine anständige Textplattform mit Anzeige der Links auf dieser Seite und guten kollaborativen Moeglichkeiten waere durchaus interessant gewesen.

In gewisser Weise ist es auch beruhigend zu wissen, dass auch Google mit seiner Marktmacht nicht alles erreichen kann. Selbst die Suchmaschinenspammer scheinen die Plattform für sich nicht nutzen zu wollen.

2 Gedanken zu „Das Scheitern von Knol

  1. Ich finde es auch ganz angenehm, dass auch Google nicht alles erreichen kann, wobei ich glaube, dass sie es ziemlich leicht hätten, wenn sie Knol beispielsweise öfter in Suchergebnissen unterbringen würden, aber hoffen wir mal, dass sie das auch in Zukunft nicht aktiv machen.

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