Anti-Helden des Alltags

Die amerikanische Filmindustrie ist ebenso vielfältig wie die Literautr. Was von Hollywood in deutsche Kinos gelangt, ist dabei nicht repräsentativ.

Bei Falling Down zum Beispiel sieht man genau, wie Filme falsch präsentiert werden: Die bekannteste Szene des Films zeigt, wie der Protagonist versucht, am Mittag in einem Schnellimbiss ein Frühstück zu bekommen.

Im Film wird diese Figur zur Identifikationsfigur aller Loser: Gescheiterete Ehe, wohnhaft bei der Mutter, arbeitslos, immer in Hemd und Krwawatte unterwegs, um den Schein zu bewahren. Eine Schlüsselszene ist die Begegnung mit einem Schwarzen, der genau gekleidet ist wie er und vor einer Bank demonstriert, weil diese ihm keinen Kleinkredit gewähren möchte. Der Mann wird festgenommen, während Douglas ein Spielzeug für seine Tochter kauft.

Ein anderer sehenswerter Film ist „Mad City“. Ein entlassener Museumswächter will seine Chefin überreden, ihn wieder einzustellen. Plätzlich zieht er ein Gewehr und wird mit Hilfe eines anwesenden abgetakelten Journalistin zum Geiselnehmer einer Schulklasse. Polizei und Medien fahren auf, Schwarzenverbände und Nazis protestieren, weil der schwarze Kollege des Museumswächters nicht entlassen wurde.

In „Wag the Dog“ wiederum wird die Inszenierung medialer Realität deutlich: Der Präsident hat kurz vor der Wahl eine Affäre mit einer Praktikantin. Um diese Affäre geheim zu halten, inszenieren die Medienprofis einen Krieg gegen Albanien mit allem drum und dran: Tragischen Kriegshelden, ermordeten Kindern und Begleitmusik.