Crossmedia – neuer Trend und Modewort

Crossmedia bedeutet schlicht, das mehrere Medien bedient werden sollen. Ein Beitrag, der im Fernsehen lief, kann auch ins Netz gestellt werden, ein Audiobeitrag als Text im Netz stehen und so weiter.

Die Möglichkeiten sind natürlich groß: Ein Radioreporter wird kein großes Problem damit haben, einen Interviewpartner oder ein Gebäude gleich selbst zu fotografieren statt teure Fotos von Agenturen zu kaufen oder veraltete Firmenfotos zu nehmen.

Und auch ambitionierte Vielseher und Hörer verpassen ab und an einen interessanten Beitrag. Zumal sich die Seh- und Hörgewohnheiten heute von den klassischen Medien immer weiter entfernen. Für die Informationssender könnte hier neues Leben zu finden sein. Gute Beiträge werden kostenlos via Empfehlung promotet, verlinkt, besprochen. Da sie viel von Radio und wenig von Suchmaschinenoptimierung verstehen, ist dies der beste Weg, um jüngere Zielgruppen zu ereichen.

Die Schattenseiten sind ebenso klar: Wenn ein Online-Journalist heute nun wirklich alles selber machen muss, verlieren einige Leute ihre Jobs: Fotographen, Tontechniker, Designer. Einige davon werden sicherlich andere Jobs finden, einige bleiben auf der Strecke.

Aber auf der gleichen Strecke bleibt die Qualität der Beiträge. Der Online-Journalist soll schließlich nicht nur alles selber machen, sondern er bekommt auch nicht mehr Zeit, um dies tun zu können.

Und natürlich leistet sich der Herausgeber keine Hochtechnik: Warum 200 Euro für ein rauschfreies Mikro ausgeben, wenn man für 30 € ein Headset bekommt? Warum 150 € für eine professionelle Audio-Schnittsoftware ausgeben, wenn es Audacity umsonst gibt? Warum 200 € für eine Dicam mit gutem Chip ausgeben, wenn es für 60 € 10 Millionen Pixel gibt? Und verwackelte Videos sind alle mal besser als gar keine.

Wir haben also schlechte Ausrüstung, die von semiprofessionellen, gestressten und zeitlosen Gesellen bearbeitet werden sollen. Das Ergebnis kann nur suboptimal sein.

In diesem Sinne ist Crossmedia zu verstehen als “ich mag kein Geld ausgeben”.