Es wäre lohnenswert, ein Buch über berühmte Fälschungen zu schreiben. Die Geschichte wimmelt von Betrügern. Während aber der Kleingangster sich aber damit begnügt, alte Damen und arglosen Zeitgenossen um ihr Erspartes zu erleichtern, besitzen große Fälscher eine gewisse Genialität, die neben Verachtung ob ihrer negativen Taten auch ein gewisses Maß an Bewunderung hervorruft.Das Motiv ist schließlich zumeist genau dasselbe wie bei Kleingangstern, nur das sie wesentlich mehr Intellekt und Energie aufwenden, freilich um noch bessere Ergenisse zu erlangen.
Der berühmteste deutsche Fälscher war Konrad Kujau, der Fälscher der Hitler-Tagebücher. Kujau führte damit den größten Presseskandal der Bundesrepublik Deutschland herbei, von dem sich der Stern – der die Tagebücher veröffentlichte – niemals erholt hat.
Noch größere Ausmaße hatte ein Betrug, der fast 100 Jahre alt ist: der Piltdown-Mensch. Er wurde 1912 im Süden Englands entdeckt und galt als das “missing link”, als die berühmte Verbindung zwischen Affen und Menschen. Der Betrug wurde erst 1953 entdeckt, wer genau der Fälscher war und welches Ziel er hatte, bleibt bis heute unklar. So ziemlich jeder der Beteiligten steht unter Verdacht, sogar der Autor von “Sherlock Holmes” Arthur Conan Doyle, hätte laut Wikipedia ein Motiv gehabt. Ein Grund dafür, dass der Betrug überhaupt funktionieren konnte war der Umstand, dass die Engländer daran glauben wollten. Schließlich hatte der Erzfeind Frankreich gleich fünf Skelette gefunden, im südfranzösischen Cro-Magnon. Der Cro-Magnon-Mensch gilt seitdem als eine Grundkonstante menschlicher Evolution.
Das ist lange her, mag man meinen, doch vor rund zwanzig Jahren ereignete sich ein Betrug, der die moderne Technik kaum gut da stehen lässt: Das Getty-Museum kaufte eine – angeblich antike – Statue griechischer Herkunft. Die Statue war künstlich auf alt gemacht. Stutzig wurden einige der Experten, weil die Statue zu sauber war. Das Getty-Museum hingegen muss sich die Schmach gefallen lassen, hier nicht genau genug hingesehen zu haben, weil man einen schnellen Gewinn machen wollte.
Literatur: Der Skandal um die griechische Statue wurde sehr schön von Malcolm Gladwell in “Blink!” beschrieben, erschienen bei Piper-Verlag 2008.
Die Geschichte um den Piltdown-Menschen und eine ganze Reihe anderer Betrügereien beschreibt Ferderico DiTrocchio. Der große Schwindel – Betrug und Fälschung in der Wissenschaft. Campus-Verlag 1994

















Hier hat jemand nicht nur Bilder gefälscht, sondern auch gleich noch die zugehörigen Maler samt wohlklingender Legenden erfunden:
http://www.tomsack.com/index2.html
Hut ab…