Eine deutsche Ausgabe von Irving Welchs “Trainspotting” warb damit, dass es das am häufigsten gestohlene Buch Schottlands sei. Es wäre interessant zu wissen, welche Bücher es wohl sind, die am häufigsten geklaut werden.
Der Duden in 15 Bänden wird es wohl nicht sein. Auch die Enzyklopadia britanica dürfte ein wenig zu schwer sein. Die Liste wäre erst interessant, wenn man die Bücher herausnimmt, die wieder verkauft werden und nicht gelesen. Edit: Mittlerweile habe ich erfahren, dass das Guiness-Buch der Rekorde das beliebteste Diebesgut in Buchläden ist. In Bibliotheken werden hingegen Bibeln am liebsten gestohlen. Erstaunlich, da die Bibel doch recht umfangreich ist, das Guniess-Buch hat sogar den Umfang eines Großstadt-Telefonbuchs.
Auch der Student ist mit dem Phänomen des geklauten Buchs konfrontiert. Auch wenn Unibibliotheken nicht gerade mit RFID, Wachschutz und Nacktscannern ausgestattet sind fragt man sich doch, wie es die Studenten schaffen, so viele Bücher herauszuschaffen. Laut einem Beitrag im DeutschlandRadio – den ich leider nicht wieder gefunden habe – sollen jährlich rund ein Prozent der Bücher gestohlen werden. Unsere kleine Soziologie-Präsenz-Bibliothek umfasst rund 40.000 Bücher. Ein Prozent davon wären rund 400 Bücher, dies wären etwa zwei gestohlene Bücher pro Öffnungstag.
Man könnte noch ein gewisse Sympathie für diese Elstern empfinden, wenn sie sich keine Bücher leisten könnten und es ihre Wissensgier wäre, die sie zu ihrem kriminellen Verhalten bringt.
Doch meistens ist es die schiere Geldgier oder Geiz. Die Bücher werden verkauft. Vielleicht nur einen Tick schlimmer sind jene Leute, die die Bücher nur klauen, um ihren Studienkollegen zu schaden.
Letztere spielen aber lieber Osterhase und verstecken die Bücher. Auch sie entwickeln große Kreativität bei der Versteckfindung. Ob sie nur ihren Studienkollegen schaden wolen oder einfach nur zu faul sind, die Bücher am nächsten Tag wieder herauszusuchen – vielleicht wissen sie es selber nicht.
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Klauender Professor verurteilt
Und morgen: Still stole the Blues
Eva Herrmann klaut zwar keine Bücher, aber möglicherweise Buchideen
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