Das Ende der Mittelschicht?

Nachdem Hertie eine ganze Reihe von Filialen geschlossen hat, schließt nun auch SinnLeffers einige seiner Geschäfte.

Die beiden Geschäfte vertreten ein mittleres Preissegement bei ihren Produkten. Was schon seit langem für Lebensmittel gilt, macht sich jetzt auch in der Textilbranche überdeutlich bemerkbar: die Herrschaft der Billigmarken. Kaum ein Ort, wo nicht Billigstkleidung verschleudert wird.

Die taz beobachtet die Aldisierung des Essens. Doch auch hier werden schließlich Textilien und elektrisches Spielzeug aller Art angeboten.

Das typische Zeichen einer Klassengesellschaft ist das Wachsen der oberen und unteren Segmente: Nobelmarken und No-Name-Produkte gewinnen an Bedeutung, während die Mitte ausgedünnt wird.

Das hat unterschiedliche Gründe. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass das mittlere Segment das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet. Das muss natürlich nicht stimmen, so gut wie alle deutschen Lebensmittel dürften einen Mindeststandard an Qualität erfüllen.

Wer sich aber von Billiglebensmitteln ernährt, möchte gelegentlich auch etwas Besseres essen. Eventuell gönnt sich in bestimmten Bereichen wie Süßigkeiten eine etwas teuere Marke, während er generell eher sparsam bei der Nahrung ist.

Für die Kleidung gilt generell das selbe. Eventuell legt man viel Wert auf teure Markenschuhe oder-jeans, während der Schlabberpulli für 5 Euro in Ordnung ist.