Klappmenüs in der Navigation

Die Pulldown- oder Aufklappmenüs erfreuen sich bei Webdesignern großer Beliebtheit. Dabei gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten, sie zu realisieren. Geeignet sind dafür aber nur clientseitige Lösungen. Die Pulldowns reagieren schließlich stets auf Nutzereingaben, in erster Linie auf Mausbewegungen. Der Server weiß natürlich nicht, was der User mit seiner Maus tut, deswegen können Pulldowns nur clientseitig realisiert werden. Mögliche Techniken sind HTML, CSS, JavaScript, Flash oder Scalable Vector Graphics und Microsofts Silverlight.

Pulldowns sind zwar immer schick, aber so gut wie nie benutzerfreundlich. Möchte mein ein Pulldown nutzen, sollte man folgende Punkte beachten.

– Ein Pulldown ist keine Entschuldigung für eine schlechte, unlogische oder unverständlcihe Navigation.

– Ein Pulldown sollte niemals nie verschachtelt sein. Das heißt, wenn ich einen Punkt eines Pulldowns auswähle, soll kein neues Pulldown erscheinen, damit ich noch weitere Unterpunkte auswählen kann.

– Ein Pulldown sollte immer länger eingeblendet bleiben, als der Webdesigner das gerne hätte, die Schrift bzw. das Auswahlfeld sollte groß sein, MouseOver ist sinnvoll, Title nicht.

1. Ein Pulldown wird gerne als Entschuldigung genommen, viele Navigationspunkte unterzubringen. Pulldowns sind aber grundsätzlich weniger übersichtlich als ein statisches Menü.

2. Das liegt auch daran, dass ein Pulldown ein unheimliches Gefrickel mit der Maus erfordert. Maus hin, Maus her, während sich ein normales Menü auf dem PC auch per Tastatur steuern lässt, etwa mit den Cursor-Tasten, ist das bei Internetmenüs grundsätzlich nicht möglich.

3. Deswegen rutscht man oft über den Rand, was dazu führt, dass Einem das Menü wegrutscht. Oft ist das anklickbare Feld zudem zu klein, so dass man entweder rausrutscht oder einen falschen Punkt anklickt. MouseOver hilft einem dabei, das aktive Feld zu erkennen. Der Title für Links hingegen stört hier mehr, da er oft den Blick auf den eigentlichen Text verstellt.

ÄHnlich wie bei Frames kann es auch bei Pulldowns gut sein, dass die Suchmaschine sie nicht lesen kann, etwa weil der Bot die JavaScript-Dateien nicht ausliest oder nicht erkennt, dass es sich überhaupt um Links handelt.

Zumindest bei älteren Browsern wie dem IE 6 oder Firefox ist zudem die JavaScript-Engine nicht besonders flott. Ein aufwendiges Menü kann dazu führen, dass Prozessorleistung übermäßig beansprucht wird oder dass die Seite zeitverzögert geladen wird. Das passiert etwa bei zeit.de oder Spiegel Online. Bei diesen Seiten funktioniert oft das Menü zu Beginn nicht, dass man glauben könnte, sie hätten gar kein Pulldown.

Last not least erhöhen Pulldowns die Unübersichtlichkeit. Der User ist gezwungen, alle Menüs einmal auszuklappen, um zu erfahren, welche Unterpunkte sich dahinter verbergen. Ist der User nicht gerade krankhaft neugierig oder gezwungen, die Informationen zu bekommen, wird er im Zweifelsfall die Seite wieder verlassen, wenn das Menü nicht nutzerfreundlich ist.