Googles prekäre Macht

Google ist heute zum Synonym für Suchmaschinen, aber auch für Allmachts- und Datensammel-Alpträume geworden. Diese Furcht ist sicher nicht ganz unberechtigt, dennoch wird übersehen, wie brüchig Googles Macht ist.

Googles Hauptgeschäft basiert immer noch auf den AdWords und AdSense-Kampagnen. Bei jeder Suche über Google werden passende Angebote eingeblendet. Dabei werden einzelne “Suchbegriffe” versteigert. Der User klickt auf diese Suchbegriffe und Google bekommt je nach Wert des Begriffes einige Cent oder Dollar vom Anbieter.Zudem haben viele private und kommerzielle Websites Google-Anzeigen eingeblendet.

Google hat noch eine ganze Reihe weiterer attraktiver Angebote wie dem Trackingdienst, der Webmasterzentrale, Picasa, Orkut, blogger.com und vieles mehr. Alle diese Dienste sind bisher kostenlos. Google sammelt fleißig Daten und hofft sicher nicht zu Unrecht, diese irgendwann in einer Form kapitalisieren zu können.

Die Basis ist und bleibt die Suchmaschine. Google bietet den bisher besten Suchdienst an, aber er ist dennoch nicht immer zielführend. Es ist durchaus möglich, dass einer Konkurrent einen besseren Suchdienst anbieten wird: Cuil, Yahoo, Live Search oder Ask bzw. ein völlig neuer Anbieter könnten die Suchmaschine der Zukunft anbieten. Metasuchmaschinen wie Metager oder Spezialsuchmaschinen könnten Google schnell den Rang ablaufen. Denn das Web wird immer größer, doch großartige Fortschritte bei Googles Suchalgorythmus sind bisher nicht sichtbar.

Google ist daher gezwungen, entweder seine anderen Angebote gewinnbringend zu machen oder für immer und ewig die beste Suchmaschine zu bleiben. Nun muss man sehen, dass fast alle Google-Dienste noch eine Alternative haben, zumal Googles Ruf wegen der Datensammlung doch arg gelitten hat. Der Trackingservice von Piwik, die Webmasterdienste von Live oder Yahoo, diverse Videoportale, Blog-Dienste und viele mehr werden in dem Maße attraktiver, in dem Google seinen guten Ruf einbüßt.

Wer also Googles Macht verachtet, sollte Google schwächen, indem er dessen Dienste nur noch dann nutzt, wenn es keine Alternative dazu gibt. Wie etwa bei der Buchsuche, für die noch niemand eine Alternative anbietet.