Politisches Engagement – mausetot oder nur im Koma?

Die Studenten sind heute unpolitisch – zumindest laut der Zeit. Man beruft sich dabei auf eine Studie der Uni Konstanz, deren Ergebnisse wiederum der Focus zusammen fasste. 1983 haben sich demnach noch 53 Prozent der Studierenden für Politik interessiert, heute seien es nur noch 37 Prozent. Und

Ein dramatischer Wandel vollzog sich laut Studie auch bei den politischen Zielen von Studenten. So befürworten aktuell jeweils 52 Prozent die „Förderung von Technologien“ sowie die „harte Bestrafung von Kriminellen“. 1985 hatten sich lediglich 35 beziehungsweise 29 Prozent für diese Ziele ausgesprochen. Ein Viertel der Studenten plädiert für die „Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern“, 17 Prozent fordern die „Abwehr kultureller Überfremdung“ ebenda

Das heißt praktisch natürlich nichts. Die Zahl derjenigen, die unbegrenzte Zuwanderung und „kulturelle Überfremdung“ befürworten, dürfte sehr gering sein. Es sagt im Grunde auch nichts darüber, wie intensiv sich ein Mensch mit Politik beschäftigt. Das heutige Engagement ist eher projekt- als gruppenbezogen.

Gruppierungen wie Greenpeace, der Nabu oder auch Parteien sind ideologisch zu festgefahren und zu starr, um Jugendlichen ein attraktives Umfeld für ein dauerhaftes Engagment zu bieten. Zudem erwarten sie Geld, ohne eine relevante Gegenleistung zu erbringen.

Das Engagement in einzelnen Projekten ohne feste Mitgliedschaft ist hingegen attraktiver, wird aber durch starre Hierachien in den jeweiligen Gruppierungen kaum unterstützt.

Besonders bedauerlich ist die mangelhafte Kommunikation über Websites oder Web 2.0. Wer eines der wöchentlichen Gruppentreffen verpasst, muss uninformiert bleiben. Kommunikation findet nur Face-2-Face statt.

Dabei bieten Websites, Blogs oder Twitter eine interessante und für Jugendliche eine interessante Möglichkeit: Einerseits lernen sie hier den professionellen Umgang mit diesen Tools, andererseits können sie durch regelmäßigen Austausch eher als „feste Freie“ gewonnen werden.