Klasse statt Masse – die CEBIT und ihre Besucher

25 Prozent weniger Aussteller, 20 Prozent weniger Besucher, so lautet das vorläufige Fazit der CEBIT 2009. Es ist reiner Zweckoptimismus, wenn sich die Aussteller dennoch verhalten zufrieden zeigen?

Nicht ganz. Für die Fachmesse sind die „Fachbesucher“ interessant. Das sind Experten, die Unternehmen beraten, welche Technik sie sich beschaffen. Oft sind es auch die Einkäufer der Unternehmen selbst. Oder eben Techniker, die in irgend einer Form aktuelle Techniktrends der jeweiligen Branche behandeln. Kurz, es sind Leute, die in irgend einer Form direkt oder indirekt das Business ankurbeln. Auf Neudeutsch heißen diese Leute High Potentials.

Das normale Publikum bringt hingegen kaum Geld. Es handelt sich nicht um eine Verkaufsmesse, wie etwa eine Kunst- oder Möbelmesse. Es sind häufig Technikfreaks, die gerne mal die teuren Spielzeuge ausprobieren oder kostenlose Goodies oder Software abstauben wollen.

Wir kennen das alle, man guckt sich im Laden alle möglichen Sachen an, kaufen tut man aber nur eine davon. Während dessen hindert man andere – eventuell lukrativere – Kunden daran, Gespräche mit den Ausstellern zu führen.

Deswegen kann es durchaus sein, dass die Aussteller mit weniger, aber qualitativ besseren Besuchern glücklicher sind.