Do it yourself – wenn Automaten die Welt regieren

Die schöne neue Automatenwelt hat nach und nach dazu geführt, dass der Mensch immer mehr Aufgaben selbst übernimmt, die normalerweise von anderen Menschen erledigt wurden.

Das Ikea-Prinzip – man kauft die Fertigteile und baut sie selber zusammen – hat sich weitgehend durchgesetzt. In meiner Karriere als Zusammenbauer von Puzzle-Teilen, ob Möbel, Trainingsgeräte oder Computer, es sind einige Dutzend Objekte, die ich alleine und mit anderen zusammen gebaut habe. Ob das Spielen von Tetris oder das Montieren von Inhalten aus Überraschungseiern das Denken für solcheArbeiten schult?

Kein Deutscher erwartet heute, dass ihm jemand den Wagen volltankt oder die Einkäufe einpackt, in anderen Ländern ist das selbsterständlich.
Die Sache geht aber weiter: Wir gehen an den Automaten, um Geld und Kontoauszüge zu bekommen. Deutsche Bahn und Deutsche Post wollen uns in ein Gespann aus Automaten und Internet-Bestellungen einwickeln.

Die Bahn wollte eine Schaltergebühr kassieren, aber auch ohnedies kaufen viele Leute ihre Tickets am Automaten. Oder im Internet, wobei es nicht klar ist, was davon schwerer ist. Bisher zumindest gibt es keinen Rabatt für den Selberkauf.

Die Post hingegen verspricht Einsparungen, wenn man die Pakete selber im Internet frankiert und sie in ihre Packstation legt. Sie forciert den Prozess aktiv, indem sie Filialen schließt und möglichst wenige Abgabestellen schafft. Und natürlich lässt sich keiner mehr die Pakete nach Hause bringen, sondern holt sie bei der Packstation ab. Kein Wunder bei dem freundlichen Service, die Packstation schreibt immerhin noch
Auch Amazon hat geschickt Arbeit auf den Kunden abgewälzt, das gilt dann, wenn jemand ein Paket zurücksenden möchte. Er muss einen Strichcode ausdrucken und auf das Paket aufkleben. Dazu muss man sagen, dass das im Gegensatz zur Deutschen Post oder zur Bahn perfekt und problemlos funktioniert. Die Reklamation ist idR problemlos und schnell.
Die Kehrseite des Ganzen, Wir gewöhnen uns allmählich daran, mit Automaten zu tun zu haben – und merken nicht, dass jene Leute, die uns einst bedienten, aus den Banken, Filialen und Stationen rausfliegen, weil wir nun ihre Arbeit kostenlos erledigen.
Bezüglich Service-Wüste muss man sagen, dass menschliche Arbeit einfach Geld kostet. Nun ist man in Deutschland wirklich geizig. Hier fragt man vor dem Urlaub, ob in Land X Trinkgeld gezahlt wird – okay – und wie hoch es sein muss.

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