DRM – die Gängelung des Kunden geht weiter

Amazon und Audible zeigen, wie die digitale Zukunft aussehen kann: die Gängelung des Kunden über spezielle Dateiformate, spezielle Abspielgeräte und spezielle Software.

Audible ist ein Anbieter für Hörbücher zum Download, der vor einiger Zeit von Amazon aufgekauft wurde. Das Angebot an Hörbüchern ist recht groß: einerseits finden sich nicht alle Bücher, die man im Handel erhält. Andererseits gibt es hier auch Bücher, die anderswo und auch nicht auf CD gibt. Die Hörbücher sind vergleichsweise günstig.

Doch Audible gängelt seine Kunden: Die Hörbücher sind nur im hauseigenen Format erhältlich, das von gerade einmal 500 MP3-Playern unterstützt wird. Das heißt, weder gängige Autorados noch Stereoanlagen, die mp3 unterstützen, können mit dem Format etwas anfangen.Wer Spaß und Zeit hat, kann sich das Ganze natürlich auf dem eigenne PC anhören oder alles auf CD  brennen, um es anschließend in mp3 umzuwandeln. Hm?

Natürlich kontrolliert Audible über die hauseigene Software den Dowanload, das Abspielen und das Kopieren und Brennen der Dateien.

Last not least gibt es keine Unterstützung für Linux. Netbooks sowie auf Linux basierende Handhelds scheiden als Abspielgerät also aus.

Amazon selbst treibt es mit seinem Kindle ähnlich bunt: die Bücher werden im hauseigenen Format ausgeliefert, das nur der Kindle lesen kann. Ob der Kindle wohl Audible-Dateien abspielen kann? Die E-Books von Amazon sind zwar günstiger als die gedruckte Fassung, sie sind aber wiederum nicht so günstig, dass man das Buch nach dem Lesen weglöschen möchte.

Man kann bei solchen Modellen nicht mehr von Kaufen sprechen, sondern eher von Mieten. Was passiert eigentlich, wenn Audible pleite geht? Richtig, die gekauften Hörbücher sind dahin. Wenn Amazons Kindle einmal ins Wasser fällt, darf man sich kein eventuell besseres Gerät einer anderen Firma kaufen, es sei denn, man verzichtet auf die gekauften Bücher.

Selbst Apple hat mittlerweile die Gängelung via DRM aufgegeben und sein Download-Dienst floriert. Audible und Amazon sollten für ihre Geschäftspolitik abgestraft werden. Andere Hörbuch-Anbieter verwenden digitale Wasserzeichen in ihren MP3-Dateien, so dass hier eine Weitergabe ausscheidet. Das ist ein vernünftiger Kompromiß, auf den sich auch Amazon und Audible einlassen sollten.

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