Die ersten Gehversuche mit Drupal

Ein Vergleich von Drupal und WordPress bietet sich an, macht aber wenig Sinn. WordPress ist ein Spezialist, der auch allgemeine Aufgaben erledigen kann, Drupal ist ein Multitalent, aber das einzige, was es wirklich gut kann ist die Einbindung von Web 2.0 bzw. den Aufbau von Communites unterstützen.

Weil WordPress von Anfang an auf eine Aufgabe einerichtet ist, ist es auch wesentlich intuitiver zu bedienen. Drupal erfordert viel Einarbeitung, zudem kann man einiges irreparabel kaputt machen – das sollte eigentlich nicht sein. Allerdings habe ich mir tatsächlich nach stundenlanger Arbeit das Layout zerschossen und habe keine Möglichkeit gefunden, es wiederherstellen. Das wäre mit WordPress nicht passiert.

Drupal kann in der Standard-Installation erstaunlich wenig. Die Blogfunktionalität ist schwach, ein Texteditor muss extra installiert werden. Es ist auch reichlich unintuitiv, das der Aufbau der Navigation und die Inhaltszuweisung voneinander getrennt sind.

Wirklich frustriert war ich davon, wie wenig Support es in der Internet-Gemeinde gibt. Bei WordPress ist praktisch zu jedem Problem eine Lösung im Netz zu finden. Bei Drupal hingegen habe ich den Eindruck, ich sei der Einzige, der bestimmte Probleme hat, was eigentlich unwahrscheinlich ist.

Der einzige Tipp, den ich angehenden Drupalanern geben kann lautet: Macht zuerst eine Testinstallation, ob lokal oder auf einem Server, spielt mit der Menü- und der Blogfunktion herum, fügt ein paar Texte ein. Dann löscht das ganze Zeug und fangt ernsthaft mit der Arbeit hat, wobei Fehler vermieden werden sollten. Der größte Fehler ist zu glauben, man könne intuitiv mit Drupal arbeiten, deswegen sollte man keinesfalls echte Inhalte einfügen, bevor man das Layout und die Site-Konfiguration abgeschlossen hat. Es ist weniger schlimmer, ein Layout neu zu erstellen als langwierig Inhalte einzustellen und zu formatieren.

Was mir an Drupal und vielen anderen englisch-sprachigen Programmen negativ auffiel ist natürlich die Übersetzung. Ich habe die englische Version installiert, die deutschen Foren aber arbeiten mit den deutschen Menüs, die Übersetzung ist selten eindeutig. Wer genügend Englisch kann, sollte diese Version nehmen, denn die englischsprachige Community ist naturgemäß größer und hat mehr Probleme gelöst.

Und ein dritter Tipp: In Drupal werden alle benutzerspezifischen Daten in der Datenbank gespeichert. Wer also überlegt, ob er Drupal wegen eines irreparablen Schadens neu installiert und in den Ausgangszustand zurückversetzt, sollte vorher überlegen, ob es nicht ausreicht, eine bestimmte Tabelle bzw. deren Inhalt zu löschen. Die Tabellennamen sind übrigens auf Englisch, so dass derjenige, der die englische Version installiert hat, auch kein Problem haben wird, seine Tabelle in der Datenbank zu finden.