Wie Golem berichtet, arbeiten Forscher am MIT in den USA an einem System, welches Blinden die Vorab-Erkundung fremder Gegenden erlaubt.Es scheint sich um eine Art topographischer Karte zu handeln, die mittels haptischer Rückmeldung über den Blindenstock vermittelt, wo sich Hindernisse und Orientierungspunkte befinden. Klingt recht kompliziert und vor allem teuer.
Anderswo arbeitet man bereits seit längerem an blindengerechten Navigationssystemen. Im Prinzip sind Navigationssysteme schon blindengerecht, weil sie die Informationen wie Richtungsänderungen über Sprachausgabe ausgeben. Leider haben sie viele Schwächen:
- sie sind auf Autofahrer ausgelegt, nicht auf Fußgänger, die meisten Blinden sind eben zu Fuß unterwegs
- sie sind zu ungenau, je nach GP’S-Kontakt liegen sie manchmal bis zu 20 m daneben, ein Blinder benötigt aber eine metergenaue Angabe
- sie sprechen nur Richtungsangaben, keine Straßennamen, selten Entfernungsangaben, ein Blinder benötigt aber solche Angaben, da er Straßennamen nicht lesen kann
- Navis haben zwar Datenbanken über wichtige Orte, viele wichtige Angaben fehlen aber: Bushaltestellen, sichere Fußgängerüberwege, Straßenbahnhaltestellen…
Das Open-Streetmap-Projekt arbeitet an blindengerechten Karten, welche die Grundlage für blindengerechte Navigationssysteme bilden könnten. Wenn ich wenig mehr Zeit habe, werde ich mir das mal genauer angucken.
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