Nachdem ich in meinem letzten Beitrag versprochen hatte, mir das Open Street Map Projekt mal genauer anzugucken, hole ich das hier kurz nach. Es gibt tatsächlich ein ganzes Tutorial, das sehenden Street Mappern und angehenden blinden Mappern erklärt, wie sie ihre Wege aufzeichnen und in das Projekt einspeisen können. Dabei wird erklärt, welche neuralgischen Punkte für Sehgeschädigte besonders wichtig sind: Haltestellen, akkustische Ampeln, Ärzte, Eingänge etc. Hier sind aber vor allem Blinde und Sehbehinderte gefragt, denn man braucht ein Gespür dafür, welche Punkte für sie wichtig sind. Und das haben Sehende normalerweise nicht, woher auch?
Die akkustischen Ampen beispielsweise findet man an den sltsamsten Stellen. Hier am Bonner Hauptbahnhof gibt es mehrere, bei mir in Kessenich gibt es gleich zwei. Dafür gibt es an der stark befahrenen Reuterstraße gar keine. Die Adenauerallee ist auch eher sparsam ausgestattet. Noch sparsamer ist etwa München, wo das Bahnhofsviertel praktisch gar keine akkustischen Ampen hat. Dafür gibt es eine im Stadteil Riem, wo sich wahrscheinlich selten Blinde hin verirren.
Eine Kartierung des eigenen Stadtgebiets ist auch nett, um einmal zu erfahren, was es denn so alles in der Stadt gibt. Blinde wie ich haben oft Schwierigkeiten, ein Geschäft zu identifizieren. So kann es passieren, dass man sein Leben lang an einem Geschäft vorbei läuft, ohne zu wissen, was dort eigentlich verkauft wird.