Weniger Dogmatismus für die Umweltbewegung

Wegen des Klimagipfels in Kopenhagen überschlagen sich die Medien derzeit mit mehr oder weniger reißerischen Meldungen. Dabei offenbaren sich immer wieder zwei Dinge:

  • die Bildungslücken von Journalisten und Diskutanten
  • der Glaube einiger Umweltschützer, der Rest der Welt sei nicht gerade von Intelligenz gesegnet

Journalisten bevorzugen das praktische Beispiel. Dabei verwechseln sie gerne Wetter und Klima. Oder sie machen sich mit den Umweltschützern gemein und konzentrieren sich auf das falsche Ziel bzw. verlieren das Wesentliche aus dem Auge. In diesem Falle das Metan. Dazu sagt der Wissenschaftler Kirk Smith in einem Interview mit der Technology Review:

 

Natürlich ist CO2 mengenmäßig das wichtigste Treibhausgas. Es gibt gute Gründe, sich darauf zu konzentrieren. Einer ist allerdings nicht wissenschaftlicher Natur. Auf einer Veranstaltung, die Al Gore organisiert hatte, hielt ich einen Vortrag über den Effekt von Methan. Gores Reaktion war ziemlich heftig: Er stritt zwar die wissenschaftliche Bedeutung der kurzlebigeren Gase nicht ab, sagte aber, es wäre eine schlechte Idee, die Botschaft an Öffentlichkeit und Politik damit zu verwässern. Die Botschaft laute: Wir müssen etwas gegen das CO2 machen.

Gore, Hansen und andere fürchten, dass, wenn man über Methan redet, die Leute das so interpretieren, CO2 sei nicht so wichtig. Was natürlich überhaupt nicht der Fall ist.

Al Gore und Co. und nebenbei bemerkt viele Umweltschützer fürchten sich davor, komplexe Botschaften zu vermitteln, weil sie befürchten, die Medien und die Bürger würden diese nicht verstehen. Was sie dabei übersehen ist der Image-Schaden, der entsteht, wenn falsche Behauptungen von Umweltschützern widerlegt werden. Der Effekt ist, dass keiner mehr ihnen glaubt. Smith sagt weiter:

Hinzu kommt, dass viele in Medien, Politik und sogar der Wissenschaft sich noch nicht so lange mit dem Klimawandel beschäftigen und dessen Komplexität nicht verstehen. Die kurzlebigen Gase sind nun mal sehr komplex. CO2 hingegen ist vergleichsweise einfach zu verstehen, auch wenn das CO2-Problem nicht einfach zu lösen ist.

Was im übrigen auch auf viele Leute zutrifft, die fleißig über den Klimawandel streiten. Leider traut man den Leuten nicht genügend Vernunft zu, um ihnen die Argumente beider Parteien – die der Klimawandler und die der Klimaskeptiker – anzubieten und sie selbst entscheiden zu lassen, welche Ansicht überzeugender ist.

Einer der Reinfälle der Umwelttechnik scheint der Wasserstoffantrieb zu werden. Kernproblem ist hier, dass die Erzeugung und Speicherung der Energie nach wie vor ungelöst ist, so dass die Technik unattraktiv wird.