Paid Content – das Ende des Links

Sollte sich das Modell des Paid Content tatsächlich durchsetzen, dürften die Leserzahlen der entsprechenden Anbieter stark sinken. Dafür dürften die Leserzahlen von Kommentarmedien wie Perlentaucher und vielen Blogs steigen.
Ein großer Teil der Leser – niemand weiß, wie viele – werden über Social Bookmarking, über persönliche Leseempfehlungen über Twitter oder Mail oder über Links in Weblogs und ähnlichen Medien vermittelt.
Das System bricht aber in sich zusammen, denn Links werden unattraktiv, wenn der Schreiber nicht erwarten kann, dass sein Leser bereit ist, für den verlinkten Inhalt zu bezahlen bzw. in irgend einer Form Zugang dazu hat.
Das zweite Problem ist banaler, lohnt aber der Erwähnung: Da Paid Content die Leserzahl naturgemäß drastisch senkt, gibt es auch entsprechend weniger Leute, die Inhalte überhaupt empfehlen können. Sie müssen die Inhalte ja erst zur Kenntnis nehmen können, um über sie berichten zu können.
Davon können paradoxerweise jene profitieren, die ihre Inhalte – oder wesentliche Teile davon – kostenlos anbieten. Sie werden zahlungsunwillige Kunden oder Leute, denen die Zahlungsmodalitäten zu kompliziert sind, in Scharen anlocken und entsprechend stärker von Empfehlungen Dritter profitieren. Frei nach dem Matthäus-Prinzip: Wer Leser hat, dem werden noch mehr Leser gegeben.
Um ehrlich zu sein muss man aber zugeben, dass niemand genau sagen kann, ob die Gewinne durch höhere Werbeeinahmen die Verluste durch kostenlosen Content kompensieren. Aufmerksamkeit mag eine wertvolle Währung im Web sein, aber mit Aufmerksamkeit kann man keine Redakteure, Fotoagenturen oder Serverparks finanzieren.

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