Das Web als Arbeitsplatz für Sehbehinderte

Der Deutsche Verein für Blinde und Sehbehinderte in Studium und Beruf (DVBS) hat einen Beitrag von mir veröffentlicht. Darin geht es um die Berufschancen für Sehbehinderte als Webworker. Das wWeb basiert nach wie vor auf Text, auch wenn Suchmaschinen nach und nach auch lernen, Bilder und Animationen zu verstehen. Sehgeschädigte haben oftmals einen besseren Zugang zu Texten, weil sie nicht von Bildern und wildem Geflacker abgelenkt werden. So erkennen sie eher falsche Ausdrucksweisen, schiefe Metaphern und Stolpersteine in Formulierungen.

Dabei gibt es zwei Gruppen von Menschen, die mit Texten erreicht werden müssen, oftmals aber nicht berücksichtigt werden:

– Sehgeschädigte: Die Zahl der Sehgeschädigten nimmt mit der Altersverschiebung der Bevölkerung statistisch zu. Je älter man ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Sehschädigung. In etwa zehn Jahren dürfte die erste Generation der Bildschirmstarrer, der Computer- und Konsolen-Spieler ins Rentenalter kommen und spätestens dann werden wir wissen, wie sich das Starren auf Bildschirme auf die Sehqualität auswirkt.

– die funktionalen Analphabeten: Sie können zwar lesen, aber ihr Textverständnis ist durch mangelnde Übung eingeschränkt.

Das Thema Suchmaschinenoptimierung ist hier noch gar nicht berührt. Die Ausdifferenzierung von Berufsfeldern im Netz von Online-Redakteuren, Online-Marketing-Spezialisten, Online-Kampagnen-Planern für Parteien und NGOs für das Fundraising steht in Deutschland noch ganz am Anfang.