So mancher wundert sich: Facebook ist eine soziale Plattform mit 300 Millionen Mitgliedern weltweit. Wenn jeder von denen 4 Bilder hochgeladen hat, liegen schlappe 1,2 Mrd. Fotos auf Facebooks Servern, ungezählte Videos, Spiele, nicht zu vergessen Textbotschaften. Damit dürfte Facebook ganz nebenbei die größte Fotocommunity der Welt sein.
Niemand weiß genau, wie viel Serverleistung nötig ist, damit Facebook flüssig läuft und stets weitere Mitglieder aufnehmen kann. Und wie Facebook diesen ständigen Ausbau an Serverleistung und technischer Weiterentwicklung finanziert.
Facebook ist stets aufs Neue in Datenschutz-Probleme verwickelt. Das vorletzte Ereignis betraf die Änderung der Profile, auf einmal waren alle Profile öffentlich zugänglich und jeder Facebookianer, der das nicht wollte, musste dies selbst ändern. Ein Prinzip, welches unsinnig ist, denn die wenigsten mögen sich so intensiv mit ihren Profileinstellungen herumschlagen.
Der letzte Skandal war ein anonymes Interview mit einer angeblichen Mitarbeiterin von Facebook. Die Dame sagte, alle Daten von gelöschten Profilen würden auch nach der Löschung gespeichert, alle Bewegungen auf Facebook würden gespeichert.
Fake oder nicht, die Aussagen sind glaubwürdig. Jeder, der sich ein wenig näher mit dem Internet beschäftigt weiß, wie einfach es ist, Daten dauerhaft zu speichern. Warum sind die Aussagen so glaubwürdig?
1. Facebook hat ein gewaltiges Netz, die Informationen benötigen in einer guten Datenbank nicht besonders viel Platz
2. Webanalytics-Software, etwa eine Verbindung aus JavaScript und Cookies machen das Mitschneiden von Klickpfaden, Kenndaten des Computers und viele weitere Informationen zugänglich. Jeder Verwender von Google Analytics weiß das. GA zeichnet nebenbei auch Daten wie Betriebssystem, Daten über Browsererweiterungen, den Standort des Users und vieles mehr mit.
3. Facebook verdient nach wie vor kein Geld. Man benötigt dringend eine Einkommensquelle, wobei kundenspezifische Werbung vermutlich die Killerapplikation der Werbewirtschaft für das Web sein wird. Die klassische Anzeige hat im Netz ausgedient. Derzeit sind noch Google-Anzeigen, die – das kennt jeder – manchmal passen und manchmal nicht, der Renner. Mit kundenspezifischer Werbung ließe sich das meiste Geld machen, dazu muss man möglichst viel über den Nutzer wissen.
Facebooks Strategie ist es, einfach nur zu wachsen und weiter zu wachsen. Denn je mehr Menschen bei Facebook sind und ihre Kontakte, Nachrichten, Fotos und weiteres über Facebook verwalten, desto mehr Leute werden andererseits angezogen. Andererseits fällt es den eifrigen Nutzern um so schwerer, Facebook zu verlassen oder eine andere Plattform zu nutzen. Dadurch würden sie viele Kontakte einbüßen und würden ihre “Freunde” “verlieren”, weil es sich oft um Leute handelt, die sie nur über Facebook und nur in Facebook kennen und denen sie vermutlich nie persönlich begegnen werden.
Facebook will also schlicht alles über uns wissen, alle unsere Kontakte managen und will, dass Facebook die erste Seite ist, die wir morgens in unseren Browser holen. Bekanntermaßen gibt es im Web kein Telefonbuch oder zentrales E-Mail-Verzeichnis. Facebook wird also die zentrale Anlaufstelle, wenn man gezielt nach Personen suchen möchte. Facebook wird der Ersatz für die private Homepage, auf der selten mehr und oft weniger steht als in einem Facebook-Profil. Manche meinen, dass Facebook die private E-Mail ersetzen kann. Auf die E-Mail-Adresse kann heute kaum jemand verzichten, vielleicht wird das mit Facebook auch irgendwann der Fall sein.
Sicher ist, dass Facebook irgend wie Geld verdienen muss und das dies irgend wie mit den Benutzerprofilen passieren wird.
Kleines Update: Ich habs ja nicht so mit den Zahlen, aber der PR Blogger berichtet über Reichweite und Verweildauer von und auf Facebook. Ein Aspekt, über den der Artikel berichtet ist Facebook Connect, die Möglichkeit, sich über den Facebook-Account bei anderen Seiten zu beteiligen, ohne einen eigenen Account anzulegen. Sebastian Küppers ist genauer auf die Möglichkeiten personenbezogener Werbung via social targeting eingegangen.
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Hallo!
Toller Beitrag zum derzeit Nr. 1 Hype im Internet! Auch ich denke Facebook will den Weg gehen Benutzer langfristig zu binden und früher oder später damit zu verdienen. Geschieht ja jetzt bereits zum Beispiel mit Framville. Es gibt tatsächlich Leute, die geben dafür Geld aus – ACHTUNG Suchtpotenzial! Allerdings befürchte ich handelt es sich dabei um einen Hype, der wie so vieles im Internet wieder schnell vorbei sein kann! Kaum ist etwas besseres, größeres oder interessanters online, konzentrieren sich die “Freaks” darauf! Bleibt abzuwarten…
Grüße
Chris