Ein Recht auf integrative Beschulung

Der Verein “Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen” hat ein ihm beauftragtes Gutachten vorgestellt, wonach Deutschland dazu verpflichtet ist, behinderten Kindern eine integrative Beschulung zu ermöglichen:

Das Recht auf inklusive Beschulung fordert die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf
Zugang zum Regelschulsystem – inklusive angemessener Vorkehrungen (auch
“sonderpädagogische Förderung”, zieldifferenter Unterricht etc.) – der nur unter
Nachweis unzumutbarer Belastung (für den Schulträger bzw. Mitschüler/innen)
eingeschränkt werden kann. Entgegen häufiger Praxis ist der Regelschule ein
grundsätzlicher Vorrang einzuräumen.
Die staatliche Befugnis, das Kind gegen dessen bzw. gegen den Willen seiner
Sorgeberechtigten der Sonderschule zuzuweisen ist abzuschaffen. Es ist daran zu denken,
partizipatorische Verfahren zu entwickeln, ohne deren Einschaltung automatisch die
Zuweisung an eine Regelschule erfolgt. Die Entwicklung eines solchen Verfahrens ist
progressiv, d.h. schrittweise, zu verwirklichen.

Das Gutachten stammt von Professor Dr. Eibe Riedel, das Zitat stammt aus einer Zusammenfassung im PDF-Format
Die Basis ist die von Deutschland ratifizierte UN-Konvention zu den Rechten Behinderter.
Kleines Update: Die jüngsten Berichte über sexuelle Belästigung von Schutzbefohlenen werfen ein neues Licht auf geschlossene Einrichtungen. In diesem Beitrag berichtet ein Schüler über sexuelle Übergriffe in einer Blindeneinrichtung.

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