Warum der Staat auf Open Source setzen sollte

Die Argumente für Open-Source-Software werden selten schlüssig zusammengefasst. Die meisten Menschen argumentieren mit dem geringen Preis dieser Software. Natürlich ist Open Source nicht mit kostenlos zu verwechseln, Open Source bedeutet lediglich, dass der Quellcode der Software für jedermann einsehbar ist. Für den Privatanwender ist die Umstellung von Closed auf Open Source ein kleiner Kraftakt, schließlich muss man sich in ein neues System eingewöhnen und es kann eine gewisse Zeit dauern, bis man flüssig damit arbeiten kann. Für eine staatliche Behörde ist es ein Kraftakt, der viele Monate Vorlauf braucht und viel Geld kosten kann.
Warum es sich dennoch lohnen kann, zeigt dieser Artikel. Es geht vor allem um die Sicherheit der Software und die Zukunftsfähigkeit von Formaten. Der Kostenfaktor spielt eine geringere Rolle.
Bei quelloffener Software hat jeder mit entsprechenden Kenntnissen die Möglichkeit, die Software auf Sicherheitsprobleme zu überprüfen und auf seine eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Noch wichtiger erscheint die Nutzung offener Formate. Wer mit älteren Office-Versionen mit Microsoft gearbeitet hat wird schockiert feststellen, dass die neuen Versionen mit älteren Dokument-Formaten nicht vernünftig arbeiten können. Umgekehrt können ältere Office-Versionen nichts mit DOCX anfangen.
Behörden müssen höhere Anforderungen an die Austauschbarkeit und Kompatibilität sowie die Archivierung von Dokumenten stellen. Deshalb kann es nicht sinnvoll sein, ein Format zu verwenden, das nur von einem Unternehmen vollständig unterstützt wird und dessen Schnittstellen nicht offen gelegt sind. Entweder macht man sich auf Dauer von einem Unternehmen abhängig oder das Unternehmen geht pleite, in diesem Falle muss die Behörde möglicherweise ihre Dokumente aufwendig konvertieren oder verliert sie im schlimmsten Falle vollständig.
Ähnliche Probleme gibt es bereits im Bereich der Content Management Systeme. Viele Unternehmen haben frühzeitig auf Agentur-Lösungen gesetzt. Wenn die Agenturen dann pleite gehen, was durchaus passiert ist, dann muss jemand dieses System aufwendig weiterentiwckeln. Im schlimmsten Fall ist das System nachlässig dokumentiert, so dass es nur mit großem Aufwand weiter entwickelt werden kann.
Die Open-Source-Lösungen a la TYPO 3 oder Drupal sind hingegen wesentlich flexibler und werden auf absehbare Zeit weiterentwickelt. Eine Migration von einem zum anderen System ist sehr gut möglich.
Der finanzielle Aufwand – um auf das Ausgangsargument zurückzukommen – dürfte auf lange Sicht bei Open Source geringer sein als bei Closed Source. Die Kosten für die Überführung veralteter und nicht unterstützter Formate und die Migration von Systemen scheint eventuelle Einsparungen durch Closed Source vollständig aufzuheben.

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