Serendipity – finden, was man nicht gesucht hat

Serendipity ist der Name eines bekannten freien Blogsystems. Pity – das wissen wir noch aus der Mittelstufe – heißt Pech. Der etwas sperrige Begriff ist noch schlimmer, wenn man versucht, ihn ins Deutsche zu übersetzen. Das „Serendipitätsprinzip“ bezeichnet den Umstand, dass man etwas Interessantes findet, ohne gezielt danach gesucht zu haben.
Menschen, die wie ich selten kreativ arbeiten müssen, suchen manchmal stundenlang nach der besten Formulierung, einer genialen Idee oder der besten Lösung. Dabei konzentriert man sich so auf seine Aufgabe, dass Einem nun wirklich nichts Brauchbares einfällt.
Zumindest habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mit freiem Schweifen der Gedanken oft mehr erreicht. Die besten Ideen kommen oft, wenn man sich von der ursprünglichen Sache ein wenig wegbewegt und sich aktiv mit anderen Dingen beschäftigt.
Gelegentlich bin ich morgens aufgewacht und habe gedacht: „Das ist es!“. Auf der Fahrt in der Bahn kommt ein Gedanke wie ein Blitz und man sucht verzweifelt nach etwas zum Schreiben. Ich habe immer einen Block in meinem Rucksack, wo ich schnell mal etwas notieren kann. Kleiner Tipp nebenbei, das Gedächtnis scheint kurz nach dem Aufwachen nicht so recht zu funktionieren. Man weiß zum Beispiel ganz sicher, dass man etwas geträumt hat und sogar, dass man wusste, was man geträumt hat. Doch schon Minuten später hat man den eigentlichen Traum und auch Vieles, was kurz nach dem Aufwachen passiert ist vergessen. Deshalb sollte man etwas zum Schreiben neben dem Bett liegen haben, wo man sich kurze Notizen machen kann. Natürlich nur, wenn man das unbedingt wissen möchte.
Die Psychologie spricht von „frei schwebender Aufmerksamkeit“, beschrieben in einem Interview mit Peter Kruse ist oft wesentlich zielführender als das angestrengte Suchen. Vielleicht löst die Konzentration auf Dauer Stress aus, der die Aufmerksamkeit verschlechtert. Es ist recht schwierig, sich lange Zeit auf einen bestimmten Punkt zu konzentrieren.

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