Was nicht barrierefrei ist, wird barrierefrei gemacht

Die Web Accessibility Initiative (WAI) des W3C fordert dazu auf, öffentlichen Stellen und Unternehmen mitzuteilen, wenn ihre Websites nicht barrierefrei zugänglich sind und schlägt auch vor, wie man dort vorgehen sollte. Ich meine, man kann da ruhig einen Sport daraus machen.
Schließlich ist das Web nicht für die Gesunden da, das Web ist kein Design-Wettbewerb. Wenn eine Person Schwierigkeiten bei der Bedienung einer Website hat, dann ist sie sicher nicht die Einzige.
>h2>Sagt es Ihnen und sagt es Ihnen laut
Wenn der Ansprechpartner nicht reagiert, sollte man ruhig einen Schritt weiter gehen und das öffentlich bekannt geben. Ich warte zum Beispiel bis heute auf eine Antwort des Bundesamtes für Statistik, warum ihr Statistischer Jahresbericht im PDF-Format nicht barrierefrei oder in HTML zugänglich ist. Und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir doch noch antworten;-)

Macht es selber

Wir können den Alptraum jedes Webdesigners wahr machen und sein Design “zerstören”, indem wir es unseren Bedürfnissen anpassen. Ich habe ein kleines Skript geschrieben, wie man den Internet Explorer und den Firefox auf seine eigenen Schriftarten und Farben anpassen kann, hier im Doc-Format.
Für technisch versiertere Leute: die Erweiterung Greasemonkey für den Firefox erlaubt das Anreichern von Websites mit eigenem JavaScript-Code. Diese und viele andere Tipps zum Anreichern und zur Barrierefreiheit von Webinhalten gibt es in einem hervorragenden Vortrag von Chris Heilmann zur “Best of Accessibility”, dort als PDF und als Audio in mp3 (60 MB).

Rich Internet

Daran merkt man schnell, wie viele Dinge im Web selbstverständlich sein sollten. Unter Rich Internet versteht man heute das Angebot von Multimedia, Spielen und Ähnlichem im Web. Dabei besteht im Poor Internet noch viel Verbesserungsbedarf. Ich finde es immer amüsant, wenn Artikel in Online-Publikationen in Häppchen präsentiert werden und der User manchmal zehn Mal klicken darf, um zum Ende des Artikels zu gelangen. Web Analytics sollte zeigen, dass die meisten Leute nie das Ende des Artikels erreichen, weil sie keine Lust auf Klickorgien haben. Das Diktum, dass möglichst wenig Inhalt außerhalb des sichtbaren Screens sein sollte, ist veraltet. Heute gilt, kein überflüssiges Klicken, keine winzigen Schriften, keine flackernden Werbebanner. Rich Internet sollte bedeuten, dass sich die Seiten sich den Bedürfnissen des Benutzers anpassen lassen. So lange das nicht geht, müssen wir uns selbst helfen und schlechte im Sinne von barrierereiche Layouts zertrümmern.

2 Gedanken zu „Was nicht barrierefrei ist, wird barrierefrei gemacht“

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