Blinde in der Literatur – über Klischees, Mythen und populäre Irrtümer

Im Deutschland-Radio gibt es aktuell ein Feature über Blinde in der Literatur, hier als Text und hier als Audio.
Blinde sind als Haupt- und Nebenfiguren sehr beliebt, verkörpern aber zumeist die üblichen Klischees.
Ich wollte selber mal so etwas zusammenstellen, kenne mich aber in der Literatur nicht gut genug aus.

http://www.dradio.de/download/118880/

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/20/drk_20100420_1930_ba362a75.mp3

An dem Klischee-Blinden vorbei zu lavieren ist für einen Schriftsteller recht schwierig. Der gütige Weise, der durch das Fehlen des Augenlichts höhere Einsichten gefunden hat ist eben so realistisch oder unrealistisch wie der böse oder dumme Blinde, der mit dem Augenlicht auch die Fähigkeit zum moralischen Handeln oder seinen Verstand einbüßt.
Interessant ist die Figur Jorge von Bogos aus Umberto Ecos “Der Name der Rose”, der erblindete ehemalige Bibliothekar, der die ganze Abtei vernichtet und sein eigenes Leben dazu, um die Entdeckung eines Buches zu verhindern. Seine Blindheit ist mir nicht das Kernmotiv seiner Handlungen oder seine Haupteigenschaft.
Und so sollte es auch sein: Blinde als Schriftsteller oder Blinde als literarische Figuren sollten nicht auf ihre Eigenschaft als Blinde reduziert werden.
Die Sendung pflegt aber selber einen Mythos, den vom geduldigen Blinden.

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