Access News vom 8. Juli 2010 – blind Auto fahren

Amerikanische Forscher haben Hilfssysteme vorgestellt, mit denen Blinde ein Fahrzeug selbst steuern können. Die Betonung liegt dabei auf steuern, es ist also kein autonomes Fahrzeug:

Ein Team von Wissenschaftlern um Dennis Hong, der das Robotics and Mechanisms Laboratory des Virginia Tech leitet, will es mit technischen Hilfsmitteln
ausrüsten, die sie nichtvisuelle Schnittstellen nennen. Sie sollen es Blinden und Sehbehinderten ermöglichen, das Auto zu steuern. Hinzu kommt eine vibrierenden Weste, die die Geschwindigkeit anzeigt. Das Lenkrad liefert akustische Hinweise darauf, wie weit der Fahrer eingeschlagen hat.

Das klingt zur Abwechslung mal wirklich spannend. Ich hatte selbst schon mal überlegt, wie ein akkustisches Orientierungssystem für blinde Fußgänger aussehen könnte. Autos erfordern wegen der hohen Geschwindigkeit und der Vielfalt an Informationen ganz neue Herangehensweisen. Auch wenn das Golem-Forum stellt die Bibliothek IAccessible2 unter eine BsD-Lizenz, sie soll die Barrierefreiheit von Windows-Anwendungen verbessern.

Jaws 11 ist da

Jaws 11 ist erschienen. Bahnbrechende neue Features sind nicht anzutreffen, ein paar Verbesserungen hier und da, ein wenig mehr Unterstü
tzung für ARIAA, das wars.

BIENE-Countdown

Noch bis zum 15. Juli können sich barrierefreie Websites um eine BIENE bewerben. In diesem Jahr suchen die Veranstalter nach gut gelungenen Websites mit komplexen Transaktionen.

Blinde und Werbeblocker

Bei t3n erschien ein Artikel über die negativen Auswirkungen von Werbeblockern.

Es ist weniger der Nervfaktor, der die Werbung untragbar macht. Tatsächlich ist Werbung der falsche Name für die Technik, die da zum Einsatz kommt. Sieht man von Sicherheitsaspekten ab, sind JavaScript und mehr noch Flash die häufigsten Ursachen von Browserabstürzen. Ob nun die Werbebanner schlecht programmiert wurden oder der Browser Schrottt ist, das kommt auf das selbe heraus: Mit Flash-Blocker und NoScript verringern vor allem Blinde das Risiko eines Browserabsturzes. Für uns kommt der Screenreader als zusätzlicher Störfaktor dazu. Dessen Zusammenspiel mit anderen Programmen wie eben dem Browser oder dem Acrobat Reader ist die häufigste Ursache für Programmabstürze bei Computern mit Hilfssoftware. Da die meisten Firmen ohnehin auf Blinde Kunden verzichten zu können glauben, ist es um das deaktivierte Flash ohnehin nicht schade. Schlimmer sieht es bei JavaScript aus, das kann ja durchaus zur Barrierefreiheit beitragen, außerdem funktionieren einige Seiten mit deaktiviertem JavaScript gar nicht.

Dennoch halte ich NoScript und ähnliche Blocker für unumgänglich, denn einige Seiten meinen es zu gut mit externen scripts. Der Blinde muss aber warten, bis Facebook, Google Analytics und Exotischeres nachgeladen wurde, was mitunter recht viel Zeit kosten kann. Jaws zumindest liest die Seite erst vor, wenn sie komplett geladen wurde.
Es gibt für uns keinen Grund, diese Zumutung hinzunehmen, kaum ein Sehender würde 20 Sekunden auf eine Website warten, warum sollten wir das tun?

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