Behinderung und Technik – Sprachsynthese und Assistenz-Roboter

DRadio Wissen hat einen hörenswerten Audiobeitrag zur Sprachsynthese gemacht. Sprachsynthese spielt nicht nur für automatische Durchsagen oder Navis, sondern vor allem für blinde Menschen eine wichtige Rolle. Auch Menschen, die ihre eigene Stimme nicht mehr einsetzen können, würden von einem besseren System zur Sprachsynthese profitieren. Ich würde allerdings sagen, dass eine korrekte Aussprache und Betonung wichtiger ist als eine möglichst natürlich klingende Stimme. Die heute gängigen Sprachausgaben sind recht gut, was das angeht und man gewöhnt sich auch recht schnell an deren Künstlichkeit.

Bei Technlogoy Review gibt es eine Reportage zu Assistenz-Robotern. Die Forschung in diesem Bereich wird vor allem von den Japanern betrieben, weil sie die volle Wucht des demographischen Wandels erwarten. Die Technik kann aber auch Menschen mit starken motorischen Einschränkungen helfen, wie man sieht.

Forscher von Microsoft arbeiten daran, Gesichter mit natürlicher Mimik am Computer zu realisieren. Die Technik könnte auch interessant sein, um Avatare für die automatische Übersetzung von Texten in Gebärdensprache zu realisieren.

Bei Einfach für alle ging es in den letzten Wochen um den barrierefreien Einsatz von Grafiken.

Off Topic

„Stirbt die Gebärdensprache aus?“ fragt der deutsche Ableger von Gizmodo. Leider muss man sich für den Artikel von der New York Times einloggen, den verlinke ich deshalb nicht. Hintergrund ist die Sparwut des Staates und das Cochlea-Implantat, was vielen Gehörlosen helfen soll – und vielen anderen nicht. Die Gebärdensprache ist umstrittener als man denken sollte: einige Gehörlosenlehrer beherrschen die Gebärdensprache selber nicht oder weigern sich, sie im Unterricht einzusetzen. Ich hatte mir auch schon mal Gedanken über die Zukunft der Blindenschrift gemacht. Das ist natürlich nicht zu vergleichen, die Gebärdensprache ist eines der wichtigsten Kommunikationsmittel überhaupt für Gehörlose, während Blinde ganz gut durchs Leben kommen können, ohne die Blindenschrift zu beherrschen.

Um den Studiengang Gebärdensprache bzw. Gebärdendolmetscher ging es letzte Woche bei DRadio Wissen. Gut radiogerecht umgesetzt, wenn man bedenkt, dass die Gebärdensprache ein rein visuelles Kommunikationsmittel ist.

Zum Abschluß: ein hoffentlich nicht ganz ernst gemeinter Knigge für den Umgang mit Behinderten.