SightCity 2014 – in Hessen nichts Neues

Eigentlich wollte ich schon immer mal hin fahren, auf die Modeschau für Blinden-Hilfsmittel – Deutschlands größte Messe für Blinde und Sehbehinderten-Hilfen – die SightCity.

Leider hat die Messe erstaunlich wenig zu bieten. Das Rahmenprogramm, bestehend aus Fachvorträgen hätte ebenso 2010 statt finden können, nur wären Smartphones, Tablets und Apps was Neues und Interessantes gewesen. Heute ist das nur kalter Kaffee, der von gelangweilten Zeitungsredakteuren im Sommerloch aufgewärmt wird.

Auch die Ausstellung selbst hat wenig Innovatives zu bieten. Es gibt keine günstigen Braillezeilen, keine Screenreader für Jedermann und die anderen Technologien sind zwar ausgereift, aber das sind sie schon lange. Ich bin schon auf einigen Messen gewesen und das ist durchaus nicht die Norm.

Spannend waren zwei Dinge, mit denen ich mich bisher nicht befasst habe. Wir haben ein relativ kleines und handliches Gerät gesehen, mit dem sich Reliefs auf Papier drucken lassen. Es funktioniert vermute ich so ähnlich wie ein 3-D-Drucker, nur dass der Kunststoff auf das für diese Zwecke übliche Papier aufgebracht und nicht zu Objekten geformt wird. Leider habe ich versäumt, nach der Bezeichnung des Gerätes zu fragen.

Eine andere Sache sind taktile Pläne von Lokationen, zum Beispiel von Städten. Die Düsseldorfer Kö – wo sich sicherlich zahlreiche reiche Blinde rumtreiben – hat zum Beispiel so einen taktilen Plan. Auf solchen Karten werden tatsächlich haptische Symbole verwendet, die als Legende erklärt werden. Ich muss sagen, dass ich mir die Symbole nicht merken konnte und auf der Karte nicht erkannt hätte, hoffentlich nur eine Frage der Übung. Oder meine haptischen Fähigkeiten sind nicht so ausgeprägt, wie ich dachte.

Mein Fazit ist allerdings, dass ich nächstes Jahr nicht mehr hinfahren werde, falls sie nicht mal ein attraktiveres Programm auf die Beine stellen. So bleibt es eine Verkaufsshow mit angeschlossenem Blinden-Gesprächskreis.