Game Over mit verbundenen Augen

Wie schon berichtet habe ich als Experte für digitale Barrierefreiheit am Montag an einer Veranstaltung zu Audio-Games in Hannover teilgenommen. Mit 40 bis 50 Besuchern war das Interesse doch recht groß.

Die Besucher hatten die Gelegenheit, mehrere Spiele auszuprobieren. Ein wirklich fieses Spiel ist Game Over, es ist so gestaltet, dass man nicht gewinnen kann. Barrieren gehören hier zum Konzept. Vielleicht sollten wir mal was Analoges fürs Internet basteln, obwohl, da gibt es ja schon genug real existierende und ernst gemeinte Anschauungsobjekte.

Naturgemäß zieht man mit so einer Veranstaltung nicht unbedingt die Hardcore-Gamer an, obwohl auch sie die Idee eines guten Audiodesigns schätzen dürften. Andererseits sind die Nicht- und Wenig-Spieler auch offener für andere Spielideen, da sie nicht durch Hochglanz-Optik und Highend-Grafik verdorben sind.

Mich würde nebenbei mal interessieren, wie groß die Zahl blinder Gamer ist, die regelmäßig spielt. Einen gewissen Markt scheint es doch zu geben, die Spiele fürs iPhone sind zwar nicht teuer, aber auch nicht kostenlos. Persönlich kenne ich nur wenige regelmäßige Spieler.

Wohl bei allen Besuchern hat es ein Aha-Erlebnis gegeben. Auch wenn die Spiele selbst nicht immer überzeugen, grenzt es für viele Besucher an ein Wunder, dass es überhaupt möglich ist, ein Spiel nur mit Sound umzusetzen. Ich bin mir sicher, dass einige die Spiele auch zuhause ausprobieren werden. Es geht dabei nicht um die pädagogisch aufgeladene Frage “Was lernen wir daraus?”, sondern einfach ums spielen und ums Spaßhaben. Ich fühle mich auch in der Annahme bestätigt, das Ausprobieren immer nachhaltiger wirkt als wohlgemeinte Vorträge.

Übrigens ist der Pavillion eine schöne und soweit ich das beurteilen kann auch barrierefreie Location, also falls ihr mal eine Veranstaltung in Hannover plant, ist er einen Blick wert.

Ein Gedanke zu „Game Over mit verbundenen Augen“

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