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Der beste Browser für Blinde

Es ist gar nicht so lange her, dass Blinde im Grunde nur einen Browser auf dem Desktop benutzen konnte. Die Frage hieß Jaws/Internet Explorer oder NVDA/Firefox. Heute hat sich die Situation stark verändert. Da ich mich mit Jaws seit der Version 11 nicht mehr auskenne, beziehen sich alle folgenden Aussagen nur auf NVDA.

Die neue Browser-Vielfalt

NVDA kann schon seit längerem mit anderen Browsern zusammenarbeiten: Edge funktioniert prinzipiell, ist aber nicht wirklich komfortabel. Gleiches gilt für den Internet Explorer.
Nach der Veröffentlichung von Firefox Quantum haben sich viele Blinde nach Alternativen umgesehen. Quantum macht im Zusammenspiel mit NVDA nach wie vor Probleme und eine Lösung zeichnet sich nicht ab. Gerade komplexe, aber auch einfache Seiten machen mit Firefox Quantum keinen Spaß mehr.
Dabei machen sowohl Google Chrome als auch Opera eine recht gute Figur. Beide funktionieren zumindest was das Surfen angeht recht gut. Die Interaktion mit komplexen Inhalten wie Formularen habe ich bisher nicht intensiv getestet.
Ich bin aber deshalb neugierig geworden und habe alternative Browser auf iPhone und Android ausprobiert. Und was soll ich sagen? Auf dem iPhone funktionieren Firefox, Chrome und Opera Mini sehr gut und sind teils schneller als Safari. Nicht falsch verstehen, alle Browser haben ihre Macken, etwa unbeschriftete Buttons und nervige Meldunge. Doch im großen und Ganzen funktionieren sie gut. Safari ist gerade bei komplexen Websites für meinen Geschmack zu langsam.
Auf Android habe ich nicht so intensiv getestet, aber auch hier funktionieren Firefox und Opera prinzipiell mit TalkBack.

Fazit: Mehrere Browser

Es ist natürlich eine gute Nachricht für uns, nicht für Entwickler. Niemand könnte heute eine Website mit allen denkbaren Kombinationen aus Betriebssystem, Screenreader und Browser mit ihren unterschiedlichen Versionen testen. Aber dafür gibts ja die Webstandards.
Für uns ist es gut, dass wir jetzt die Wahlfreiheit haben. Der Trend geht meines Erachtens dahin, dass wir uns jeweils den besten – sprich schnellsten oder am besten bedienbaren – Browser für die jeweilige Anwendung suchen. Umfangreiche Websites mit Opera, Formulare ausfüllen mit Firefox und so weiter. Ich kann die Blinden nur ermutigen, auch andere Browser intensiv zu testen.

Lange Texte barrierefrei anbieten

Zu einem der wichtigsten Komponenten der Text-Verständlichkeit gehört die Textlänge. Sehbehinderte, Lese-Anfänger und Lese-Unerfahrene sowie Menschen mit Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen mögen keine langen Text-Wüsten.
Kurze Texte gehören im Internet- und vor allem im Smartphone-Zeitalter ohnehin zum guten Ton. Dabei ist Kürze kein Wert an sich. Es geht vielmehr darum, sich auf die jeweils relevanten Informationen zu beschränken und alles Unwichtige wegzulassen.
Nun ist es aber nicht immer machbar, einen Text zu kürzen. Wir wollen uns in diesem Beitrag ansehen, welche Alternativen es zum langen Text auf einer Webseite gibt.

Mehrere Unterseiten

Die einfachste Lösung ist, einen Text auf mehrere Unterseiten zu verteilen.
Aus Lesersicht ist das die schlechteste Lösung. Scrollen ist den meisten Menschen lieber als klicken. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aussteigt ist an der Stelle, wo er weiter klicken sollte am höchsten.
Sucht man nach einer bestimmten Information, muss man sich durch im schlimmsten Fall mehr als drei Seiten durchblättern. Das macht heute noch kaum jemand.
Blinde müssen sich bei jedem Seitenaufruf neu orientieren. Bei schlecht strukturierten Webseiten ist das schwierig.

Verlinktes Inhaltsverzeichnis

Selten benötigt man alle Informationen, die in einem langen Text enthalten sind. Die Wikipedia hat dieses Problem gelöst, indem sie dem Text ein verlinktes Inhaltsverzeichnis voranstellt. Man kann zwischen Textstelle und Inhaltsverzeichnis mittels seiteninterner Links hin und herspringen.

Das Akkordeon

Eine Variante des verlinkten Inhaltsverzeichnisses, die man immer häufiger sieht ist das Akkordeon. Dabei bekommt man alle Überschriften des Textes angezeigt. Bei einem Klick auf eine Überschrift klappt der darunterliegende Text-Abschnitt aus.
Diese Variante ist für Blinde generell nutzbar. Wichtig ist, dass die ausklappbaren Elemente für den Screenreader als anklickbar erkennbar sind. Ansonsten wundert sich der Blinde, warum er lauter Überschriften, aber keine zugehörigen Infos findet. Und natürlich sollte der jeweils ausgeklappte Text-Abschnitt für den Blinden lesbar sein. Auch für alle anderen Nutzer sollte sichtbar sein, dass etwas anklickbar ist.
Ein Streitpunkt ist, ob ein Ausschnitt ausgeklappt bleiben sollte, wenn man einen anderen Abschnitt anklickt. Ich halte das generell für sinnvoll, weil es sein kann, dass man sich mehrere Abschnitte parallel ansehen oder Informationen abgleichen möchte.

Welche Variante ist wann sinnvoll?

Das Verteilen vieler kurzer Texte auf mehrere Unterseiten ist heute nicht mehr zeitgemäß. Niemand hat ein Interesse daran, sorgfältig verstreute Informationen zusammen zu puzzeln.
Das verlinkte Inhaltsverzeichnis bietet sich an, wenn Texte gerne überflogen werden. Außerdem ist es sinnvoll, wenn sich jemand wahrscheinlich mehrere Teile des Textes anschauen wird. Auch bei stark verschachtelten Texten wie etwa bei langen Wikipedia-Artikeln erscheint das Inhaltsverzeichnis sinnvoll. Das Akkordeon ist meines Erachtens nur dann sinnvoll, wenn die einzelnen Text-Abschnitte nicht zu umfangreich sind.
Das Akkordeon-Prinzip bietet sich an, wenn ein Text nicht nach einer bestimmten Informationshierarchie aufgebaut ist. Das heißt, man muss nicht einen bestimmten Abschnitt gelesen haben, um einen bestimmten späteren Abschnitt zu verstehe. Sind bestimmte Informationen in jedem Fall notwendig, sollten sie vorangestellt und immer ohne Klick sichtbar sein.
Gerade für die ellenlangen FAQs bietet sich das Akkordeon an. Es kommt selten vor, dass man sich alle Fragen und Antworten durchlesen muss oder möchte.
Ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Leser den gesamten Text lesen wird, etwa bei Unterhaltungstexten, sollte er vollständig auf einer Seite sein. Ein verlinktes Inhaltsverzeichnis stört im Grunde niemanden, ist aber tatsächlich erst notwendig, wenn der Text überlang ist. Wenn also die Wahrscheinlichkeit, dass der Text in einem Rutsch durchgelesen wird eher gering ist. Außerdem ist ein verlinktes Inhaltsverzeichnis vor allem sinnvoll, wenn die Text-Überschriften, aus denen es generiert wird selbst erklärend sind. In Unterhaltungstexten werden eher Teaser-Überschriften eingesetzt, die nicht selbst-erklärend sind.

Lohnt sich ein Besuch auf der SightCity?

Soeben bin ich von der SightCity 2018 zurückgekehrt. Ich war jetzt zum dritten Mal in sechs Jahren da. Für mich ist es hauptsächlich eine Möglichkeit der Kontaktpflege. Dennoch möchte ich hier ein kurzes Fazit ziehen.

Wenige Innovationen

Während es in anderen Branchen zyklisch neue Entwicklungen gibt, tut sich in der Hilfsmittelbranche relativ wenig. Weder beim Preis noch bei der Technik gibt es viel Neues zu entdecken. Hier ein paar Sachen, die ich entdeckt habe.
Eine wirklich coole Sache ist der Orbit Reader, dessen erste Charge jetzt in den USA verkauft wurde. Ich habe ihn kurz in der Hand gehabt, er ist leicht, die Braille-Darstellung fühlt sich gut an und die Brailletastatur ist gut nutzbar. Ich hoffe, dass er bald in Deutschland verfügbar sein wird.
Der Hersteller American Printing House entwickelt parallel ein mobiles Display, welches auch Vektorgrafiken darstellen können soll. Leider wird es vermutlich mindestens 5000 US-Dollar kosten, also für Privatpersonen unerschwinglich. Andererseits wird es immer noch deutlich günstiger sein als alles, was wir derzeit Vergleichbares haben. Schließlich kosten konventionelle Braillezeilen mit 80 darstellbaren Zeichen nach wie vor rund 10.000 €.
Ein ähnliches Konzept verfolgt das Gerät tactonom. Das Gerät kann, wenn ich es recht verstanden habe, auch Rastergrafiken darstellen. In jedem Fall kann es auch Grafiken oder Tabellen aus Excel darstellen. Leider ist es nicht mobil wie das Gerät von APH. Derzeit ist das Gerät nur ein Prototyp.
Gerne hätte ich mir auch das Canute angesehen. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein großflächiges Braille-Display, das relativ günstig sein soll. Der Anbieter war nicht als Außsteller präsent, sondern ist über die Messe gewandert. Leider habe ich ihn nicht erwischt. Aber zumindest im Bereich Braille scheint sich nach rund 20 Jahren Stillstand etwas zu tun.

Wenig innovative Messe

Aber nicht nur die Aussteller, auch die Messe selbst ist wenig innovativ. Der Ausstellungsplatz ist eindeutig zu klein und für Blinde ungeeignet, die allein unterwegs sind. Man kommt sich ständig in die Quere, weil die Durchgänge zu schmal sind. Es gab auch einige Rollstuhlfahrer, die kaum durch die Massen durchkommen konnten.
Überhaupt wird recht wenig für Blinde getan. Wie treffe ich denn andere Blinde, die ich kenne, wenn ich nicht weiß, dass sie da sind? Erkennen kann ich sie nur per Zufall. Warum schafft die SightCity nicht eine Möglichkeit, sich digital zu vernetzen?
Ich musste zwei Mal hingucken, um zu sehen, dass das Vortragsprogramm tatsächlich aktuell war. Es hätte Copy-Paste aus 2017 sein können. Da hat der übliche Verdächtige mindestens zum 4. Mal gezeigt, die Blinde iPhones nutzen. Das ist bestimmt super-spannend für die Blinden, VoiceOver gibts ja erst seit neun Jahren. Der Rest kam mir auch fatal bekannt vor. Im Grunde will man nichts Neues, scheint mir. Ich habe mehrfach Vorschläge für Vorträge eingereicht, und man fannd sie keiner Antwort würdig. Das nennt man wohl Öffentlichkeitsarbeit.
Überhaupt scheint es keine Öffentlichkeitsarbeit zu geben. Social Media? Fehlanzeige. Ein Twitter-Account oder einen offiziellen Hash-Tag sucht man vergeblich. Die Aussteller denken sich einfach selber einen aus. Dadurch gehen die schönen Möglichkeiten der Vernetzung verloren, die das Internet bieten würde.

Innovationen finden woanders statt

Im Grunde hat sich ein großes Paralleluniversum entwickelt. Google, Microsoft und natürlich Apple sind die größten Anbieter von Computer-Hilfsmitteln, kommen aber auf der SightCity nicht vor. Die Hersteller von Apps wie Blindsquare, SeeingAI und so weiter kommen auf der SightCity nicht vor. Dabei werden Tablets und Smartphones heute von vielen Menschen stärker genutzt als Personalcomputer.
Daneben hat sich die Maker-Szene mit 3D-Druck und ähnlichen Techniken etabliert. Auch hier passiert unheimlich viel, etwa in den Blindenschulen aber auch außerhalb. Auch das kommt auf der SightCity nicht vor.
NVDA, sicherlich der bedeutenste PC-Screenreader neben Jaws in Deutschland, ihr habts erraten, kommt auf der SightCity nicht vor. Könnte es sein, dass die Organisatoren im Tiefschlaf liegen?

SightCity lohnt sich nicht

Als Fazit muss ich sagen, dass sich die SightCity nicht wirklich lohnt. Zumindest nicht jedes Jahr. Die Messe muss wesentlich moderner, blindengerechter und auch mutiger werden, was das Rahmenprogramm angeht.

Fahrradfahrer und Blinde – eine fast unendliche Liebesgeschichte

Angeblich soll es ja einen epischen Kampf zwischen Blinden und Fahrradfahrern geben, so ähnlich wie zwischen Highlander und dem anderen Highlander. In Wirklichkeit sind Blinde und Fahrradfahrer die besten Buddies. Deswegen möchte ich hier mit einigen Mythen bei den Fahrradfahrern aufräumen, bevor wir anfangen, uns gegenseitig die Köpfe abzuschlagen.

Der Bürgersteig gehört den Fahrradfahrern

Fahrradfahrer wundern sich oft, warum so viele Leute auf ihrem Fahrradweg, volksmündlich als Bürgersteig bezeichnet, herumlaufen. Als tolerante Menschen klingeln sie einfach so lange, bis diese Unbefugten vor Schreck umfallen. Weil Blinde bekanntermaßen nicht sehen, klingelt man einfach besonders laut und oft, damit sie das noch besser hören.
Da der Bürgersteig den Fahrradfahrern gehört, ist es nur natürlich, dass sie ihr Fahrrad dort abstellen. Es sollte so stehen, dass niemand, der breiter ist als 10 Zentimeter daran vorbeikommt, ohne auf die Straße zu gehen. Damit wird das Fahrrad besser belüftet. Wen stört es, wenn Rollstuhlfahrer nicht vorbei können, Blinde am Lenker hängenbleiben, über das Vorderrad stolpern oder Kinderwagen auf die Straße ausweichen müssen. Das trainiert doch die Gelenke.

Eine Haaresbreite Abstand reicht

Blinde lieben es, wenn Fahrradfahrer auf lautlosen Rädern einen Zentimeter an ihrer Schulter vorbei rasen. Aber warum gehen diese doofen Blinden nicht straight gerade aus, sondern weichen ab und zu nach links oder rechts ab? Haben die keine Augen im Hinterkopf oder zumindest Blinker am Allerwertesten, damit man sieht, welche Richtung sie als Nächstes einschlagen wollen?
Genauso super finden es Blinde, wenn man eine Handbreit an der Spitze ihres Blindenstocks vorbeifährt. Auch Blinden-Führhunde wissen das zu schätzen. Der Schreck bringt Herrchen und Hündchen den heiß begehrten Adrenalinstoß. Wer braucht da noch Kaffee?
Niemand kann von Fahrradfahrern erwarten, dass sie langsamer fahren, ausweichen, stehen bleiben oder gar kommunizieren.

  1. Sind Fahrradfahrer stumm und wir wissen ja, wie schwierig es ist, Gebärdendolmetscher zu bekommen, vor allem welche, die auf dem Gepäckträger Platz nehmen wollen.
  2. Haben es Fahrradfahrer immer eilig. Nicht auszudenken, was passiert, wenn man die ersten 60 Sekunden von den Simpsons verpasst.

Fazit: Blinde lieben Fahrradfahrer

Ja, ich bekenne es öffentlich: wir lieben Fahrradfahrer. Sie sorgen für den Adrenalinkick am Morgen, halten unsere Reflexe frisch und sorgen dafür, das unser Gehör nicht verkümmert.
War dieser Beitrag eigentlich ironisch gemeint? Vielleicht.

Endlich – CAPTCHAs werden zum sinnvollen Spam-Test

Wer kennt das nicht, tanzende Buchstaben vor buntem Hintergrund erhöhen seit Jahren den Knobelspaß im Internet. Ganze Familienabende sollen schon mit dem Lösen der bunten Bildchen verbracht worden sein. Wer braucht da noch memory oder Wetten dass…? Und auch wenn man nicht zur erhofften E-Mail-Adrese, zum Kauf des Tickets oder zum Gewinn des iPhone niX kam, die sinnfreien Zeichencodes aus Bild oder Ton waren doch immer unterhaltsam. Vor allem Blinde und Schwerhörige haben sich ordentlich amüsiert, indem sie entnervt ihren PC kurz und klein schlugen.
Doch nun ist Schluss mit Lustig, wie Blind-Text aus verlässlicher Quelle erfuhr. Auch den Captcha-Anbietern ist nämlich nach Milliarden Dollar teuren Studien und Billionen falscher Eingaben durch Menschen aufgegangen, dass automatische Bots besser in der Lage sind, Captchas zu lösen als Menschen. Die fixen Jungs aus Silicon Valley haben sich deshalb überlegt, den Anti-Spam-Mechanismus einfach umzukehren. Künftig heißt es: Wenn Du das lesen respektive verstehen kannst, bist Du ein Bot. Dann gibts keine kostenlose E-Mail-Adresse, keine Nackedei-Bildchen und kein iPhone niX. Nur, wer den Code falsch eingibt – also richtig – ähm, also ihr wisst schon, bekommt den heißen Preis.
Blind-Text sagt: Bravo Jungs! Es kann nur noch einige Jahrzehnte dauern, bis man im Valley kapiert, was Farbkontraste, benannte Schaltflächen und Labels für Formulare bedeuten. Aber wie wir sehen, zahlt sich Geduld aus.

Mein Rückblick auf das #bcbn18

Wie immer war es mir ein Vergnügen, auf dem Barcamp Bonn dabei gewesen zu sein. Die Stimmung ist immer sehr gut und allmählich ist es wie ein zu groß geratenes Klassentreffen. Die Lokation der Hochschule Bonn Rhein Sieg ist gut gewählt.
Wie immer gibt es auch einen Rückblick auf die einzelnen Sessions, die ich besucht habe. Ich verlinke die Twitter-Accounts der Speaker, soweit vorhanden und für mich auffindbar. Falls jemand falsch verknüpft wurde, gern Bescheid sagen. Im Sessionplan stehen in der Regel leider gar keine oder nur die Vornamen.
Die erste Session drehte sich um das Thema eLearning. Die Dikskussion drehte sich hauptsächlich um den Sinn und Unsinn von Lernvideos. Außerdem wurde deutlich, dass große Learning Management Systeme wie Moodle für die meisten Zwecke zu komplex sind. Viele Aufgaben ließen sich auch mit Learnpress für WordPress erledigen.
Die zweite Session von Johannes drehte sich um unterschiedliche Fragen der digitalen Bildung. Es lief auf die Kernfrage hinaus, wie man MINT-Themen für Mädchen und junge Frauen attraktiver machen kann. Als Fazit würde ich mitnehmen, dass die Szene sich in Bonn stärker vernetzen möchte. Es gibt viele einzelne Leuchtturmprojekte, die den jeweils anderen Aktiven nicht bekannt sind und deshalb wenig genutzt werden. Johannes hat vor, die Szene etwa mit einem Stammtisch besser zu vernetzen.
Die dritte Session drehte sich um Home-Schooling. Ich bin nicht von der Sinnhaftigkeit überzeugt und war es auch nach der Session nicht. Die Schule hat tausend Probleme, die lassen sich aber nicht lösen, indem man seine Kinder zuhause behält.
Session Nr. 4 von @scribophil handelte über die Frage, wie man Arbeitnehmer finden kann. Der Mangel an Fachkräften ist ein allgemeines Problem. Die Unternehmen des Mittelstandes sind aber zu konservativ in ihrer Art, nach geeigneten Bewerbern zu suchen.
Die fünfte Session von @domingos2 drehte sich um das Thema Inklusion und Bildung. Wie immer schlecht vorbereitet überließ der Moderator den Anderen das Reden. Es kamen im Wesentlichen zwei Fragen auf: Wie kann man behinderte Menschen im Ehrenamt einbinden. Das ist ein schwieriges Thema, da es fürs Ehrenamt oftmals keine finanziellen Hilfen oder Assistenzen gibt. Wir einigten uns darauf, dass behinderte Menschen am besten wissen, welche Hilfen sie benötigen und was sie leisten können. Eine generelle Lösung gibt es nicht. Vielmehr ist Improvisation gefragt und möglich.
Die zweite Frage drehte sich um das Schulsystem. Ein Vater berichtete, dass seine Söhne in einer Klasse mit zwei verhaltensauffälligen Kindern beschult wurden. Dabei habe es zweifellos viele Probleme gegeben. Doch habe es im Großen und Ganzen gut funktioniert. Ein Teilnnehmer verwies darauf, dass die starke Leistungsorientierung in der Schule zu einer der Kernprobleme nicht nur für behinderte Schüler gehört. Und schon waren 45 Minuten vorbei.

Smartphones in der Schule – wie sie den Unterricht für Blinde und Sehbehinderte erleichtern

Smartphones und Tablets im Unterricht sind ein kritisches Thema. Doch gerade für den inklusiven Unterricht für Blinde und Sehbehinderte bieten sie viele Vorteile.

Texte schnell erfassen

Probleme gibt es, wenn der Lehrer spontan einen Text verteilen möchte. Er kann dem Kind den Text vorher zuschicken, im Netzwerk bereit stellen oder das Kind digitalisiert ihn einfach mit der Kamera des Smartphone selber. Die Qualität der Texterkennung ist mit den aktuellen Geräten und einer App wie SeeingAI von Microsoft mittlerweile recht gut. Eine Einscannhilfe zur Positionierung der Kamera ist sinnvoll und immer noch wesentlich flexibler als ein Flachbettscanner.

Texte und Bücher immer dabei

Ab und zu sehe ich Kinder und fühle ich an meine Schulzeit erinnert. Ich sehe vor allem viel zu große, volle und wahrcheinlich auch schwere Schultaschen mit weiß Gott wie vielen Schulbüchern. Das Faible Sehender für bedrucktes Papier konnte ich noch nie nachvollziehen, aber muss das heutzutage noch sein?
Digital ist vieles einfacher. Ganze Bibiliotheken finden bequem auf einem Smartphone Platz. Ein Tablet macht es wesentlich einfacher, Texte zu vergrößern, sie strukturiert durchzugehen, sich Lesezeichen und Notizen zu machen und so weiter. Im Übrigen ist die Bildschirmqualität der aktuelleren iPads wesentlich besser als die Bildschirme der meisten Computer und Notebooks. Die Schlepperei von Büchern ist wirklich nicht mehr zeitgemäß.

Das Smart Device als Fernglas

Für Sehbehinderte ist die Situation häufig noch komplizierter. Sie brauchen vielleicht eine Lupe oder ein Bildschirm-Lesegerät. Wenn sie in unterschiedliche Klassenräume müssen, ist das natürlich schwierig, denn das Gerät müssten sie ja mitnehmen. Auch das könnte durch ein mobiles Gerät erleichtert werden. Sie können die Tafel einfach abfotografieren oder sich Texte digital zuschicken lassen.

Schreiben

Das Schreiben längerer Texte auf diesen Geräten ist aber auch mit der besten Bildschirm-Tastatur schwierig. Da zudem die Autokorrektur und automatische Vorschläge integriert sind, wird die Rechtschreibung nicht vernünftig überprüfbar. Das ist vor allem für Shulen wichtig. Diktieren geht in der Klasse eher nicht.
Das Problem lässt sich aber recht einfach mit einer externen Tastatur lösen.

Lesen

Da die blinden Kinder nicht alles per Sprachausgabe machen sollen, benötigen sie noch eine externe Braillezeile. Das ist wesentlich flexibler als einen eigenen Brailledrucker zu betreiben oder gar die Dokumente extern aufbereiten und ausdrucken zu lassen.
Ich kann schlecht einschätzen, wie viele Zeichen so eine Braillezeile darstellen sollte. Eine kleine Braillezeile mit 40 Zeichen sollte aber für die meisten Fälle reichen. Die 80er-Zeilen sind zu sperrig. Normalerweise ist es aber besser, je mehr Zeichen dargestellt werden können.
Für die Sehbehinderten ist das Lesen auf einem Gerät ohne Hintergrundbeleuchtung deutlich einfacher. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie anstrengend die Arbeit mit einem Bildschirmlesegerät ist. Ein eBook-Reader auf der Basis elektronischer Tinte mit eingebauter Beleuchtung ist deutlich angehmer. Die Displays sind mittlerweile von der Lesequalität her dem Papier überlegen – meiner Einschätzung nach. Die eBook-Reader erlauben eine fast beliebige Anpassung der Schriftgröße, Schriftart, der Textformatierung und so weiter.

Fazit

Das ganze Paket, also ein Tablet, eine große Brailletastatur, für die Blinden noch eine Braillezeile und für die Sehbehinderten noch eine Art Stütze, um das Tablet bequem positionieren zu können passt problemlos in einen Kinderrucksack, kann gut transportiert werden und ist insgesamt gesehen wesentlich billiger als das meiste, was heute von Hilfsmittelfirmen angeboten wird. Nur die Braillezeile geht wirklich ins Geld, aber mit dem Orbit-Reader scheint sich auch hier eine günstige Alternative zu entwickeln.
Das Schöne daran ist auch, dass es natürlich nicht auf die Schulbildung begrenzt bleibt. Auch die Erwachsenenbildung, die sich mit der Inklusion noch ein wenig schwer tut, kann natürlich mit den gleichen Mitteln funktionieren. Es sind natürlich erst einmal die Teilnehmer selbst gefordert, sich mit der Technik zu beschäftigen.

Was bringen eigentlich Bildbeschreibungen für Blinde?

In meinen Workshops zum barrierefreien Internet habe ich einen Extra-Abschnitt zum Thema Bildbeschreibungen für blinde und sehbehinderte Menschen. Fast immer werde ich gefragt, ob für Blinde die Inhalte von Bildern überhaupt interessant sind. Die Frage ist berechtigt. Wie soll ein Blinder zum Beispiel wissen, wie ein Vulkan, eine Herde Elefanten oder der Sternenhimmel aussehen? Hier kommt die Antwort.

Arten von blindheit

Generell können wir für unsere Zwecke drei Gruppen von Blinden unterscheiden:

  • die Blinden mit Sehrest
  • die Vollblinden, die noch visuelle Erinnerungen haben
  • die Vollblinden, die keine visuellen Erinnerungen haben

Bei den Sehrestlern ist der Sehrest sehr unterschiedlich ausgeprägt. Ich setze einmal voraus, dass noch einzelne Objekte unterschieden werden können. In diesem Fall haben sie zumindest von lebensnahen Objekten wie etwa Autos, Bäumen oder Elefanten eine klare visuelle Vorstellung. Das sind alles Objekte, die man nicht ohne Weiteres durch Abtasten in ihrer Gesamtheit erfassen kann. Schwierig kann es bei nicht-lebensnahen Objekten oder Verhältnissen kommen, da diese visuell komplexer sind: Vulkanausbrüche, eine elefantenherde oder die Mondlandung zum Beispiel.
Ähnliches gilt für die Vollblinden, die sich ihre visuellen Erinnerungen erhalten haben. Die Zahl der visuellen Eindrücke hängt ein wenig vom Alter ab. Doch im Allgemeinen kann man sagen, dass ein Jugendlicher in Natura, über Bücher, Illustrierte oder über das Fernsehen das Meiste gesehen hat, was es für einen Menschen aus seinem Kulturkreis zu sehen gibt. Auch wenn es Blinde wie John Hull gibt, die ihre visuellen Eindrücke komplett vergessen haben, ist das eher die Ausnahme. Es gibt auch Blinde, die sich ihr visuelles Vorstellungsvermögen vollständig erhalten haben wie etwa Zoltan Torey. Der Neurologe Oliver Sacks hat das in einem Essay sehr schön zusammengefasst.
Kommen wir also zur dritten Gruppe, den Vollblinden, die nie visuelle Eindrücke sammeln konnten.

Die Welt zum Anfassen

Die Sache ist wiederum recht einfach, wenn es um lebensnahe Objekte geht. Zum einen gibt es natürlich von fast allem eine Spielzeug-Version, die im Prinzip wie das Original aussieht: Es gibt Mini-Bäume, Mini-Hubschrauber, Mini-Autos und Mini-Häuser. Das ist also einfach.
Weiterhin gibt es Tastbücher. Sie enthalten fühlbare Modelle von Tieren oder Landschaften. Die gibt es meines Wissens auch für sehende Kinder.
Mittlerweile haben sich auch Tastmodelle etabliert. Sie sind wesentlich günstiger geworden, etwa durch die Möglichkeiten des 3D-Drucks. Im Unterricht für blinde Kinder sind sie fest etabliert. Das erinnert mich an meinen alten Chemielehrer von der Blindenschule in Marburg. Er hat sich unglaublich viel Mühe gegeben, tastbare Modelle von Atomen und deren Bestandteilen herzustellen, zu einer Zeit, wo diese Modelle noch wesentlich schwieriger in der Anfertigung waren.

Die erlesene Welt

Nun gibt es aber Dinge, die sich wesentlich schwieriger tastbar machen lassen. Kommen wir zum Vulkanausbruch zurück. Der lässt sich sicher irgendwie nachstellen. Aber ein entsprechendes Modell wäre dann doch wesentlich aufwendiger in der Herstellung.
Doch wofür gibt es die Literatur? Ich nenne Geschichten gerne das inklusivste Medium. Sie müssen in der Regel ohne Bilder auskommen. deshalb muss alles, was in einer Geschichte vorkommt mit Worten beschrieben werden. “Der Vulkan brach aus” wird dabei niemandes Phantasie anstacheln. Die glühende Lava, die sich über die Berghänge ergießt hingegen schon.
Da wir alle mehr oder weniger mit Geschichten aufwachsen, gehören solche Ereignisse, auch wenn wir sie nie selbst erlebt haben also zu unserem kollektiven Erfahrungsschatz. Die meisten Vollblinden dürften deshalb eine recht lebendige Vorstellung davon haben, wie ein Vulkanausbruch aussieht. Wir können uns sogar Sachen vorstellen, die es nicht gibt wie Drachen, Trolle und den Weltfrieden.
Gleiches gilt für eher abstrakte Sachverhalte: Niemand wird literarisch die Form eines Ferraris beschreiben, der Autor kann davon ausgehen, dass die meisten Leser wissen, wie so ein Sportwagen aussieht. Doch steht der Ferrari nicht nur für eine teure Automarke. Er ist ein Symbol für Reichtum, Sportlichkeit, Schnelligkeit und was auch immer man noch damit assoziiert. Und diese Assoziationen sind den Blinden natürlich auch aus Geschichten bekannt. Ich könnte eine Harley Davidson nicht vom nächstbesten Elektroroller unterscheiden. Ich weiß aber, welchen Kult manche Leute um die Harley machen. Und woher? Natürlich aus unzähligen Filem, Büchern und Geschichten. Und deshalb macht es natürlich einen Unterschied, ob auf dem Bild einfach nur ein Motorad oder eine Harley zu sehen ist.

Der Charme der Gleichmäßigkeit

Ein häufiges Missverständnis in der Barrierefreiheit besteht darin, dass man Text möglichst groß und Ton möglichst laut anbieten sollte, damit Hör- und Sehbehinderte glücklich sind.
Bei diesen Behinderungen lässt sich wenig verallgemeinern, da die konkreten Auswirkungen von Seh- und Hörbehinderungen sehr unterschiedlich sind. Ein wichtiger Faktor ist aber, dass die Adaptionsfähigkeit häufig eingeschränkt ist. Auge und Ohr können sich normalerweise recht schnell an Wechsel der Helligkeit oder Lautstärke anpassen. Bei Behinderten ist diese Fähigkeit oft eingeschränkt. Sie brauchen wesentlich länger für die Anpassung. Das ist dann ärgerlich, wenn diese Anpassung häufig notwendig ist.
Extrem wird das Ganze, wenn man mit Verstärkung arbeitet. In der klassischen Musik etwa gibt es häufig Wechsel zwischen lauten und leisen Passagen. Ein Hörbehinderter müsste bei jedem Wechsel den Lautstärkeregler anpassen. Das ist dann schwierig, wenn er die Lautstärke ohnehin schon stärker aufgedreht hat, als ein Hörender das machen würde. Wer mit einer starken Textvergrößerung am Bildschirm arbeitet, müsste bei jeder Änderung der Schriftgröße die Darstellungsgröße anpassen.

Was heißt das konkret?

Für Designer bedeutet das, dass wir mit möglichst geringen Größenänderungen schriftlicher Inhalte arbeiten sollten, insbesondere bei Fließtext. Die Größenänderungen sollten möglichst graduell sein, natürlich noch erkennbar, aber mit geringer Varianz.
Für die Toningenieure heißt das, sie sollten möglichst wenig Dynamik bei der Lautstärke einsetzen. Leise Stimmen können natürlich hochgepegelt und laute runtergepegelt werden, insgesamt sollte aber ein gleichmäßiges Niveau angestrebt werden. Schlimmer als verrauschte Aufnahmen sind Aufnahmen, bei denen sich die Tonqualität ständig ändert, weil etwa unterschiedlich gute Mikrofone verwendet wurden.

An Hilfsmitteln führt leider kein Weg vorbei

Nun ist es bei der Bandbreite an Sinneseinschränkungen schlicht nicht möglich, eine Lösung zu schaffen, die allen gerecht wird. Ich wiederhole das noch mal: Es ist nicht möglich, eine Lösung zu schaffen, mit der alle zurechtkommen. Zwei Aspekte helfen uns aus dieser Klemme.
Das ist zum Einen die Anpassbarkeit zumindest auf digitalen Interfaces. Die Schrift muss nicht riesig sein, aber es muss einfach möglich sein, sie zu vergrößern oder zu verkleinern oder vielleicht auch Kontraste einzustellen. Mit einfach meine ich, das solche Möglichkeiten zu jederzeit aktivierbar sein sollen.
Zum Zweiten sind das die Hilfsmittel. Da es schlicht nicht möglich ist, alle möglichen Größen bzw. Lautstärken anzubieten, führt kein Weg an passenden Hör- bzw. Vergrößerungshilfen vorbei. Dabei ist es wünschenswert, dass diese Geräte besser in der Lage sind, sich automatisch an die Gegebenheiten anzupassen.

Gemeinsam oder einsam – gegen mangelnde Barrierefreiheit vorgehen

Unter anderem in der Liste der Interessengemeinschaft sehgeschädigter Computerbenutzer gab es eine teils heftige Debatte darüber, was bei mangelnder Barrierefreiheit speziell von Webangeboten zu tun ist. Unter anderem wurde viel Kritik an den Vereinen geübt, weil deren Einsatz für Barrierefreiheit zu gering bzw. wirkungslos sei. In diesem Beitrag möchte ich die Frage diskutieren, ob man sich lieber allein für Barrierefreiheit einsetzen sollte oder sich am besten an einen interessensvertretenden Verein wendet.

Der Einzelkämpfer

Ich kenne beide Seiten: Ich beschwere mich gern und häufig, wie meine Mitleser wissen. Andererseits landen bei mir häufig Beschwerden, sowohl über meine Website als auch über Kunden-Websites.
Der Erfolg solcher Beschwerden ist recht unterschiedlich. Bei öffentlichen und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen wird häufig vergleichsweise schnell und kompetent reagiert. Das heißt, man kriegt eine Antwort. Ob der Umstand, der die Beschwerde ausgelöst hat abgestellt wird, ist eine andere Frage.
Insgesamt konnte ich bei Smartphone-Apps den größten Erfolg beobachten. Vor allem unter iOS scheinen die Entwickler gern bereit zu sein, die Apps nachzubessern. Das mag daran liegen, dass Apple das Nachbessern besonders leicht macht, das kann ich aber nicht beurteilen.
Außerdem sind Beschwerden besonders erfolgreich, wenn sie von mehreren Personen vorgebracht werden. Wenn eine Person sich beschwert, kann das Problem speziell bei ihr liegen. Wenn ein Dutzend Personen sich beschweren, ist das schon mal sehr viel substantieller.
Zudem helfen exakte Problembeschreibungen. “Es funktioniert nicht” bringt mir also nichts. “Button XY” ist nicht beschriftet, das hilft mir schon mal weiter.

Der Verein hat mehr Autorität

Insgesamt gesehen hat ein Verein immer mehr Autorität als eine beliebige Zahl von Einzelpersonen. Natürlich hat ein Dachverband wie der DBSV mehr Einfluß als ein lokaler Verein. Dennoch hat eine Organisation insgesamt eine höhere Überzeugungskraft als eine einzelne Person.
Und doch hat alles Grenzen. Bei einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Organisation findet ein Verband sehr schnell Gehör. Eine privatwirtschaftliche oder nicht-profitorientierte Organisation hingegen interessiert sich eher für private Konsumenten bzw. Interessenten oder Spender. Da es hier auch in der Regel keine Verbindungen bzw. regelmäßigen Kontakte gibt, ist es deutlich schwerer, bei solchen Organisationen Gehör zu finden. Es gibt ja auch keine rechtliche Verpflichtung für solche Organisationen, sich um Barrierefreiheit zu kümmern.
All in all ist es aber auch so, dass viele vor allem lokale Vereine gar nicht die Ressourcen haben, sich noch stärker um Barrierefreiheit zu kümmern. Es fehlt häufig das Wissen, um Probleme so verständlich zu machen, dass sie auch von den Verantwortlichen auf der anderen Seite verstanden werden. Zudem dürfte allein schon die Anzahl solcher Anfragen die Vereine überfordern. Schon jetzt wird vielerorts nicht einmal das Notwendige gemacht.

Fazit

Bei öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Organisationen erreicht man insgesamt gesehen mehr, wenn man über den Verein geht. Dabei geht es eher um große Probleme, etwa wenn eine komplette App schwer oder gar nicht bedienbar ist. Bei kleineren Problemen etwa mit einzelnen Webseiten oder Dokumenten wendet euch direkt an die betreffende Einrichtung.
Bei privaten Anbietern wendet euch direkt mit einer präzisen Fehlerbeschreibung an die Organisation. Überredet so viele Leute wie möglich, sich zu beteiligen, also ebenfalls die Organisation anzuschreiben. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, aber ihr solltet in jedem Fall auf eine Antwort bestehen.