Behinderte im Wissenschaftsjournalismus

Ein schwieriges Thema sind medizinische Erkenntnisse. Um ehrlich zu sein ist vieles von dem, was im Wissenschaftsjournalismus geschrieben wird schlicht falsch. Minimale Erkenntnisse werden zu Durchbrüchen aufgeblasen, die vielleicht in zehn Jahren oder auch nie eine Rolle spielen. Hör- und Sehprothesen sowie Hörgeräte werden von kommerziell orientierten Konzernen vertrieben, die sich natürlich über die Gratis-Werbung freuen. Es ist in meinen Augen nicht verwerflich, dass sie Geld verdienen wollen. Ärgerlich ist, dass sie oft falsche Hoffnungen bei Betroffenen und Angehörigen wecken und sich als Samariter aufspielen. Die heute gängigen Hör- und Sehprothesen zum Beispiel können nur in sehr wenigen Fällen helfen. Andere Hilfen sind so teuer, dass sie für Privatpersonen gar nicht erschwinglich sind. Nehmen wir zwei aktuelle Beispiele: Die OrCam, eine Wunderbrille für Blinde geisterte eine Zeitlang als magischer Heilsbringer durch die Medien. Die vergaßen aber zu erwähnen, dass das Gerät aktuell 3.600 Dollar kostet und deshalb für die meisten Blinden nicht erschwinglich ist.
Journalisten und andere Multiplikatoren sollten daher solche Meldungen sehr genau lesen, sich anschauen, von wem sie kommen und im Zweifelsfall darauf verzichten, sie zu veröffentlichen. Das ist die einzige Möglichkeit, dieses Verhalten der Konzerne zu ändern.

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