Archiv der Kategorie: Social Web

Persönliches Wissensmanagement mit Weblogs und Co.

Jeden Tag stößt man auf neue Ideen oder Gedanken. Dabei benötigt man sehr viel Disziplin, um diese Gedanken sinnvoll zu notieren, so dass man sie
1. wiederfindet
2. und auch noch Jahre später versteht
Unser Gedächtnis ist ein recht komischer Apparat, man kann sich daran erinnern, dass da mal eine bestimmte Idee war, aber auf die Idee selber kommt man nicht mehr.

Wenn man unter Wissensmanagement genau das versteht, Ideen und Gedanken sinnvoll zu formulieren, zu kategorisieren und zu sammeln, dann sind Weblogs und andere Web-2.0-Anwendungen genau das Richtige.
Die Voraussetzung ist, dass das Weblog tatsächlich öffentlich ist, weil man ansonsten nicht die nötige Disziplin hat, einen Gedanken allgemein verständlich und nachollziehbar zu formulieren. Das ist aber die wichtigste Voraussetzung für ein vernünftiges Wissensmanagement. Wenn Andere deinen Gedanken verstehen, dann wirst du es in zehn Jahren vermutlich auch noch können.
Im Prinzip wären auch Anwendungen wie Googles Such-Historie eine sinnvolle Sache. Wer bei Google eingeloggt ist, dessen Suchaktivitäten über die Google-Suchmaschine werden automatisch aufgezeichnet. Wer viel im Internet surft, kennt das Problem, dass man eine schöne Seite gefunden hat, sich aber nicht mehr an den Namen der Seite oder die entsprechenden Suchbegriffe erinnern kann.
Wer also seine Beiträge sauber mit Kategorien und Schlüsselwörtern versieht, schöne Überschriften und Links gesetzt hat, der hat sehr gute Chancen, seine ideen auch wiederzufinden. Alle Weblog-Systeme haben eine recht gute Suchmaschine integriert, so dass die Suche nach alten Gedanken kein Problem darstellen sollte.
Wer es lieber kurz mag, kann natürlich auch Twitter benutzen, mit Link-Shortener und Hash-Tags kann man auch mit 140 Zeichen effizient arbeiten.
Es kommt auch nicht selten vor, dass man über Kommentare weitere gute Ideen erhält. Wenn ich eine gute Idee habe und du hast eine gute Idee, dann sollten wir uns austauschen, hinterher haben wir beide eine gute Idee mehr.

Websites mit Usern testen

Websites werden immer komplexer. Heute können dank AJAX und flotter Browser ganze Anwendungen im Netz laufen. Zum Beispiel Google Office, die Verwaltungsprogramme für server und teilweise schon Fotobearbeitungen. Handfest wird es dann, wenn ganze Shops im Internet aufgebaut werden und nur dort zu finden sind. Hier hängt das gesamte Geschäft davon ab, dass der Nutzer

  1. die Seite schön findet
  2. sein Produkt findet
  3. problemlos zu einem Abschluss gelangt

Dennoch wirken viele Shops unausgegoren. Ich denke, die Ursache liegt schlicht darin, dass diese Angebote nicht von Nutzern getestet worden sind.
Das ist bei Software bereits seit Jahren üblich. Selbst Microsoft stellt seit geraumer Zeit seine Office-Anwendungen und das Betriebssystem Windows 7 für Tests zur Verfügung. Der Hauptgrund für das grandiose Scheitern von Vista war schlicht, dass die Software von Technikern und Designern entwickelt wurde, aber meilenweit an den Nutzern vorbei ging. Adobe stellt meines Wissens nach keine Betas zum Testen bereit, was erklären mag, warum viele ihrer Programme als kompliziert gelten und alles andere als stabil laufen.
Meines Wissens nach ist es zumindest in Deutschland noch immer unüblich, Websites von Nutzern testen zu lassen. Amerikanische Seiten wirken oftmals – nicht immer – wesentlich durchdachter in ihrer Funktionalität. Das liegt sicher daran, dass hier im Hintergrund wesentlich mehr Geld steht.
Nun mag man einwenden, dass bei großen Projekten die besten Techniker und Webdesigner und speziell auf Usability – sprich Nutzerfreundlichkeit – geschulte Leute sitzen. Das mag sein, trifft aber nicht den Kern der Sache: die genannten drei Gruppen ziehen an verschiedenen Strängen. Die Techniker mögen es eher einfach und würden am liebsten eine Shell hinstellen, der Nutzer soll die Dokumentation lesen und kann dann auf alle Finessen der Site zugreifen. Der Designer will vor allem eine gut aussehende Seite, wo das Verhältnis von Bildern, Texten und Spalten perfekt abgestimmt ist. Der Usability-Experte möchte einen Haufen redundanter Informationen: Texte, funktionale Icons und Standardfarben, die den Nutzer zum Ziel führen. Marketing und PR möchten ihre schicke Corporate Identity und das Corporate Wording unterbringen.
Im Grunde ist nur so zu erklären, warum Läden wie Tauschticket oder >a href=“www.booklooker.de“>Booklookernicht besonders attraktiv sind. Bei Tauschticket kann man nicht einfach nach Produkten suchen, sondern muss eine Kategorie auswählen und sich für eines der Suchfelder entscheiden. Andere Läden hätten hier eine einfache Filterfunktion für die Suchfunktion eingesetzt.
Der Marktriese Amazon macht ebenfalls Unsinn: Er blendet unterhalb der echten Suchergebnisse weitere Ergebnisse ein, die nichts mit der eigentlichen Suche zu tun haben. Wenn es also 50 Treffer zum Suchbegriff „Matlock“ gibt, aber nur eine DVD tatsächlich Matlock enthält, dann wurde der Kunde in seiner Erwartung getäuscht. Dagegen wäre ansonsten nichts einzuwenden, wenn diese verwandten Ergebnisse von den eigentlichen Suchresultaten abgehoben werden.
Wer bei EBay einen Artikel einstellen möchte, muss ein ellenlanges Formular ausfüllen. Für manche mag das besser sein, andere hätten lieber ein Formular, welches die verschiedenen Teile des Formulars wie Artikelbeschreibung, Zahlungsmodalitäten und so weiter auf mehere Seiten aufteilt. Für EBay wäre es ein leichtes, optionale Formulare anzubieten, aber der Marktführer tut das nicht.
Der Blinde stößt auf Dutzende handwerklicher Fehler. Bei einer Site wurden Formularfelder falsch oder gar nicht ausgezeichnet. Bei einer anderen Seite lassen sich Funktionen der Site nicht per Tastatur aufrufen. Wieder andere Seiten sind vollkommen falsch strukturiert. Das wirft nicht gerade ein gutes Licht auf die Webdesigner. Da man die beauftragte Agentur im seltensten Falle kennt, trifft es letzten Endes die Firma, die hier schlampig gearbeitet hat.
Deswegen sollten neutrale Benutzer möglichst frühzeitig in die Entwicklung einbezogen werden. Mit einem Gewinnspiel oder anderen Goodies kann man den Anreiz erhöhen, ein differenziertes Feedback zu geben.

Weiterlesen

Werkzeuge zur Barrierefreiheit von Web- und anderen Inhalten

Hier eine kleine Sammlung von Werkzeugen, die Inhalte zugänglich machen können. Wer etwas ergänzen möchte, kann das gerne über die  Kommentarfunktion tun. Diese Tools sind vor allem für Sehbehinderte und Blinde interessant. Leider kann ich mangels eigener Erfahrung keine Werkzeuge für andere Behinderte empfehlen.
Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass Urheberrechte und Copyrights zu beachten sind, wenn etwa Videos oder PDFs heruntergeladen oder umgewandelt werden.

Screenreader für Windows
Es gibt zwei freie Screenreader für Windows, die auch Deutsch „sprechen“

Thunder
http://www.screenreader.net/

NVDA Non-visual Desktop Access
http://www.nvda-project.org/

Die Betriebssysteme Ubuntu und Knoppix offerieren mit Orca und ADRIANE eine eingebaute Screenreaderlösung. Apples aktuelles Betriebssystem Mac OS X 10.6 und höher hat ebenfalls einen Screenreader namens VoiceOver an Bord.

YouTube per Tastatur steuern

Accessible Interface to YouTube
http://tube.majestyc.net/

EasyYoutube
http://icant.co.uk/easy-youtube/

Video2mp3 – Videos verschiedener Plattformen in mp3 umwandeln und  herunterladen
http://www.video2mp3.net/

Accessible Twitter
http://www.accessibletwitter.com/

Videos in MP3 herunterladen kann man auch mit dem Programm Free Youtube to mp3 converter von der Firma DVD Videosoft
http://www.dvdvideosoft.com/products/dvd/Free-YouTube-to-MP3-Converter.htm
Vorsicht bei der Installation, das Programm bringt eine unsinnige Toolbar huckepack mit, die sich in den Browser einklinkt und sich schwer wieder entfernen lässt. Bei der Installation sollte man den entsprechenden Haken entfernen.

PDFs lesen
Wer einen einfacheren Zugang zu PDF-Dateien haben möchte, kann die
HTML-Ansicht von Google verwenden, die sich früher unterhalb des PDF-Dokuments befand. Mittlerweile ist sie hinter dem Punkt „Schnellansicht“ verborgen, wo man eine reine HTML-Ansicht auswählen kann.

PDFill – PDF Tools
http://www.pdfill.com/
Eine sehr schöne mit Tastatur bedienbare Sammlung von PDF-Werkzeugen. Sehr schön ist die Möglichkeit, unnötigen Nutzersperren zu entfernen und damit PDFs für den Screenreader zugänglich zu machen.

WebVisum – Erweiterung für den Firefox
http://www.webvisum.com/
Der Firefox ist mit aktuellen Screenreadern zugänglich. Mit der Erweiterung WebVisum kann man ein paar Features nachrüsten wie das Lesen von CAPTCHAS.

Eine Sammlung nützlicher und blindengerechter Programme gibt es hier
http://www.iscb.de/downloads/winindex.htm

Wer weitere Tipps hat, immer her damit.

Kleine Anmerkung: Ich muss mich dafür entschuldigen, dass die Links nicht anklickbar sind. Ich dachte eigentlich, WordPress würde automatisch anklickbare Links generieren. Ich werde das so bald wie möglich in Angriff nehmen.

Der Ausverkauf geht nicht weiter – über die Schwierigkeiten, im Internet zu verkaufen

Meine ersten Versuche, Sachen über alternative Plattformen jenseits von Amazon und EBay zu verkaufen, sind kläglich gescheitert. Das lag sicher nicht an den Sachen, die ich verkauft habe: darunter waren immerhin drei aktuelle Hörbücher, die ich sehr günstig angeboten habe.
Ich bin auf eine Reihe zentraler Schwierigkeiten gestoßen:
– Die Plattformen ziehen nicht genug Publikum an. Bei Booklooker kann man sehen, wie oft sich jemand einen Artikel angesehen hat. Dort habe ich in zwei Monaten ähnliche Zahlen erreicht, wie ich sie bei großen Plattformen in wenigen Stunden bekommen hätte.
– Dank mangelnder Verkäufe konnte ich keine gute Reputation aufbauen. Reputation zählt sehr stark bei Verkäufen im Netz von Privat an Privat. Bei drei Bewertungen macht sich aber eine schlechte Bewertung schneller bemerkbar. Und es ist einfacher, sich schlechte als gute Bewertungen einzufangen. Leute, die unzufrieden sind, beschwerden sich tendentiell schneller als zufriedene Leute sich mit einer guten Bewertung bedanken. Dieser Effekt hat sicher einen Namen, ansonsten nenne ich ihn den Oliveira-Effekt.
– Die kleineren Plattformen bieten oft schlechtere Such- und Filterfunktionen an. Bei Booklooker oder Tauschticket gibt es keine einfache Stichworteingabe. Stattdessen gibt es zwei Felder, Autor und Titel. Bei Tauschticket muss man sogar noch zwischen den verschiedenen Kategorien wählen, bevor man irgend welche Suchergebnisse sieht.
– Die Menschen haben offenbar gerne eine dritte Partei, die das Verwalten von Gebühren und Zahlungen übernimmt.
– Es gibt ein Überangebot an Büchern, Musik und Kleinkram. Das Verkaufen wird deshalb vor allem auf Plattformen mit hohen Gebühren wie Amazon komplett uninteressant. Man darf natürlich keine großen Gewinne erwarten, wenn man Taschenbücher verkauft. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, Dinge einzustellen, zu beschreiben, zu verpacken, zu frankieren und zur Post zu bringen, wenn man am Ende 30 Cent mehr auf dem Konto hat.
Wer Spaß am Verkaufen und viel Zeit übrig hat, wird mit den bestehenden Angeboten sicher glücklich werden. Wem es nur darum geht, Platz zu schaffen, der ist mit dem örtlichen Flohmarkt besser bedient. Alternativ bieten sich BLIDAD für Bücher oder ReBuy für Bücher, Filme und Spiele als Verkaufsplattformen an.
An dieser Stelle ein Dankeschön an Blidad und ReBuy. Blidad ist sehr flott, hat nur eines meiner gut ein Dutzend Bücher ausgemustert und bezahlt eine Versandpauschale. Die gesamte Abwicklung hat nur wenige Tage gedauert. ReBuy bietet einen günstigen Versandtarif über DHL und andere Dienste + Paketverfolgung an, sie kaufen neben Büchern auch Hörbücher, Computerspiele, Filme und Musik. Sie kaufen auch Bücher für 1 – 5 Cent an, was sich aber nicht wirklich lohnt. Ab 30 Euro übernehmen sie die Versandkosten. Die Abwicklung hat etwa drei bis vier Werktage gedauert, keiner meiner Artikel wurde abgelehnt. Ich kann beide Plattformen empfehlen.

Zugänglichkeit – warum handgemacht heute nicht mehr der beste Weg ist

Ich bastele seit ungefähr sieben Jahren an Webseiten herum. Meine ersten Gehversuche machte ich mit dem WYSIWYG-Editor NVU. Ich habe tatsächlich bekommen, was ich gesehen habe: eine nicht gerade hübsche Website mit grausigem Code. Besonders gut hat mir gefallen, dass mitten im Text sinniges Zeug wie <if support empty paras><endif> auftauchte. Jahre später fand ich zufällig heraus, dass das Word-eigenes Markup ist, welches beim Rüberkopieren in den Quellcode gelangte und natürlich nur im Internet Explorer sichtbar war.
Macromedias Dreamweaver bot schon einige Möglichkeiten mehr. Parallel dazu lernte ich HTML und CSS, so dass ich das geteilte Fenster des Dreamweaver zu schätzen lernte. Oben sah man die Website, unten den Quellcode, so dass man gezielt den Quellcode anpassen und die Änderungen oben sehen konnte. Die beiden Mankos des WYSIWYG kann aber vermutlich kein visueller Editor aufheben: Zum einen die Produktion schlechten Codes und zum anderen die fricklige Unterstützung von CSS, die für die Trennung von Struktur und Layout aber notwendig ist. Die Zeit, die man mit WYSIWYG sparen mag, verbringt man anschließend für die Verbesserung, Reparatur und Säuberung des Codes.
Ich habe also meine nächsten Websites mit Texteditoren gebastelt. Für Blinde sicher die angenehmste Art des Arbeitens. Leider sehr fehleranfällig, wenn man irgendwelche Klammern vergisst, muss man oft ewig nach der Ursache eines Problems suchen. Andererseits kennt man seinen eigenen Code so genau, dass Anpassungen problemlos und schnell möglich sind.
Nun ist aber auch dieser Zug abgefahren. Zum einen kommt heute keine anständige Site ohne PHP und JavaScript aus – was beides echte Programmierkenntnisse erfordert, zum anderen gibt es ganze Content Management Systeme, die wesentlich flexibler sind als die handgestrickte Website.
Heute gibt es mächtige Frameworks für Website-Entwickler, die wichtige Funktionen zusammenstellen, die vielfach getestet und frei verwendbar sind. Und ganz nebenbei sind sie barrierefrei. Ob YAML oder JQUERY, wer solche Frameworks einsetzt, spart viel zeit und Nerven. Da selbstgestrickte Skripte in JavaScript und PHP zudem häufig ein Sicherheitsrisiko darstellen, sollte man auf deren Einsatz verzichten. Es sei denn, man weiß, was man tut. Dass die Skripte dafür sorgen, dass alle Browser abgedekct sind, ist ein netter Haupteffekt.
Das Gleiche gilt für CMS wie Drupal oder WordPress. Sie sind von Haus aus barrierearm und bieten einen weiten Spielraum für Gestaltung und Erweiterung. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil besteht darin, dass Inhalte, die einmal in Datenbanken gespeichert wurden sich wesentlich einfacher überführen lassen als unstrukturierte Inhalte. Ich will allerdings nicht verheimlichen, dass die Einarbeitungszeit in ein CMS oder ein Framework recht lang sein kann.
Andererseits bringen viele Open-source-CMS Webstandards und Standards der Barrierefreiheit in die Welt, ohne dass die Website-Bauer dies überhaupt in Betracht gezogen haben. Bis heute sehe ich täglich Websites, die auf korrekte Strukturierung in HTML verzichten. Irgend etwas läuft schief, wenn WordPress oder Yahoo schon WAI-ARIA implementieren, während andere Websites nicht einmal Überschriften und Listen korrekt auszeichnen. Doch auch des Blinden Liebling erfreut sich noch immer großer Beliebtheit: Tabellenlayouts mit Spacer-GIFs.
Für Lerneffekte ist es sicher sinnvoll, sich ein eigenes CMS mit Suchfunktionen und allem Luxus selbst zusammenzubauen. Auch wer seine Seite statisch halten möchte – das könnte es noch geben – braucht weder Dynamik noch CMS. Dem ganzen Rest möchte ich die Verwendung von Frameworks und JQUERY ans Herz legen.

Update: Ich muss ein wenig zurückrudern, Joomla zeichnet auch keine Überschriften korrekt aus.

Was nicht barrierefrei ist, wird barrierefrei gemacht

Die Web Accessibility Initiative (WAI) des W3C fordert dazu auf, öffentlichen Stellen und Unternehmen mitzuteilen, wenn ihre Websites nicht barrierefrei zugänglich sind und schlägt auch vor, wie man dort vorgehen sollte. Ich meine, man kann da ruhig einen Sport daraus machen.
Schließlich ist das Web nicht für die Gesunden da, das Web ist kein Design-Wettbewerb. Wenn eine Person Schwierigkeiten bei der Bedienung einer Website hat, dann ist sie sicher nicht die Einzige.
>h2>Sagt es Ihnen und sagt es Ihnen laut
Wenn der Ansprechpartner nicht reagiert, sollte man ruhig einen Schritt weiter gehen und das öffentlich bekannt geben. Ich warte zum Beispiel bis heute auf eine Antwort des Bundesamtes für Statistik, warum ihr Statistischer Jahresbericht im PDF-Format nicht barrierefrei oder in HTML zugänglich ist. Und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir doch noch antworten;-)

Macht es selber

Wir können den Alptraum jedes Webdesigners wahr machen und sein Design „zerstören“, indem wir es unseren Bedürfnissen anpassen. Ich habe ein kleines Skript geschrieben, wie man den Internet Explorer und den Firefox auf seine eigenen Schriftarten und Farben anpassen kann, hier im Doc-Format.
Für technisch versiertere Leute: die Erweiterung Greasemonkey für den Firefox erlaubt das Anreichern von Websites mit eigenem JavaScript-Code. Diese und viele andere Tipps zum Anreichern und zur Barrierefreiheit von Webinhalten gibt es in einem hervorragenden Vortrag von Chris Heilmann zur „Best of Accessibility“, dort als PDF und als Audio in mp3 (60 MB).

Rich Internet

Daran merkt man schnell, wie viele Dinge im Web selbstverständlich sein sollten. Unter Rich Internet versteht man heute das Angebot von Multimedia, Spielen und Ähnlichem im Web. Dabei besteht im Poor Internet noch viel Verbesserungsbedarf. Ich finde es immer amüsant, wenn Artikel in Online-Publikationen in Häppchen präsentiert werden und der User manchmal zehn Mal klicken darf, um zum Ende des Artikels zu gelangen. Web Analytics sollte zeigen, dass die meisten Leute nie das Ende des Artikels erreichen, weil sie keine Lust auf Klickorgien haben. Das Diktum, dass möglichst wenig Inhalt außerhalb des sichtbaren Screens sein sollte, ist veraltet. Heute gilt, kein überflüssiges Klicken, keine winzigen Schriften, keine flackernden Werbebanner. Rich Internet sollte bedeuten, dass sich die Seiten sich den Bedürfnissen des Benutzers anpassen lassen. So lange das nicht geht, müssen wir uns selbst helfen und schlechte im Sinne von barrierereiche Layouts zertrümmern.

Richtig Suchen im Netz

Wer die klassischen Suchmaschinen intensiver nutzt, gerät schnell an deren Grenzen. Google macht den Eindruck, als ob seine Technik in den letzten zehn Jahren nicht entscheidend weiter entwickelt worden wäre. Googles Schwäche lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Semantik. Mehr dazu in einem aktuellen Feature des DeutschlandRadio.
Ich wollte einmal recherchieren, ob Google seine beiden Betriebssysteme ChromeOS und Android für blinde Nutzer anpasst. Ebenso gut hätte ich eine Studie über die Verwendung des Wortes „blind“ anlegen können. „Blind“ wird im deutschen und scheinbar auch im englischen Sprachraum gerne auch verwendet, um Dummheit, Ingoranz und ähnlich negative Sachverhalte auszudrücken. Wer das Wort entsprechend einsetzt, ist selber nicht besonders helle.
Google kennt keine Semantik, deshalb versteht sein Algorithmus nicht den Unterschied zwischen: Blindheit = Sehschwäche und Blindheit = Nicht-Verstehen.
Nebenbei habe ich mich dafür interessiert, ob es Leitfäden für das richtige Suchen gibt. Die kurze Antwort lautet: Nein.
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Die lange Antwort lautet: Wer nach Büchern für Suchmaschinen, deren Funktionsweisen und besserer Anwendung sucht, stößt auf ein unbeackertes Feld. Der Internet-Buchhändler spuckt Dutzende von Büchern für Suchmaschinen-Optimierung oder Search Engine Marketing aus, aber nur ein Buch über Suchmaschinen an sich. Es ist der bekannte Klassiker von Stefan Karzauninkat, die Suchfibel, die auch online zugänglich ist. Die Buchausgabe ist doch recht betagt, die Online-Version wird nach einiger Zeit wieder aktualisiert.
Das muss sich einmal durch den Kopf gehen lassen: es gibt mehr Bücher, die uns erklären, wie man Suchmaschinen manipuliert als Bücher darüber, wie man richtig sucht.
Eine gute Quelle und ausführliche Quelle ist das Manual von Dirk Lewandowski, das es online und dort auch zum Download als PDF gibt.
Das Regionale Rechenzentrum Niedersachsen (RRZN) in Hannover gibt für Angehörige von deutschen Hochschulen EDV-Leitfäden heraus, unter anderem einen Leitfaden für Suchmaschinen. Dazu stellt der Herausgeber resigniert fest:

Wir stellen fest, dass unsere Studierenden wohl nur noch Google zur Kenntnis nehmen und völlig ignorieren, dass durch (eventuell zusätzlichen) Einsatz anderer
Suchhilfen Suchergebnisse deutlich verbessert werden können. Deshalb ist der Absatz dieses Handbuches »Suchen & Finden« drastisch zurückgegangen und folglich
werden wir dieses Buch nicht neu auflegen.

Quelle
Wer dennoch ein wenig tiefer recherchieren muss oder möchte, ist mit der ebenfalls vom RRZN betriebenen Suchmaschine Metager gut bedient. Der typische Google-Nutzer dürfte von den Auswahlmöglichkeiten erschlagen werden, die sich eröffnen, wenn man auf der Seite ein wenig runter scrollt. Wer aber höhere Ansprüche an seine Suchergebnisse stellt, kommt nicht daran vorbei, sich intensiver mit Boolschen Operatoren und ähnlichem zu beschäftigen oder eben nach Alternativen zu Google und Co. zu suchen. Metager zeigt, welche Möglichkeiten und Alternativen es gibt.
Hier ein Text, der sehr schön die Schwierigkeiten des Suchens in unstrukturierten Daten darstellt und die mögliche Lösung in der Bayes-Statistik sieht.

Ist selfHTML tot?

Wer sich ein wenig mit HTML beschäftigt, kommt eigentlich nicht an Deutschlands größter Referenz vorbei: selfHTML. Ich dachte also, das sei der erste und beste Anlaufpunkt, um Informationen über HTML 5 und die neuen Standard für Formulare XFORMS zu bekommen. Fehlanzeige, schockiert stelle ich fest, dass das Projekt seit 2007 eingefroren ist.
Dabei dürfte mit HTML 5, CSS 3 und der WCAG 2.0, den neuen Richtlinien für Barrierefreiheit, der Bedarf an Informationen stark gestiegen sein.
In den letzten drei Jahren dürfte sich rund um das Web mehr getan haben als von 2000 – 2007. Der Firefox hat auf dem deutschen Markt den Internet Explorer eingeholt, der IE ist in einer neuen Version erschienen, Opera hat diverse Updates gemacht, Chrome und Safari sind neue Wettbewerber bei Windows-Computern. CSS 3 und HTML 5 könnten in absehbarer Zeit verabschiedet werden und einige der genannten Browser unterstützen bereits Teile der Spezifikationen. Das mobile Web wird langsam Realität, neue Endgeräte, Betriebssysteme und Browser erobern den Markt.
Mit anderen Worten: der Bedarf für eine Referenz ist gigantisch, aber zumindest im deutschsprachigen Web gibt es keine Referenz mehr, die diese Bereiche abdeckt.
Im siteeigenen Blog wird die Frage diskutiert, ob man ein Wiki einrichten sollte. Natürlich sollte man nichts überstürzen, jede verfehlte Aktionen kostet Zeit und Nerven und könnte das endgültige Aus bedeuten. Wer vergleichbare Projekte kennt weiß, wie viel Aufwand und Energie dahinter steckt, das Projekt am Leben zu erhalten. Ich frage mich allerdings schon, warum jetzt erst solche Fragen diskutiert und warum offenbar in den letzten drei Jahren keine anderen Projekte ausprobiert wurden. Warum wurde das klassische Modell, auf dem selfHTML entstanden ist, nicht einfach weiter geführt?
Man wird wohl nicht daran vorbei kommen, das W3C selbst als Referenz zu nehmen, denn es sieht nicht so aus, als ob in Deutschland sich in absehbarer Zeit etwas brauchbares entwickeln wird. Schade eigentlich, denn ich habe viel mit selfHTML gearbeitet und war immer froh darüber, mir keine teuren Bücher und stundenlanges Wühlen in mittelmäßigen Foren leisten zu müssen.

kleines Update vom 12.3.2010: Okay, langsam werden mir die Gründe dafür deutlich, warum selfHTML sich nicht weiter entwickelt hat, nachzulesen in einem ellenlangen Forenthread, der sich aus dem Blogeintrag entsponnen hat. Die Programmierer haben sich einen eigenen XML-Dialekt samt Versionsmanager ausgedacht, die Betreiber waren selbst zu eingespannt und frustriert, um das Projekt groß weiter zu entwickeln und die Kommunikation trug nicht dazu bei, die Hilfewilligen einzuladen. Natürlich läuft viel Arbeit im Backend, die man im Frontend gar nicht mitbekommt.
Man plant derzeit einen neuen Wiki-Versuch, leider gibt es auch hier keine regelmäßigen Statusupdates. Trotzdem wünsche ich viel Erfolg. Stefans Vorschläge klingen auf jeden Fall vielversprechend.

Wer ist klüger – der Einzelne oder die Vielen?

Die Masse hat noch nie einen guten Ruf gehabt: leicht zu verführen, bar jedes Verstandes, bereit, alles zu tun, was ein Demagoge ihnen befiehlt. Der Ruf hat sich im Web nicht gebessert: die User gelten als geizige, raubkopierende und wenig kreative Zeitgenossen. Der Computer-Enthusiast Jaron Lanier hält der Internet-Gemeinde ihre eigenen Mythen vor. Ihm zufolge habe die Masse keine Intelligenz oder Kreativität. Die Versprechen, dass auch unbekanntere Kreative im Netz ihre Kunst finanzieren könnten, hat sich nicht erfüllt.
Da passt es gerade, dass sich Deutschlands literarisches Wunderkind Helene Hegemann mit ihrem Buch „Axolotl-Roadkill“ offenbar gehörig bei einem Anderen bedient hat, ohne dessen Beitrag zu nennen und das offenbar legitim findet.
Ist es aber nicht: urheberrechtlich geschützte Werke dürfen natürlich nicht ohne Weiteres kopiert werden und im Zweifel untersteht jedes Werk dem Urheberrecht. Doch auch die Spielarten der CC-Lizenzen erlauben in der Regel nicht das Kopieren ohne Namensnennung des Urhebers. Doch selbst wenn das Kopieren ohne Namensnennung erlaubt ist, es entspricht der Ehrlichkeit, die Werke oder Teile der Werke Anderer nicht als die Eigenen auszugeben. Hegemann und die Verlag wären sicher nicht einverstanden, wenn ich hingehen und „ihr“ Werk mit leichten Veränderungen als mein Werk darstellen würde. Hegemann selbst hat ihr Buch vermutlich nicht unter CC-Lizenz gestellt, ergo scheint es so, als ob sie Wert auf ihr Urheberrecht legt.
Das Kind der Web-Generation klaut bei Anderen, gibt es als ihr eigenes Werk aus und beruft sich nebenbei auf eine halbverstandene Web-Ideologie, wenn das keine Schlagzeile für den Boulevard und für den Kulturteil ist.
Allerdings glaubt niemand, dass das Kollektiv an die Stelle des Individuums treten soll. Gruppen interessierter Leute sind in der Lage, gemeinsam Software zu schreiben, die von jedem benutzt wird. Sie schreiben an Texten, die von jedem gelesen werden. Sie drehen Filme, die von jedem gesehen werden. Sie finden sich am ehesten noch übers Web, tauschen sich über das Netz aus, korrigieren sich gegenseitig. Ideen werden von Einzelnen eingebracht, sind aber oft nicht ausgereift. Die Gruppe kann dafür sorgen, dass gute Ideen verbessert und schlechte verworfen werden.
Der Einzelne hat hier immer noch mehr Möglichkeiten, seine Kreativität auszuleben und interessierte Menschen zu erreichen als wenn er Bilder in seinem Wohnzimmer, Skulpturen in seinem Vorgarten oder Graffiti an einer Wand ausstellt. Niemand muss sich wünschen, dass ein Kollektiv von Menschen an die Stelle des einzelnen Schreibers, Regisseurs oder Programmierers tritt. Schließlich setzt sich ein Kollektiv aus den kreativen Ideen und Lösungen Einzelner zusammen. Die Gruppe ist nichts ohne den Einzelnen, der Einzelne ist nichts ohne die Gruppe. Es ist also kein Widerspruch, wenn James Surowiecki von der „Weisheit der Vielen“ spricht, während Lanier glaubt, die Vielen brächten keine kreative Leistung. Lanier scheint ein typischer Fall von Über-Enthusiasmus geworden zu sein, der sich in Frustration verwandelt, weil sich die eiegenen überzogenen Erwartungen nicht erfüllt haben.
Kreativität kann sich nicht darin erschöpfen, anderer Leute Werke zu mixen und zu behaupten, das sei nun ein eigenes Werk. Andererseits kann man sich nicht zwingen, innovativ zu sein, denn man kann nie wissen, ob die eigenen Ideen nicht schon von jemand Anderem erdacht worden sind. Ein Werk zu erschaffen erfordert ein gewisses Maß an Zeit und Geist und wer beides nicht investiert hat, hat auch kein eigenes Werk erschaffen.
edit: sehe gerade, dass ich den halben Text in einen Link verwandelt habe, sorry, wurde korrigiert

Schutz durch Atomisierung – warum es keine gute Idee ist, seine Aktivitäten im Web 2.0 allen zugänglich zu machen

Der Trend im Web 2.0 geht dahin, sämtliche Aktivitäten im Web an einer zentralen Stelle sichtbar zu machen. Das Non-Plus-Ultra ist die Verschmelzung von Offline und Online via Geo-Tagging: Wer mit einem GPS-Handy gesegnet ist, kann mit bestimmten Diensten erreichen, dass jede Person sehen kann, wo er sich derzeit aufhält.
Die Atomisierung der Aktivitäten im Social Web schützt den Nutzer davor, schnell identifiziert und vor allem analysiert zu werden.
Für Stalker, Identitätsdiebe und Blödmänner ist das Social Web eine ideale Quelle, um ihre Opfer auszuhorchen. Bei den Journalisten Tina Kroll haben für Identitätsdiebe Name und Geburtsdatum ausgereicht, um ihr einen großen finanziellen Schaden zu bereiten, auch netzpolitik hat berichtet. Erstaunlich ist, dass bisher noch nicht wesentlich mehr Fälle bekannt geworden sind.
Hier liegt im Übrigen eine Gefahr der Unified Communications, ein Accout für alle Web-2.0-Aktivitäten. Es reicht dann aus, einmal den Zugang zu stehlen oder zu knacken, um einen Menschen vollständig zu komprimitieren.
Neben der Sparsamkeit mit Daten sollte man also genau das Gegenteil von dem tun, was heute im Social Web üblich ist: falsche Namen, falsche Geburtsdaten, unterschiedliche Nicknames, viele, viele verschiedene Anbieter für Dienste nutzen und an keiner Stelle zugeben, unter welchem Namen man bei einem anderen Dienst angemeldet ist.
Vor einiger Zeit hatte der amerikanische Medienkonzern Viacom versucht, sich per Gerichtsbeschluss die Benutzerdaten von YouTube herausgeben zu lassen. Er wollte damit Verstöße gegen das Copyright verfolgen. Dabei rächt sich, dass Google als Eigentümer von YouTube sämtliche Daten auf Dauer speichert und seine Benutzer identifizierbar sind, auch wenn sie Pseudonyme verwenden.
Kleines Update: In vielen Netzwerken ist es ein Verstoß, wenn man sich mit falschem Namen anmeldet, nur so als Hinweis.
Nebenbei bemerkt zwingen uns die Netzwerk-Effekte heute, nicht nur selbst mit unseren Daten sensibel umzugehen. Wir müssen auch sorgfältig mit den Daten Anderer umgehen und die Anderen dazu bringen, selbst sensibel mit ihren und den Daten Dritter umzugehen. Weil jeder jeden über sechs Ecken kennt und weil das Netz es enorm erleichtert hat, über diese Beziehungen auch Rückschlüsse auf die jeweiligen Personen zulässt, müssen Personendaten wie wertvolle Güter behandelt werden. Dazu gehört, dass man darauf verzichtet, Menschen mit vollem Namen im Netz zu nennen und dass man sie um Erlaubnis bittet, bevor man Fotos mit ihnen ins Netz stellt.