Archiv der Kategorie: The Thinking Turn

Komplexe Link-Strukturen – Wikipedia

Die Wikipedia ist lebendiger Ausdruck menschlicher freiwilliger Kooperation. Ganz nebenbei ist sie eine riesige Ansammlung von untereinander verbundenen Artikeln. Die Zahl der internen Links ist dabei extrem hoch. Wir kennen das bereits aus gedruckten Lexika, wo praktisch in jedem Artikel ein halbes Dutzend und mehr Verweise auf andere Artikel enthalten sind.

Schaut man sich diese Artikel an, findet man wiederum weitere Querverweise auf weitere Artikel. Nachdem ich mir überlegt hatte, dass jeder jeden über sechs Ecken kennt und versuchte, das Ganze anschaulich zu machen, möchte ich nun einige Überlegungen zu komplexen Netzwerken ansellen.

Nehmen wir an, wir wollten eine Enzyklopädie komplett durchlesen, aber nicht linear von A bis Z, sondern indem wir bei einem beliebigen Artikel anfangen und alle Artikel durchlesen, auf die er verweist. Danach lesen wir sämtliche Artikel, auf die diese Artikel verwiesen haben. Und immer so fort.

Würden wir das tun, müssten wir früher oder später sämtliche Artikel der Enzyklopädie gelesen haben, natürlich vorausgesetzt, wir hätten die Zeit dafür. Wir interessieren uns hier aber weniger für die Artikel als die Verknüpfungen zwischen ihnen.

In Wikipedia müsste so etwas messbar sein. Nehmen wir an, jeder Artikel würde auf zehn weitere Artikel verweisen. Der Rechnung nach 10 x 10 x 10 x 10 x 10 x10 = 1 000 000, so bleiben wir bei unseren sechs Ecken.

Hier kann der Einwand kommen, dass viele Artikel weniger als zehn Verweise haben oder das Artikel, auf die verwiesen wird, oft die selben Verweise enthalten wie die Artikel, von denen der ursprüngliche Verweis kam.

Hier rettet uns die lexikalische Struktur. Ein Verweis von Miguel Cervantes führt uns zu Spanische Literatur, der uns zu Literatur führt, der uns zu Englische Literatur führt, der uns zu Joseph Conrad führt.

Oder anders: Jeder Artikel verweist auf eine höherrangige Kategorie, die uns wiederum zu den tieferen Verästelungen der Artikel führt.

Ein weiterer Vorteil lexikalischer Struktur besteht darin, dass auch voneinander im Grunde unabhängige Komplexe miteinander verbunden werden. Wie hüpfen wir zum Beispiel von Klimawandel zu Paris Hilton?

Wir könnten zum Beispiel – rein hypothetisch – eine Verknüpfung von Klimawandel zu Michael Crichton ziehen. Crichton hat einen heiß diskutierten Roman als Klimakritik verfasst. Nebenbei hat Crichton viele Romane geschrieben, die verfilmt wurden und war an der Serie “Emergency Room” beteiligt. Von Emergency Room kommen wir zu Hollywood und von Hollywood dürfte es zumindest über zwei Ecken eine Verbindung zu Paris Hilton geben.

Politisches Engagement – mausetot oder nur im Koma?

Die Studenten sind heute unpolitisch – zumindest laut der Zeit. Man beruft sich dabei auf eine Studie der Uni Konstanz, deren Ergebnisse wiederum der Focus zusammen fasste. 1983 haben sich demnach noch 53 Prozent der Studierenden für Politik interessiert, heute seien es nur noch 37 Prozent. Und

Ein dramatischer Wandel vollzog sich laut Studie auch bei den politischen Zielen von Studenten. So befürworten aktuell jeweils 52 Prozent die “Förderung von Technologien” sowie die “harte Bestrafung von Kriminellen”. 1985 hatten sich lediglich 35 beziehungsweise 29 Prozent für diese Ziele ausgesprochen. Ein Viertel der Studenten plädiert für die “Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern”, 17 Prozent fordern die “Abwehr kultureller Überfremdung” ebenda

Das heißt praktisch natürlich nichts. Die Zahl derjenigen, die unbegrenzte Zuwanderung und “kulturelle Überfremdung” befürworten, dürfte sehr gering sein. Es sagt im Grunde auch nichts darüber, wie intensiv sich ein Mensch mit Politik beschäftigt. Das heutige Engagement ist eher projekt- als gruppenbezogen.

Gruppierungen wie Greenpeace, der Nabu oder auch Parteien sind ideologisch zu festgefahren und zu starr, um Jugendlichen ein attraktives Umfeld für ein dauerhaftes Engagment zu bieten. Zudem erwarten sie Geld, ohne eine relevante Gegenleistung zu erbringen.

Das Engagement in einzelnen Projekten ohne feste Mitgliedschaft ist hingegen attraktiver, wird aber durch starre Hierachien in den jeweiligen Gruppierungen kaum unterstützt.

Besonders bedauerlich ist die mangelhafte Kommunikation über Websites oder Web 2.0. Wer eines der wöchentlichen Gruppentreffen verpasst, muss uninformiert bleiben. Kommunikation findet nur Face-2-Face statt.

Dabei bieten Websites, Blogs oder Twitter eine interessante und für Jugendliche eine interessante Möglichkeit: Einerseits lernen sie hier den professionellen Umgang mit diesen Tools, andererseits können sie durch regelmäßigen Austausch eher als “feste Freie” gewonnen werden.

Der Vorleser bleibt stumm

Zumindest wird Amazons “Kindle” künftig bei einigen Büchern schweigen. Die amerikanische Authors Guild sieht diese Vorlesefunktion als eine Form der Aufführung an und übte auf den Entwickler Amazon Druck aus, die Funktion abzustellen. Nun hat die Authors Guild laut Golem.de die Möglichkeit, diese Funktion bei ihren Büchern abstellen zu lassen. Der andere große Anbieter Sony wird hier sicher nachziehen, falls eine solche Funktion bei seinen Geräten jemals Einzug halten wird.

Blinde, Sehbehinderte und andere Menschen mit Sehschwäche werden sich bei der Autorengilde herzlich bedanken. Wer die Qualität von Sprachsyntesizern kennt, findet allein den Gedanken absonderlich, diese seien mit öffentlichen Vorlesungen zu vergleichen.

Es zeigt aber auch einmal mehr, wie viel die Unternehmen von Nutzerfreundlichkeit verstehen. Ob Apples IPod, der nur das firmeneigene Format abspielte. Oder Sonys MD, die nicht zuletzt deshalb tot ist, weil man per USB zwar Stücke auf die Minidisc spielen kann, aber diese Stücke nicht auf den PC zurückspielen kann. Natürlich deshalb, weil Sony sich selbst in der Musikindustrie engagiert. Der Buchhändler Amazon mochte sich wohl eben so wenig mit den Produzenten seines wichtigsten Produkts anlegen. Man mag nur hoffen, jemand anderes wird ein besseres, günstigeres und vor allem nutzerfreundlicheres Produkt dieser Art auf den Markt bringen.

Wer bin ich – und wie viele gibt es von mir?

Oder anders herum, was bedeutet Persönlichkeit heute im Internet? Wer heute mit seinem eigenen Namen im Web aktiv ist, muss sich schon über das Morgen Gedanken machen. Vor allem jugendliche stellen ohne große Bedenken peinliche Fotos von sich oder ihren Freunden ins Netz. Die Frage, ob das ein potentieller Arbeitgeber zu Gesicht bekommen sollte, stellt sich ihnen da noch nicht. Dabei kann das negativ auf sie zurückfallen.

Mittels Spezialsuchmaschinen wie Yasni ist es kaum ein Problem, auch Profile auf sozialen Foren wie Stay Friends zu entdecken. Ich habe bei yasni einen VIP-Rank von 382 – was auch immer das bedeuten mag.

Prinipiell gibt es zwei Möglichkeiten, sich zum Web zu verhalten:

1. Hält man sich komplett raus
2. versucht man, mittels eigener Website bzw. mit Profilen sich ein positives Image zu verfassen.

Wir sprechen vom Online Reputation Management. Tue Gutes und sprich darüber heißt dann die Devise im Web. Ob man seine eigene Website betreibt, ein Blog oder ein soziales Profil, überall sollte man überlegen, ob die eigenen Eltern, vielleicht sogar die potentiellen Schwiegereltern das lesen dürften.

Wichtiger ist aber noch, alles Negative rauszuhalten. Das geht von peinlichen Videos von mitternächtlichen Saufgelagen bis zu den Speckröllchen im Schwimmbad, die auf irgendwelchen Fotos zu sehen sind. Es ist alle Mal einfacher, solche Dinge herauszuhalten als sie nachträglich zu entfernen.

Die soziale Plattform Facebook hatte übrigens versucht, klammheimlich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu ändern, um sich selbst nach einer Löschung des Accounts die Nutzungsrechte an Multimedia-Elementen und Texten zu sichern. Das muss man sich einmal langsam auf der Zunge zergehen lassen: Ich stelle dort meine Fotos ein und wenn ich sie wieder lösche, möchte Facebook sie weiter nutzen!

Da kaum ein Mensch sich die AGB durchliest, könnte so etwas überall drin stehen. Solche AGB dürften vor normalen Gerichten keinen Bestand haben, schließlich behält in Deutschland der Urheber immer die Rechte an seinen wErken. Dennoch muss man sich vor Augen halten, dass das Web das Gedächtnis eines Elefanten hat. Ist das Zeug einmal in einem Archiv gelandet, kann es jederzeit wieder auftauchen.

Wiedergeboren – der Fanatismus der Neubekehrten

Es ist ein allgemeines Phänomen: Wann immer jemand zu einer neuen Haltung bekehrt wird, ist er fanatischer als jene, die länger dabei sind: Sei es Religion, politische Einstellung oder Hobby.

Woran liegt das eigentlich? Es ist vermutlich der Glaube, eine Art Wiedergeburt erlebt zu haben. Man glaubt sich im Besitz unglaublicher Weisheiten, die man an alle weitergeben muss.

So sind wiedergeborene Christen sehr oft fanatischer und missionarischer als ihre Glaubensbrüder, die schon länger dabei sind. Vielleicht spüren sie auch einen – echten oder eingebildeten – Druck, ihre Glaubensfestigkeit den Anderen und sich selbst zu beweisen.
Junge Mäner mit muslimischen Wurzeln entdecken ihren Glauben wieder und fangen an, den liberalen Lebensstil aktiv abzulehnen, den sie selbst zuvor gelebt haben. Junge muslimische Terroristen sind oft solche jüngst Wiederbekehrten.
Ehemalige Fleischesser mutieren zu vegetarischen Missionaren, ehemalige Vegetarier hingegen bekämpfen fanatisch den grassierenden Vegetarismus.
Die schlimmsten Nichtraucher sind die ehemaligen Raucher. Das hat auch damit zu tun, dass sie durch andere Raucher an ihre Sucht erinnert werden. Der Nikotinentzug macht diese Personen zudem recht hibbelig.

Wenn man in einer größeren Stadt durch eine Fußgängerzone geht, trifft man oft christliche Missionare, meistens aus einer christlichen Sekte wie den Mormonen. Das sind oft junge Leute, die frisch bekehrt wurden.

Horst Mahler, der ehemalige RAF-Anwalt und Terrorist drehte eine Piruette von links nach rechts, bekennt sich heute zum Antisemitismus und zur Deutschigkeit.

Natürlich können auch viele Menschen fanatisch sein, die schon länger bei einer Gruppe dabei sind. Der Fanatismus der Neubekehrten ist aber etwas ganz Besonderes.

Abschließend muss man aber festhalten: Das einzige, was nerviger ist als Leute, die Einem ungefragt ihre Weltanschauung auseinandersetzen sind Leute, die von Einem erwarten, man möge seine Weltanschauung haarklein erklären, um dann ihre eigene Weltanschauung erklären und verteidigen zu müssen.

Wenn mir Fleisch angeboten ist, sage ich nur: “Ich bin Vegetarier”, doch recht wertneutral, nur als Erklärung, warum ich das Fleisch nicht annehmen kann. Daß der Fleischesser mir dann unbedingt erklären, wie nahrhaft und wichtig Fleisch für die Ernährung sei, verlangt mir dabei die meiste Geduld ab.

Leserbindung durch Communitybuilding

Die meisten Zeitungen haben heute Anhängsel im Internet. Nun ja, vielleicht sind die Printprodukte nun Anhängsel des Webauftritts. Zumindest ist die Zeit vorbei, wo man seine Artikel einfach nur online gestellt hat, als ob das Web aus Texten bestehe.

Was tatsächlich fehlt, ist eine Leserbindung im Web. Die Zeitungen haben es relativ verschlafen, hier frühzeitig anzufangen. Dabei gibt es gute Vorbilder, in Deutschland etwa das Online-Magazin Telepolis. Hier ist an jeden Artikel ein Forum drangehängt, welches nicht immer zu lesen lohnt. Allerdings stehen da gelegentlich auch intelligente Kommentare drin, manche User sind schon seit vielen Jahren dabei und haben mehr Kommentare bei TP hinterlassen als irgend einem anderen Medium.

Geradezu schlabbrig wirken da die angehängten Foren bei welt.de oder taz. Beide haben – und da sind sie in der Online-Zeitungslandschaft keine Ausnahme – kein Management ihrer Community. Die Beiträge werden absteigend hintereinander angezeigt. Spam soll durch Captchas ausgebremst werden, doch das, was durch die Filter kommt, ist qualitativ auch nicht wesentlich besser.

Welt online wimmelt somit von Kommentaren, durch die man sich durchblättern mag – aber wer tut das? Bei der taz hingegen sind Kommentare relativ rar gesät.

Wie das Beispiel Telepolis aber zeigt, ermöglichen Communities eine Leserbindung. In Communties können sich wie im Social Web üblich, Beziehungen entwickeln. Man lernt sich kennen, diskutiert regelmäßig miteinander, freut sich, wenn man sich wieder trifft. Wie im wahren Leben.

Communities sind also nicht nur aufwendige Zeitverschwendung, sie sind praktisch der einzige Weg, die Bindung der Leser zu erhöhen und zu sichern.

Die Lust an der Rebellion – Udo Pollmer

Irgendwie möchte sich jeder gerne als Underdog oder Rebell profilieren: die Manager, Friedrich Merz, die Politiker, alle versuchen den Charme des David-vs.-Goliath-Image zu entwickeln.
Drei dieser Antisten sind Walter Krämer, Udo Pollmer und Dietrich Schwanitz.

Udo Pollmer ist Lebensmittelchemiker mit einem Talent zum Schreiben. Sein erklärtes Ziel besteht im Kampf gegen die populären Enrähungsirrtümer, gegen Ernährungserater und Diätexperten. Plmmer klärt uns über sämtliche Irrtümer auf, denen wir im Laufe unsere Lebens im Kontext der Ernährung begegnet sind. Vitamine, Mineralien, Zucker – keine “Wahrheit” läßt er stehen.

Pollmer unterhält auch eine Radiokolummne im DeutschlandRadio.

Obwohl Pollmer überwiegend recht hat, schießt er auch gerne über das Ziel hinaus. Die Dogmatiker der Ernährungs- und Abnehmfront sagen uns, was wir tun und essen sollen. Pollmer sagt uns nicht, was wir tun sollen. Indem er gängige Mythen zurecht demontiert, zerlegt er unsere Gewissheiten und stürzt uns Konfusion.

Googles prekäre Macht

Google ist heute zum Synonym für Suchmaschinen, aber auch für Allmachts- und Datensammel-Alpträume geworden. Diese Furcht ist sicher nicht ganz unberechtigt, dennoch wird übersehen, wie brüchig Googles Macht ist.

Googles Hauptgeschäft basiert immer noch auf den AdWords und AdSense-Kampagnen. Bei jeder Suche über Google werden passende Angebote eingeblendet. Dabei werden einzelne “Suchbegriffe” versteigert. Der User klickt auf diese Suchbegriffe und Google bekommt je nach Wert des Begriffes einige Cent oder Dollar vom Anbieter.Zudem haben viele private und kommerzielle Websites Google-Anzeigen eingeblendet.

Google hat noch eine ganze Reihe weiterer attraktiver Angebote wie dem Trackingdienst, der Webmasterzentrale, Picasa, Orkut, blogger.com und vieles mehr. Alle diese Dienste sind bisher kostenlos. Google sammelt fleißig Daten und hofft sicher nicht zu Unrecht, diese irgendwann in einer Form kapitalisieren zu können.

Die Basis ist und bleibt die Suchmaschine. Google bietet den bisher besten Suchdienst an, aber er ist dennoch nicht immer zielführend. Es ist durchaus möglich, dass einer Konkurrent einen besseren Suchdienst anbieten wird: Cuil, Yahoo, Live Search oder Ask bzw. ein völlig neuer Anbieter könnten die Suchmaschine der Zukunft anbieten. Metasuchmaschinen wie Metager oder Spezialsuchmaschinen könnten Google schnell den Rang ablaufen. Denn das Web wird immer größer, doch großartige Fortschritte bei Googles Suchalgorythmus sind bisher nicht sichtbar.

Google ist daher gezwungen, entweder seine anderen Angebote gewinnbringend zu machen oder für immer und ewig die beste Suchmaschine zu bleiben. Nun muss man sehen, dass fast alle Google-Dienste noch eine Alternative haben, zumal Googles Ruf wegen der Datensammlung doch arg gelitten hat. Der Trackingservice von Piwik, die Webmasterdienste von Live oder Yahoo, diverse Videoportale, Blog-Dienste und viele mehr werden in dem Maße attraktiver, in dem Google seinen guten Ruf einbüßt.

Wer also Googles Macht verachtet, sollte Google schwächen, indem er dessen Dienste nur noch dann nutzt, wenn es keine Alternative dazu gibt. Wie etwa bei der Buchsuche, für die noch niemand eine Alternative anbietet.

Diese Seite ist Under Construction

Nein, diese Site hier natürlich nicht;-) Aber diese hier. Ein wenig peinlich ist das schon für ein Unternehmen. Dass die Unternehmenspräsenz im Web gelegentlich erneuert wird, ist selbstverständlich. Dass man den alten Auftritt offline stellt, bis die neue Seite fertig ist, ist eine doch recht seltsame und überflüssige Maßnahme.

Für Wartungsmaßnahmen verwendet man normalerweise die Zeit, an der der geringste Verkehr auf dem Server stattfindet. Für einen Relaunch muss man selbstredend nicht die alte Site offline nehmen, bis die neue fertig ist, es sei denn, die alte Site würde ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Bei einem Unternehmen wirkt kaum etwas unprofessioneller als ein “Under Construction”-Hinweis. Man stelle sich vor, jemand würde das Gebäude renovieren, in dem ein Unternehmen sitzt und dieses Unternehmen würde seine Geschäfte für diese Zeit auf Eis legen.

Anders ist das natürlich bei Serverausfällen, die überall vorkommen können. Das ist zwar auch ärgerlich für den Besucher, aber weniger schlimm als ein “Under Construction”.

John Updike gestorben

Es ist komisch, je älter man wird, desto häufiger sterben Menschen, die man gekannt hat. Dabei macht es oft kaum einen Unterschied, ob es nun entfernte Bekannte waren oder Menschen, von denen von nur gehört hat. Ich denke, wenn man das Buch eines Autors liest oder das Lied eines Musikers hört, geht man in gewisser Weise auch eine intime Beziehung mit ihm ein.

Nun hat es ihn auch erwischt, John Updike, einer der bekanntesten Autoren der USA: Manche mögen ihn noch aus der Simpsons-Folge kennen, wo er Ghost-Writer von Herschel Crustovskis alias Crusty the Clowns Biographie war. In der taz erschien ein sehr schöner Nachruf auf ihn. Vielleicht sitzt er setzt auf einer Wolke den anderen großen Literaten, die ihre letzte Ruhe gefunden haben: Norman Mailer und Kurt Vonnegut.

Rest in Peace John