Kategorie-Archiv: Technik

Barrierefreiheit prüfen – nützliche Werkzeuge für Redakteure

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Die meisten Werkzeuge zur Barrierefreiheit richten sich an Entwickler, viele Tools können aber auch für Menschen interessant sein, die Inhalte online bereit stellen wollen, ich bezeichne sie hier der Einfachheit halber als Redakteure.
Liste von Überschriften
Die wichtigsten Aufgaben bestehen dabei in der Überprüfung der Auszeichnungen, sowie der Prüfung von Links und Bildern. Unser wichtigstes Tool ist die Firefox Accessibility Evaluation Toolbar (FAE), die naturgemäß nur im Firefox funktioniert.

Semantik prüfen

Die meisten von euch werden in einem Redaktionssystem arbeiten. Dabei gibt es grob zwei Formen von Editoren: Die WYSIWYG-Editoren, wo die Formatierung ähnlich wie bei einer Textverarbeitung unmittelbar sichtbar wird und die Code-Editoren, die HTML oder eine Wiki-Syntax verwenden. Da die Werkzeuge natürlich nur fertiges HTML überprüfen können wird die Prüfung meistens erst in der Vorschau oder im Live-Betrieb möglich sein. Wenn ihr mit HTML arbeitet empfiehlt sich auch der Einsatz eines HTML-Editors wie Phase 5, mit dem man über das Syntax-Highlighting sofort sehen kann, ob irgendwo die Tags nicht richtig geschlossen wurden.

Mit der FAE könnt ihr im Online-Betrieb sehr einfach prüfen, ob ihr Zwischenüberschriften, Listen, Abkürzungen und das ganze andere Zeug richtig ausgezeichnet habt.

Wir prüfen als erstes mal die Überschriften. FAE klinkt sich nach der Installation als weiteres Menü in die Menüleiste ein. Um die Überschriften zu prüfen wählen wir also Accessibility -> Navigation -> Headings. Es taucht oben links ein Fenster auf, das ihr irgendwo hin schieben könnt, wo es nicht stört. Es werden die Überschriften der verschiedenen Ebenen angezeigt. Bewegt man sich mit den Pfeiltasten durch die Liste wird auf der Website der zugehörige Bereich farbig hervorgehoben. Ihr müsst also darauf achten, dass tatsächlich alle Überschriften hervorgehoben werden, wenn ihr euch durch die Liste bewegt. Dabei wird auch die vergebene Überschriftenebene angezeigt. Die FAE kann nicht zwischen Gestaltungs- und Inhaltselementen unterscheiden, es werden also auch Navigationen als Listen oder ansonsten unsichtbare Bereichsüberschriften angezeigt. Einfach ignorieren und zum Inhalt weiterspringen.

Ähnliches kann man mit weiteren Elementen machen, die ich der Faulheit halber hier einfach mal ohne Fließtext aufliste.

Element
Zu finden unter Accessibility ->
Listen
Style -> Lists
Abkürzungen
Text Aquivalents -> List of Abbreviations
Sprachwechsel
Navigation -> Language Changes
Alternativtexte für Bilder
Text Aquivalents -> Show Text Aquivalents
Datentabellen
Navigation -> Data Tables
Links
Navigation Links

Es gibt zwei mögliche Fehler: Entweder ist ein Element nicht ausgezeichnet oder es ist nicht korrekt ausgezeichnet. Ihr müsst also nicht nur darauf achten, was die FAE euch anzeigt, sondern auch darauf, was sie nicht anzeigt, aber anzeigen sollte. Die Links sollten möglichst sprechend sein, auf jeden Fall sollte es nicht mehrere Links mit dem selben Linktext geben.

Mit der Web Accessibility Toolbar für den Internet Explorer kann man ähnliches anstellen, sie klinkt sich allerdings als Symbolleiste in den Browser. Die meisten der oben genannten Funktionen finden wir hier unter dem Punkt Struktur. Unter Bilder können wir uns Alternativtexte anzeigen lassen. Die Toolbar bietet unter Farben Zugriff auf verschiedene Analysewerkzeuge, die auch für Bilder genutzt werden können. Dazu gehört ein Kontrastanalyser.

Ein recht einfacher Weg, um sich Strukturelemente anzeigen zu lassen ist ein benutzerdefiniertes Stylesheet. Wer ein wenig CSS schreiben kann wird damit kein Problem haben. Wir können zum Beispiel sagen, dass er Überschriften, Listen und Zitate einfärben soll. Dann laden wir das Stylesheet in den Firefox und aktivieren es jedes Mal, wenn wir eine Seite prüfen wollen, z.B. im Firefox unter Ansicht -> Ansicht -> Webseiten-Stil.

Texte prüfen

Die Komplexität von Texten zu prüfen ist aktuell mit technischen Mitteln kaum möglich. Aber zumindest gibt es Werkzeuge, die einem helfen können. In Word ist seit Ur-Zeiten der Flesch- Test integriert. Er berechnet aufgrund der durchschnittlichen Satzlänge, der Zahl der Langen Wörter und weiterer Faktoren einen Wert, der zumindest grobe Anhaltspunkte für die Lesbarkeit liefert. Ähnliches macht der Bla-Bla-Meter, wo man einen Text begrenzter Länge prüfen lassen kann.

Ich persönlich finde diese Tools nicht hilfreich: Zum einen geben sie keine Hilfestellung dabei, problematische Stellen aufzuspüren, zum anderen verleiten sie dazu, auf die jeweiligen Tools hin zu optimieren. Aber wenn ich einen langen Satz in zwei Stücke zerhacke habe ich nicht unbedingt etwas verbessert. Die Flesch-Prüfung aktiviert ihr in Word unter Extras –> Optionen -> Rechtschreibung und Grammatik -> Lesbarkeitsstatistik. Die Statistik wird angezeigt, wenn die Rechtschreib- und Grammatikprüfung abgeschlossen wurde. Man kann den Score aber auch im Internet ermitteln lassen. Achtet darauf, dass deutsche Wörter und Sätze meistens länger sind als englische, deutsche Texte schneiden deshalb im Schnitt auch schlechter ab als ihre englischen Pendants.

Die Anwendung der Rechtschreib- und Grammatikprüfung gehört natürlich zu unserer Routine, ich erwähne sie dennoch. Der Duden-Korrektor soll eine wesentlich bessere Prüfung abliefern, was ich allerdings bisher nicht verifiziert habe. Falsche Orthographie ist nicht unbedingt eine Barriere, aber hilfreich ist sie auch nicht.

Die Autorensoftware Papyrus Autor soll eine recht gute Stilprüfung integriert haben, eine solche Prüfung könnte uns auch dabei helfen, schlechte Formulierungen oder Bandwurmsätze aufzuspüren. Da ich das Programm mangels Barrierefreiheit selbst nicht benutzen kann verfüge ich allerdings nicht über Erfahrungen damit.

Arbeit automatisieren

Manche Aufgaben sind einfach, aber zeitaufwendig, man könnte auch nervtötend sagen. Dazu gehört die Auszeichnung von Abkürzungen, Akronymen und Sprachwechseln. Warum sich also die Arbeit nicht erleichtern?

Wir können zum Beispiel die Autokorrektur zweckentfremden. Das ist nur sinnvoll, wenn wir das jeweilige Programm nur für Texte nutzen, die ausgezeichnet werden müssen und funktioniert auch nur für Redaktionssysteme, die auf HTML oder einer anderen Auszeichnungssprache basieren. Wir würden dazu zum Beispiel in Word einmal eine komplette Liste unserer Abkürzungen, Akronyme und fremdsprachigen Ausdrücke anlegen, und als Autokorrektur-Ausdruck den kompletten zugehörigen Code eintragen. Ein Beispiel, links die Abkürzung, rechts das Ganze als HTML-Code, ich habe die HTML-Klammern weggelassen, da mir WordPress ansonsten den Code verschluckt:

z.b. abbr title=”zum Beispiel”>z.B.

Wie gesagt ist das nur sinnvoll in einer Textverarbeitung, die ausschließlich für auszuzeichnende Texte eingesetzt wird, ansonsten würde das jeweilige Programm all unsere Texte auf einmal mit Auszeichnungen schmücken.

Das klingt aufwendiger als es ist, in der Praxis decken wir mit ein Dutzend Akronymen und noch mal so vielen Abkürzungen 90 Prozent unseres Bedarfs ab. Bei fremdsprachigen Begriffen dürften es ein paar mehr sein, das sollte aber alles machbar sein.

Es wäre auch eine Überlegung wert, einfach ein Makro anzulegen, das solche Aufgaben erledigt. Dafür könnten wir die Suchen-und-Ersetzen-Funktion nutzen. Wie bei der Autokorrektur setzen wir wiederum auf unsere Liste, nur das das Makro dieses Mal erst auf Befehl unseren Text durchsucht und die entsprechenden Ausdrücke ersetzt. Dazu sollte man ein wenig Ahnung von Makroprogrammierung haben: es ist einfach, aber zeitaufwendig, das Makro mit den einfachen Funktionen des Programms anzulegen. Probleme gibt es dann, wenn das Makro angepasst werden soll, wenn wir eine neue Abkürzung anlegen wollen. Wer hier keine Programmierkenntnisse hat oder ein wenig mit dem Quellcode experimentieren will müsste das komplette Makro neu anlegen. Falls jemand eine elegantere Lösung kennt freue ich mich über einen Hinweis. Ich hatte auch überlegt, ob man Anwendungen wie Textexpander oder Phraseexpress für solche Zwecke verwenden könnte. Sie dienen normalerweise dazu, häufig verwendete Textschnipsel einfach an gewünschter Stelle einfügen zu lassen. Phraseexpress verfügt in der Kaufversion über Makrofunktionen.

Bilder

Mit Daltonize kann man Bilder online oder in Photoshop auf verschiedene Farbenblindheiten hin prüfen. Das Gleiche kann man auch mit Vischeck machen.

Zu beachten ist dabei, dass natürlich nur Inhalte getestet werden können, die auch online öffentlich zugänglich sind. Für Inhalte innerhalb eines Redaktionssystems braucht ihr ein Programm auf eurem Computer.

Jede Bildbearbeitung bietet einen Graustufenmodus, wo ihr eure Grafiken darauf hin prüfen könnt, ob sie auch bei einer solchen Ansicht noch gut zu erkennen sind. Ausgefeiltere Programme bieten außerdem Werkzeuge zur Kontrastanalyse, wo ihr testen könnt, ob die Grafik gut zu erkennen ist oder ob das Bildobjekt einen ausreichend hohen Kontrast zum Vordergrund hat, in Gimp gibt es Filter dafür.

PDFs

Wie ihr PDFs auf generelle Benutzbarkeit prüfen könnt habe ich an anderer Stelle schon erklärt. Für die Prüfung auf Barrierefreiheit gibt es die im Acrobat Reader integrierte Prüfung, die keine große Hilfe ist.

Ansonsten gibt es den kostenlosen PDF Accessibility Checker der Stiftung Zugang für Alle. Er bietet einen recht brauchbaren Vorschaumodus, der Rest ist allerdings nur hilfreich, wenn man seine PDFs mit den Profi-Programmen von Adobe erstellt hat und weiß, was sich hinter den Fehlermeldungen verbirgt, ansonsten wird man die Fehler auch nicht reparieren können.

Der Screenreader

Wer schon mit Screenreadern gearbeitet hat wird sie auch zur Prüfung seiner Texte einsetzen können. Grundsätzliches dazu habe ich bereits für Entwickler beschrieben. Redakteure können einfach die Funktionstasten nutzen, um sich Zitate oder Listen vorlesen zu lassen. In NVDA kann man zur Prüfung von Links oder Überschriften einfach Einfg + F7 verwenden. Die FAE scheint mir für diesen Zweck aber einsteigerfreundlicher zu sein, da die Lernkurve geringer ist und sie für Sehende ausgelegt ist.

Was fehlt

Der schlechte Ruf der Barrierefreiheit ist nicht zuletzt der aufwendigen Kleinbarbeit zu verdanken, die jeder vollbringen muss, wenn er Inhalte online bereit stellen und sich an dien BITV halten will. Ein Großteil dieser Arbeit könnte dem Redakteur abgenommen werden, wenn die Logik in das Redaktionssystem integriert wird. Es ist keine große Aufgabe, zum Beispiel ein Glossar der gängigsten Abkürzungen, Akronyme und fremdsprachigen Ausdrücke anzulegen, um diese bei ihrem Auftreten im Text automatisch auszeichnen zu lassen.

Stattdessen stehen einem die Systeme meist im Weg, WordPress filtert – wenn nicht angepasst – einfach alles an HTML raus, was es nicht kennt. Andere CMS wie die geschlossenen kommerziellen Systeme dürften noch deutlich schlimmer sein. Mir ist kein System bekannt, dass Hilfen zur Analyse oder Fehlerbehebung für die Barrierefreiheit eingebaut hat.

Screenreader für Sehende – eine Anleitung für NVDA

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Für Sehende kann es ab und zu nützlich sein, einen Screenreader einzusetzen, zum Beispiel um Programme oder Webanwendungen zu testen. Natürlich ist es sinnvoller, solche Anwendungen von Blinden testen zu lassen, aber auch die haben auch gelegentlich keine Lust und ein schlechter Test ist besser als keiner. Ich habe einige wichtige Tastenkürzel in der Präsentation zusammen gefasst, ansonsten gibt es reichlich Listen im Netz bzw. in der Programmdokumentation selbst. Einige allgemeine Informationen zu NVDA habe ich in einem anderen Artikel zusammengefasst.

NVDA statt Jaws

Man mag von Jaws halten was man will, aber zum Testen ist NVDA generell besser geeignet. In Jaws laufen eine ganze Reihe von Skripten im Hintergrund, welche die Macken von Windows und teilweise auch die Schwächen der Barrierefreiheits-APIs ausgleicht. Diese Anpassungen mögen auf den ersten Blick vorteilhaft sein, sie schaden aber oft mehr, als sie nutzen. Kein Blinder beschwert sich über die mangelnde Barrierefreiheit dieser Software, so dass sich der Hersteller nicht veranlasst sieht, seine Programme zu verbessern. Jede Änderung des Programms kann dazu führen, dass der Screenreader nicht mehr mit dem Programm arbeiten kann. Die Anpassungen sind teuer und können in der Regel nicht selbst vorgenommen werden.

An dieser Stelle ist aber entscheidend, dass der Nutzer nie wissen kann, ob ein Programm brauchbare Infos über die Accessibility-API liefert oder ob irgendein Skript im Hintergrund läuft, mit NVDA ist das kein Problem. Außerdem hat kaum jemand die 2600 Euro, die Freedom Scientific für Jaws verlangt.

Erste Schritte

NVDA kann installiert oder ohne Installation verwendet werden. Ich habe noch keine Unterschiede zwischen den beiden Varianten festgestellt, das muss aber nichts heißen. Auf jeden Fall sollte das Programm immer vor dem Browser oder einer anderen zu prüfenden Anwendung gestartet werden.

NVDA hat keine grafische Benutzeroberfläche, sondern nur das Konfigurationsmenü. Dieses erreicht man mit der Tastenkombination Einfg + N. Das Menü selbst ist mit der Maus bedienbar.

Die Sprachausgabe von NVDA heißt eSpeak. Sie klingt ein wenig blechern, ich habe an anderer Stelle schon erklärt, wie man eine andere Stimme einstellen kann, die für meine Ohren besser klingt. Ab Windows 8 ist der einfache Screenreader Narrator integriert, der auch eine deutsche sprachausgabe hat. Diese Sprachausgabe hat einen recht guten Klang und sie kann problemlos in NVDA integriert werden, damit hat sich auch das Problem mit 32-Bit und 64-Bit-Sprachen erledigt. Um diese Sprache zu übernehmen gehen wir unter NVDA -> Einstellungen -> Sprachausgabe, dort wählen wir “Microsoft Speech API 5″. Damit ist die Standardstimme von Windows in NVDA integriert.

Standardmäßig speichert NVDA die Einstellungen nicht, das ist aber meistens sinnvoll. Wir rufen also das Menü auf und wählen unter Einstellungen -> Allgemeine Einstellungen Einstellungen beim Beenden speichern.

Um zu hören, welche Information über ein bestimmtes Element ausgegeben wird kann die Cursoransage aktiviert werden. Dazu gehen wir unter Einstellungen -> Mauseinstellungen und aktivieren Objekttyp unter dem Mauszeiger ansagen.

In der Standardeinstellung ist NVDA ein wenig geschwätzig insbesondere wenn wir eine Website mit Tabellenlayouts haben. Natürlich landen alle Webdesigner, die Tabellenlayouts einsetzen in der Hölle, aber es kann ja sein, dass du die Website eines anderen schon Verdammten checken willst. In diesem Fall ist es sinnvoll, unter Einstellungen -> Dokumentformatierungen die drei Felder zur Tabellenansage zu entchecken. Diese Funktionen sind überwiegend eher für die Textverarbeitung interessant, leider haben die Macher das mit den Einstellungen für die Objektansage im Browser zusammengepackt.

In HTML gibt es eine Funktion, um Eingabefeldern automatisch einen Fokus zuzuweisen. NVDA aktiviert dabei den sogenannten Formularmodus, dieser dient dazu, Formulare auszufüllen. In den meisten Fällen stört das nur, deswegen schalten wir das ab. Dazu gehen wir unter Einstellungen -> Lesemodus und klicken die beiden Optionen zur automatischen Fokuseinschaltung weg.

Nützliche Tools

Für Entwickler gibt es Einige hilfreiche Tools wie den Sprachbetrachter. Der Sprachbetrachter gibt die Informationen als Text aus, die normalerweise als Sprache oder als Braille ausgegeben werden. Wir finden ihn unter Extras -> Sprachbetrachter. Das Fenster legt sich über den Bildschirm, kann aber wie bei Windows gewohnt in eine Ecke geschoben werden, wo es nicht weiter stört. Der Sprachbetrachter funktioniert auch, wenn die Sprachausgabe abgeschaltet ist, dazu gehen wir unter Einstellungen -> Sprachausgabe und wählen im Ausklappfeld Keine Sprache.

Interessant könnte außerdem das Protokoll sein. Ich bin selber kein Entwickler, deswegen überlasse ich euch die Einschätzung. Zunächst können wir den Protokollierungsmodus festlegen. Dazu gehen wir unter Einstellungen -> Allgemeine Einstellungen und wählen dort die Protokollierungsstufe. Dort gibt es auch einen Debug-Modus, der könnte aber auch nur zum Debuggen von NVDA selbst gedacht sein. Nach getaner Arbeit könnt ihr euch das Protokoll unter Einstellungen -> Extras Protokoll anzeigen anschauen.

Wenn ihr euch schon mit den Accessibility-Schnittstellen beschäftigt habt, könnt ihr nützliche Informationen zur aktuellen Anwendung mit Einfg + F1 aufrufen. Dort gibt es verschiedene Infos zur verwendeten API und noch einiges mehr.

Mit Einfg + F7 können wir uns im Browserfenster sämtliche Überschriften, Links oder Sprunganker anzeigen lassen. Damit kann man so schöne Fehler wie diesen hier identifizieren.
Liste von Links des Basic Marktes
Mit Einfg – Pfeil nach unten wird alles vorgelesen, was hinter dem Cursor steht. Wenn ihr also am Anfang der Seite steht wird die Seite vollständig vorgelesen samt Links, Navigationselementen, Fußzeile und was es noch so gibt. Ich kenne allerdings niemanden, der sich das freiwillig anhören würde zumal es einige Minuten dauern kann, bis der Screenreader zum Ende der Seite gelangt. Das ist keine Möglichkeit, sich einen guten Überblick über die Seite zu verschaffen, weil einfach zu viele Elemente vorhanden sind und sich das niemand merken kann. Wenn ihr mit dem Mauscursor über ein Element wie zum Beispiel einen Button fahrt könnt ihr hören, welches Informationen NVDA aus diesem Element auslesen kann. Auch das wird im Sprachbetrachter angezeigt.

Ansonsten gibt es einige Anleitungen zum Testen mit Screenreadern imNetz. Falls ich noch ein interessantes Plugin oder eine weitere Funktion finde wird das hier nachgereicht. Ansonsten gibt es ja noch die Firefox Accessibility Extension, die einige Funktionen mehr liefert, aber eben nicht so plastisch ist wie ein Screenreader.

Achtet darauf, dass der Cursor nicht in der Adresszeile oder dem Suchfeld des Browsers sein darf, sondern im Browserfenster sein muss. Falls ihr ein Einrastgeräusch gehört habt ist der Screenreader in den Formularmodus gewechselt, in dem Formulare ausgefüllt werden können. In diesem Fall drückt schnell Escape.

Fazit

Für Leute, die nicht regelmäßig mit Sprachausgaben arbeiten dürfte der Sprachbetrachter die einfachste Möglichkeit zum Testen von Webanwendungen sein. Die größte Herausforderung dürfte darin bestehen, dass Elemente nicht einfach dargestellt, sondern lediglich beschrieben werden. Allerdings habe ich festgestelt, dass die meisten Nutzer erst den Sinn von Semantik verstehen, wenn sie den Screenreader einmal praktisch genutzt haben.

Barrierefreiheit verbessern mit Web Analytics

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Web Analytics sind Dienste, mit denen sehr detaillierte Statistiken über die Nutzung eines Webangebots erhoben werden können. Ursprünglich hatten sie ungefähr den Funktionsumfang von serverseitig generierten Reports, können mittlerweile aber wesentlich mehr. Aber kann man sie auch zur Verbesserung der Barrierefreiheit verwenden?
Balkendiagramm
Analytics kann gezielt dazu genutzt werden, mögliche Barrieren aufzuspüren. Dazu nehmen wir uns gezielt die Bereiche der Website vor, die am meisten Probleme machen können. Das sind vor allem Bereiche mit JavaScript/Flash sowie Formulare. Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich vor allem dort, wo der Nutzer mit der Site interagiert.

Es gibt generell zwei Möglichkeiten, das Tracking zur Verbesserung der Barrierefreiheit zu verwenden. Das allgemeine Tracking einer bereits bestehenden Website sowie das Testen in einem geschlossenen Bereich.

Das allgemeine Tracking

Die großen Dienste erlauben das Beobachten – also Tracken – von Aktionen. Dazu gehört zum Beispiel das Verhalten beim Ausfüllen von Formularen oder der Umgang mit bestimmten Elementen der Webseite wie die Navigation. Das Maus-Tracking gehört mehr oder weniger zum Standard, aus irgendeinem Grund werden Tastatureingaben nicht standardmäßig getrackt.
Mit einer Heatmap kann man erkennen, wo die Menschen hingeklickt haben. Wenn es da nichts zu klicken gab, besteht Optimierungsbedarf.

Damit lässt sich auch beobachten, wie hoch die Dropout-Rate bei Ausklappmenüs ist. Wenn ein signifikanter Anteil der Nutzer daneben klickt gibt es Verbesserungsbedarf.

Ein weiterer fehlerträchtiger Bereich sind Formulare. Das Scheitern an Formularen gehört sicherlich zu den häufigsten Barrierefreiheitsproblemen überhaupt. Mit Analytics lässt sich generell beobachten, wie hoch die Zahl der Fehlversuche beim Ausfüllen von Formularen ist. Die Ursache ist nicht immer eindeutig an den Daten ablesbar, aber bei einer auffälig hohen Fehlerrate sollte ohnehin ein Experte ran, der mögliche Probleme mit einer heuristischen Analyse erkennen kann.

Ein Problem bei der Optimierung der Barrierefreiheit besteht allerdings darin, dass die statistische Signifikanz zu gering ist. Wir wissen natürlich nicht, ob unser Besucher blind, motorisch eingeschränkt ist oder eine andere Behinderung hat. Gehen wir davon aus, dass bis zu fünf Prozent unserer Besucher eine Behinderung haben, schlägt sich diese Zahl wahrscheinlich nicht als messbarer Wert in unseren Daten nieder. Diese fünf Prozent setzen sich aus unterschiedlichen Behinderungen zusammen, es kann sein, dass Blinde problemlos zurecht kommen, während motorisch Behinderte scheitern. Wir erkennen also eher Usability- als Barrierefreiheits-Probleme. Für ein Dropout-Menü halte ich eine Fehlerrate von fünf Prozent schon für alarmierend, zumindest die Navigation einer Website sollte problemlos funktionieren. Auch bei Formularen halte ich einen möglichst geringen Wert für wünschenswert. Die meisten – auch behinderten – Nutzer sind oft nicht so aufmerksam, wenn es um das Ausfüllen geht. Aber offensichtlich sind sie bereit, das Formular auszufüllen und ein mehrfaches Scheitern legt nahe, dass der Webdesigner nicht sauber gearbeitet hat.

Eine Möglichkeit, die ich allerdings verworfen habe ist die Beobachtung der Seiten, bei denen die meisten Nutzer die Website verlassen. Hier fehlt einfach die Aussagekraft, es kann alle möglichen Gründe haben, warum die Besucher die Website an dieser Stelle verlassen. Sie haben vielleicht gefunden, was sie gesucht haben oder erkannt, dass sie das Gesuchte hier nicht finden oder die Unterseite bildet den Schlusspunkt eines logischen Informationsblocks und ist daher ein natürlicher Ausstiegspunkt.

Ein Bereich, der ebenfalls nur indirekte Informationen liefert ist das Tracking der User Agents. Darunter werden Daten zum Betriebssystem, Browser, Browserversion und teils auch eingesetzte Plugins gesammelt. Außerdem werden Werte wie die Bildschirmauflösung oder die Internet-Bandbreite getrackt. Daraus läst sich zumindest ableiten, ob die Benutzer mit veralteter Technik auf der Website unterwegs sind. Plugins für PDF und Flash sind zwar noch weit verbreitet, aber dank NoScript und Flashblock kann heute kaum noch jemand sagen, ob sie tatsächlich noch zum Einsatz kommen.

Veraltete Software sowie langsame Internetverbindungen deuten zumindest auf einen eingeschränkten Zugang zu neuen Techniken hin, was ja auch schon eine Barriere sein kann. Die Lösung lautet so oder so responsives Webdesign und möglichst geringe technische Anforderungen an die Technik der Besucher zu stellen.

Testen im Beta-Bereich

Eine alternative Möglichkeit ist, die Webseite oder den Prototypen in einem geschlossenen Beta-Bereich zu testen. Ähnlich wie beim Usability-Test erhalten die Testpersonen die Möglichkeit, eine Webseite mit ihren Hilfsmitteln zu testen. Nur müssen sie dazu nicht in ein Testlabor fahren, sondern können das bequem von zuhause aus mit ihren eigenen Hilfsmitteln machen. Die Kommunikation mit dem Testleiter kann über Skype oder per Telefon erfolgen. In diesem Fall werden gezielt Menschen mit Behinderung dazu eingeladen, die Website zu evaluieren, wobei verschiedene Indikatoren wie Ausfüllzeiten, Fehlversuche und so weiter gemessen werden können.

Bei Screenreader-Nutzern würde es sich außerdem anbieten, ein Browser-Plugin zu entwickeln, dass die Interaktion zwischen Nutzer und Browser aufzeichnet. Ich vermute zum Beispiel, dass die meisten Blinden nur einen Bruchteil der Screenreader-Funktionen tatsächlich nutzen. Entweder kennen sie die Fuktionen nicht oder sie brauchen sie nicht. Leider haben wir keine brauchbaren Daten dazu.

Messbare Erfolge

Wenn Formulare und andere Interaktionsbereiche verbessert wurden, indem zum Beispiel das CAPTCHA entfernt wurde, kann über Analytics beobachtet werden, wie sich die Zahl der erfolgreichen Interaktionen entwickelt. Wenn grobe Fehler ausgebübgelt wurden, kann sich die Erfolgsrate sehr gut entwickeln. Aber wie schon oben beschrieben, das Problem der statistischen Aussagekraft bleibt bestehen. Daher sollten die Zeiträume für die Beobachtung so lang sein, dass sich aussagekräftige Besucherzahlen ergeben. Bei Websites mit vielen tausend Besuchern sind auch Verbesserungen im einstelligen Prozentbereich als Erfolg zu werten.

Fazit

Web Analytics kann nur eingeschränkt dazu verwendet werden, um die Barrierefreiheit einer Website zu verbessern. Sie kann aber als Teil einer größeren Strategie der Qualitätssicherung verwendet werden. Das bietet sich für Bereiche mit starker Interaktion an. Die anderen Bereiche der Website, die nur konsumiert werden müssen sollten entsprechend schon barrierefrei sein, ansonsten wäre es auch witzlos, ausgerechnet die komplexeren Bereiche zu verbessern. Insgesamt kann das Testen von Live-Versionen von Websites auch für die barrierefreiheit sehr sinnvoll sein.

Zum Weiterlesen

Semantik im Web – eine kleine Einführung

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Tim Berners-Lee beschrieb schon sehr früh die Idee eines semantischen Webs. Dabei sollten Informationen so ausgezeichnet werden, dass sie von Maschinen bzw. Programmen ausgelesen und neu zusammengesetzt werden könnten. Das geht ein wenig in Richtung Künstliche Intelligenz,

allerdings basiert das semantische Web auf Metainformationen, die Programme “verstehen” also nicht, worum es geht. Sie werden durch die Metainformationen in die Lage versetzt, selbständig Schlüsse zu ziehen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das Stichwort dazu ist Information Retrieval.

Metadaten und semantisches Markup

Metadaten enthalten informationen über Informationen. Die einfachste Form sind die HTML-Tags selbst. Der Tag h1 zum Beispiel sagt über ein Stück Text aus, das es eine Überschrift Ebene 1 ist. Der Tag span=”h1″ sagt, dass es sich um ein span mit der Klasse h1 handelt – mit anderen Worten, nichts von Belang. Die Tags, die auf reine Gestaltung ausgelegt sind wie bold, italic und so weiter werden zwar noch eingesetzt, gelten aber als verpönt. Stattdessen wird z.B. strong eingesetzt, das via einer CSS-Klasse formatiert werden kann. Strong zeigt also an, dass dieser Text besonders wichtig ist, sagt aber nicht, wie er angezeigt werden soll.

Daneben gibt es die Metadaten im Head der HTML-Datei: Description, keywords, lang – um nur einige der bekannteren zu nennen. Bei diesen Metadaten hat es früher einen ziemlichen Wildwuchs gegeben, so dass sie auch dank Spamming kaum zu gebrauchen waren. Da Webseiten heute hauptsächlich über Redaktionssysteme erstellt werden, kümmert sich kaum noch ein Mensch um die Infos im Head. Der Bublin-Core-Standard ist der Versuch, Ordnung in das Chaos zu bringen. Die meisten aktuellen Dokumentenformate wie Doc, ODF oder PDF verfügen ebenfalls über die Möglichkeit, Informationen wie Stichworte, Autor, und Titel einzutragen. Wirklich durchgesetzt hat sich das aber lediglich bei MP3 in Form der ID3-Tags.
Die Meta Deskription wird bei Google und anderen Suchmaschinen gelegentlich in den Suchergebnissseiten als Snippet angezeigt, ansonsten spielt nur der Title-Tag für fast alle Nutzer eine wichtige Rolle, er wird in der Kopfzeile des Browsers oder in der Tab-Leiste angezeigt. Erwähnenswert ist noch die Möglichkeit, Geodaten in den Meta-Tags unterzubringen, damit wird eine geografische Verortung des Seitenbetreibers vereinfacht. Das könnte beim Location based Services und dem mobilen Internet eine Rolle spielen – oder auch nicht.

Während HTML 4.01 und XHTML 1.0 eine eher schwache Semantik haben, soll das mit HTML5 und WAI ARIA anders werden. In ARIA gibt es die sogenannten Orientierungspunkte wie Navigation, Inhalt und so weiter. Ähnliches wird es in HTML5 geben. Die Orientierungspunkte von ARIA werden bereits auf vielen Seiten unterstützt, z.B. in WordPress-Installationen, auf Yahoo und google und sogar teilweise auf Facebook.

Kleiner Nachtrag: Die semantischen Tags in HTML5 werden teilweise kritisch gesehen. Der Autor dieses Artikels rät davon ab, Tags wie Navigation oder Section zu verwenden, weil die Spezifikation dieser Tags nicht durchdacht und auch nicht intuitiv ist.

Microdata und XFN

XFN oder FOAF hat sich mehr oder weniger etabliert, weil es in den installierbaren WordPress-Versionen seit langem verankert ist. Wer eine Blogroll bzw. eine Linkliste über das System anlegt, kann auch Informationen darüber vermitteln, in welcher Beziehung man zu diesem Link steht. Ich kann z.B. sagen, das ist eine meiner Webseiten, das ist eine Webseite meines Freundes und so weiter. FOAF ist im Prinzip eine erweiterte Form von XFN, über FOAF können soziale Beziehungen maschinenlesbar dargestellt werden.

Ein weiterer Standard sind micro data. Dabei werden den Informationen über Attribute Eigenschaften zugewiesen. Praktisch wird das vor allem bei Kalender- und Kontaktdaten verwendet: also VCard oder HCard. Das ist ein ganz netter Service, weil dadurch Daten leichter ins Adressbuch oder den Kalender aufgenommen werden können.

Das semantische Web

Die Idee des Semantic Web ist schon betagt. Tim Berners-Lee beschrieb sie schon 1999 in seinem “Web-Reportt”. Es geht darum, Inhalte auf Webseiten maschinenlesbar zu machen. Ein Programm soll anhand der Metadaten in der Lage seinInformationen zu extrahieren.

Ein Beispiel: jede Veranstaltung hat bestimmte Informationsbestandteile: Veranstaltungsdatum und -zeit, Veranstaltungsort, Titel der Veranstaltung, Veranstaltungsbeschreibung und Stichworte. Diese Informationen stehen meist irgendwo auf der webseite verteilt. Suchmaschinen arbeiten bisher aber nur auf Stichwortbasis. Es ist heute also praktisch unmöglich, im Internet nach allen Veranstaltungen zum Thema “Digitale Demokratie” zu suchen. Stattdessen müsste man das Stichwort “Digitale Demokratie” in Verbindung mit Messe, Kongress, Barcamp oder etwas ähnlichem kombiniert suchen. Zudem müsste man die Phrase “Digitale Demokratie” in verschiedenen Varianten ausprobieren. Und dennoch ist es so gut wie sicher, dass wir viele Veranstaltungen übersehen würden. Einer semantischen Suchmaschine hingegen könnte man sagen: “Suche mir alle Veranstaltungen zur digitalen Demokratie im Jahr 2012″ und die Suchmaschine würde eine entsprechende Liste auswerfen.

Das bis heute nicht gelöste Problem ist der technische Aufwand und die Standardisierung. Jemand müsste hingehen und einen Standard entwickeln, das W3C stellt dafür die technische Basis mit RDF(s), OWL und SparQL. Diese Standards müssten in die gängigen Redaktionssysteme integriert werden, um schließlich von den Redakteuren eingesetzt zu werden. Das müsste so einfach sein wie einen Text zu schreiben und zu formatieren. Jenseits von Vorzeigeprojekten wie Teseus oder der semantischen Wikipedia spielt das semantische Web bisher keine große Rolle.

Schema.org

Ähnliches gilt für das von Google, Yahoo und Microsoft initiierte schema.org, das vergleichbar mit Microdata ist. Seltsamerweise haben sich die SEOs noch nicht in Massen darauf gestürzt, es gibt kein Plugin, um das in WordPress zu integrieren, was schon einiges über die Relevanz von schema.org zeigt. Allerdings gibt es schon einige Schemata auf der Portalseite zu finden, die Chancen für schema.org dürften also aktuell besser sein als jene von RDFs.

Die Chancen für die Barrierefreiheit

Es ist schon absehbar, dass bis auf HTML5 und ARIA mangels Interesse der Webmaster sich mittelfristig keines der oben genannten Systeme durchsetzen wird. Ob man tatsächlich eine Semantisierung auf dieser Ebene benötigt ist eine andere Frage. Aktuell scheinen schema.org und RDFs eher für Spezialbereiche interessant zu sein, vor allem dort, wo Informationen ohnehin in Datenbanken gespeichert werden und Webseiten dynamisch daraus generiert werden, die Informationen also ohnehin schon strukturiert sind. Wer studiert hat würde eine Bibliothek mit einem semantischen Katalog durchaus schätzen.

Bisher werden semantische Informationen in HTML oder ARIA vor allem von Screenreadern genutzt. Eine stärkere Semantisierung würde es Blinden wesentlich erleichtern, zum Beispiel gezielt einzelene Bereiche einer Webseite wie die Navigation, den Inhalt oder die Infospalte anzuspringen. Es hat sich zwar etabliert, Sprunganker und Überschriften als Hilfsmittel einzusetzen, aber Sprunganker funktionieren nicht in allen Screenreader-Browser-Kombinationen und bei den Überschriften hat sich kein echter Standard herausgebildet, wie sie korrekt eingesetzt werden sollen.

Ein weiterer Vorteil semantischer Inhalte ist, dass sie einfacher übersetzt werden können. So wäre es leichter, Programme zu entwickeln, die Texte aus Alltagssprache in Leichte Sprache oder Gebärdensprache übersetzen.

Weiterlesen

Wie man einen Computer bedienen kann, ohne Lesen und Schreiben zu können

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In Deutschland gibt es ungefähr 7,5 Millionen Menschen, die nur eingeschränkt lesen oder schreiben können. Nicht nur Bücher oder Zeitschriften sind für sie kaum zugänglich, auch ein Großteil des textbasiertenInternets bleibt für sie verschlossen. Deshalb ist die Frage interessant, ob man auch das Web nutzen kann, ohne lesen und schreiben zu können.
Computer mit Braillezeile und HeadsetRelativ einfache Aufgaben wie das Aufrufen und Lesen einer Webseite sind tatsächlich machbar. Viele Eltern erzählen ganz stolz von ihren kleinen Kindern, die ohne fremde Hilfe Videos auf dem iPad aufrufen können.
Smartphones und Tablet-PCs sind tatsächlich kleine Computer, deren Oberfläche auf das Wesentliche reduziert wurde. Weil Eingabegeräte wie die Maus und die Tastatur wegfallen, sind diese Geräte intuitiver zu bedienen. Die Oberfläche wird von wenigen Symbolen statt von ellenlangen Menüs geprägt. Die Symbole lassen sich teilweise intuitiv verstehen oder man lernt nach und nach, was sich hinter ihnen verbirgt.
Der Nutzer erspart sich außerdem den teils aufwendigen Umweg über den PC mit der Einrichtung des Betriebssystems, der Internetverbindung und des Browsers.

Mit dem Computer sprechen

Programme aufzurufen ist natürlich nur der erste Schritt. Spannend wird das Ganze erst, wenn man Webseiten aufrufen, E-Mails diktieren oder im Internet suchen kann. Das wird ermöglicht durch die Spracheingabe.
Bei den meisten aktuellen Betriebssystemen lassen sich zumindest einige einfache Funktionen über die Sprache aufrufen. Daneben gibt es einige kommerzielle Programme, die vor allem als Diktierprogramme dienen, mit denen man aber auch teilweise den Computer steuern kann. Diese Programme sind meistens nicht intuitiv zu bedienen. Der Anwender muss einen Befehlssatz lernen und trainieren.
Mittlerweile gibt es aber auch Spracheingaben, die intuitiv bedienbar sind. Am bekanntesten ist Apples Siri , aber auch für Android gibt es vergleichbare Apps wie Iris.
Mit diesen Spracheingaben lassen sich bereits einfache Aufgaben erledigen. Dazu gehört die Suche im Internet, das Schreiben von Mails oder das Verwalten des Kalenders.

Wenn der Computer antwortet

So weit, so unspektakulär. Natürlich ist es nett, wenn man Videos aufrufen kann, aber die wichtigsten Informationen sind zumeist als Text vorhanden. Hier helfen die eingebauten Bedienhilfen. Apple hat zum Beispiel in allen aktuellen Geräten den Screenreader VoiceOver integriert. Das ist ein Programm, das Inhalte für Blinde in Sprache oder Blindenschrift ausgeben kann. Es kann Texte vorlesen und Bedienungselemente ansagen, so dass Blinde ihr Gerät und viele Apps vollständig bedienen können.
Diese Programme können auch Menschen helfen, die nicht oder nur eingeschränkt lesen können. Die Bedienelemente und ihre Funktionen werden angesagt, den Text auf den Webseiten können sie sich vorlesen lassen. Außerdem können sie sich so auch elektronische Bücher zugänglich machen.
Smartphones und Tablets erleichtern wegen ihrer einfachen Oberfläche den Zugang zu Informationen im Internet. Allerdings sind sie noch kein vollständiger Ersatz für den Computer. Spätestens, wenn man einen Text ausdrucken möchte, gibt es Probleme.
Und ganz ohne fremde Hilfe wird man – zumindest am Anfang – nicht zurecht kommen. Wer noch nie im Internet war, kann noch nicht wissen, wo man nach Informationen sucht oder wie man ein Mailkonto einrichtet. Auch der Screenreader erfordert ein wenig Übung. Jeder muss erst einmal lernen, wie man einen Link aufruft oder wie man sich ein Konto bei einem eShop einrichtet.
Tablets und Smartphones haben das Potential, die Computernutzung und vor allem den Zugang zu Informationen deutlich zu erleichtern. Es gibt fast täglich Artikel aus dem angelsächischen Raum, wo berichtet wird, wie autistischen Kindern mit dem iPad das Lernen erleichtert wird. Das ist erst der Anfang, die große Revolution steht noch bevor.

Hypermedia-Learning – ein neuer Ansatz im eLearning

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eLearning ist nach wie vor die Domäne von klassischen Bildungsstätten. Es werden viele Ressourcen aufgewendet, um Lernmaterialien zusammenzustellen. Die Kurse sind meistens geschlossen, das Lernen und Kollaborieren findet in geschlossenen Systemen statt. Im folgenden möchte ich einen Ansatz vorschlagen, der das Erstellen von Lernumgebungen demokratisieren und das Lernen erleichtern soll. Screenshot von Drupal
Ich bin selber kein eLearning-Experte, daher weiß ich nicht, ob es schon einen Begriff dafür gibt. Ich nenne es Hypermedia Learning. Es vermischt vor allem zwei Ansätze: das rapid eLearning und die Massive Open Online Courses (MOOC). Das Hypermedia-Learning basiert auf vier Prinzipien:

  • Prinzip 1: Verknüpfen statt selber machen
  • Prinzip 2: Selbstständig statt angeführt
  • Prinzip 3: Verteilt statt konzentriert
  • Prinzip 4: Multidimensional statt textzentriert

Wie ich mir das ungefähr vorstelle, sieht man an diesem Beispiel, das allerdings noch nicht ganz fertig ist.

Prinzip 1: Verknüpfen statt selber machen

Für mich ist immer wieder erschreckend, wie viele Ressourcen darauf verwendet werden, das Rad neu zu erfinden. Jedes System hat zumindest in gewissem Maße seine Existenzberechtigung. Ein Informatiker hat villeicht Spaß daran, den Hunderten von Programmiersprachen noch eine neue hinzuzufügen. Aber warum man 30 verschiedene Lernplattformen basteln muss, von denen jede einzelne ihre Schwächen hat, erschließt sich mir nicht. Weil es beim Hypermedia-eLearning keine großen technischen Anforderungen gibt, lässt sich dafür jede Plattform verwenden, welche die technischen Anforderungen erfüllt. Das kann auch ein kostenloses WordPress-Blog sein oder Drupal.
Das Gleiche gilt für Informationen im Internet. Viele von den Informationen sind schon vorhanden und sie werden hoffentlich auch bleiben. Deshalb gibt es selten einen Grund, einen Text komplett neu zu schreiben, wenn die Informationen einfach nur verlinkt werden müssen. Vielfalt ist nicht per se schlecht, aber Vielfalt ist auch kein Wert an sich.
Im Hypermedia-eLearning stellt der Autor die Basis-Informationen in einem Text zusammen und bindet weitere Informationen über Links ein. Am besten ist es natürlich, die Informationen direkt in die Webseite einzubinden, wie man es mit YouTube-Videos oder Slideshare-Präsentationen machen kann. Mit Text geht das wegen der Urheberrechte nicht, eine Ausnahme wäre Scribd.
Statt alles selber zu schreiben stellt der Autor also die wesentlichen Informationen strukturiert und im Zusammenhang zusammen. Der Nutzer muss im Rahmen des Kurses die verschiedenen Materialien durcharbeiten.
Ich propagiere im übrigen kein Häppchen-Lernen. Es reicht normalerweise nicht, Texte, die man geschrieben hat einfach in eine logische Reihenfolge zu stellen. Vielmehr muss das gesamte Lernangebot einen roten Faden haben. Kein Autor wird also darum herum kommen, seine Inhalte ein wenig zu überarbeiten. Wer dafür weder Zeit noch Muße hat, fährt mit einem MOOC besser, wo lediglich zu bearbeitende Inhalte verlinkt und dazu passende Fragen zusammengestellt werden.

Prinzip 2: Selbstständig statt angeführt

Im klassischen eLearning werden vom Kursleiter Aufgaben vorgegeben, die der Schüler in einer bestimmten Zeit bearbeiten und wieder einreichen soll. Der Lehrer prüft die Lösung und gibt Feedback.
Im Hypermedia-eLearning übernehmen wir das Prinzip des autonomen Lernens. Der Nutzer erhält die Aufgabe, etwas zu tun, etwas auszuprobieren und selbständig zu prüfen, ob er das Ziel erreicht hat. Eine richtige Erfolgskontrolle wie beim klassischen eLearning ist für das selbstständige eLearning nicht nötig. Entsprechend müssen die Übungen gestaltet sein.

Prinzip 3: Verteilt statt konzentriert

Das Entscheidende ist dabei das Ziel Cummunity-Building. Die Community unterstützt im Idealfall die Bereitschaft, den Kurs zu Ende zu führen. Sie erleichtert den Austausch, wodurch das Wissen vertieft und die Reflexion verstärkt wird. Lernen ohne Lehrer könnte das Motto sein.
Viele Kurse haben keine nachhaltige Wirkung, weil der Stoff zwar durchgearbeitet wird, aber nur in Hinblick auf den Abschluß des Kurses. Das Ziel sollte aber sein, dass die Kursteilnehmer den Stoff selbständig vertiefen und das klappt im Austausch mit anderen am besten. Die Teilnehmer stellen Fragen, die durch das Kursmaterial nicht ausreichend beantwortet wurden oder gar nicht behandelt wurden. Diese Diskussionen helfen späteren Teilnehmern, den Stoff weiter zu reflektieren, das ist Crowd-Bildung.
Wenn der Kurs von der Plattform unabhängig ist, suchen sich die Teilnehmer ihre eigene Form der Verarbeitung auf Facebook, Twitter, Pinterest, Audioboo, YouTube oder wo auch immer.
Im Idealfall ergänzt dieses Material den Kurs und macht via Crowdsourcing einen besseren Kurs daraus. Das klappt aber nicht, wenn der Kurs und die Kursplattform geschlossen sind.

Prinzip 4: Multidimensional statt textzentriert

Im Internet liegen genügend multimediale Inhalte, um einen akademischen Abschluß nur mit diesen Materialien zu erlangen. Gleichzeitig sind die Kurse heute eher textbasiert. Multimedialität lässt sich dabei sowohl bei der Zusammenstellung des Kursmaterials als auch bei der Bearbeitung der Übungen realisieren.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Lernstil. Manche mögen es eher visuell, manche eher akkustisch. Diese Vorlieben werden in den klassischen Kursen nicht berücksichtigt, weil jeder Teilnehmer die gleiche Aufgabe in der gleichen Weise bearbeiten muss.
Am besten wäre es, wenn die Lernenden den Stoff direkt auf ein konkretes Projekt anwenden könnten, das sie aktuell bearbeiten. Auch das geht in den klassischen Kursen nicht, weil das dem Lehrenden zu viel Mühe bereiten würde. Das konkrete Anwenden des Erlernten ist entscheidend für den Lernerfolg.
Statt ellenlange Texte durchzuarbeiten sollte der Nutzer die Möglichkeit bekommen, möglichst viel auszuprobieren. Es geht darum, den Spieltrieb zu wecken, dem Nutzer etwas zum Anfassen zu geben, seine Neugier zu wecken und ihn möglichst viel alleine herausfinden zu lassen, statt ihm alle Informationen vorverdaut zu präsentieren.

Demokratisierung der Bildung

Für professionelle Kurse werden zahlreiche Ressourcen benötigt. Es werden Didaktiker, Fachleute zur Erstellung des Kurses und Designer benötigt, die den Kurs inhaltlich ausarbeiten und optisch aufbereiten. Die Kurse kosten im besten Falle mehere Hundert Euro. Gleichzeitig haben wir einen expliziten Mangel an Kursen vor allem zu aktuellen Themen. Die ersten deutschsprachigen Kurse zu Web 2.0 erschienen vor drei bis vier Jahren. Ist das Kursmaterial einmal ausgearbeitet, wird es nur selten auf den aktuellen Stand gebracht.
Das hier vorgeschlagene Prinzip ist sozusagen die Wikipediasierung des Lernens. Die Entstehung von Bildungsmaterial und Enzyklopädien hat viel gemeinsam. Die Enzyklopedia Britannica ist sicher ein tolles Werk, das auch seine Existenzberechtigung hat. Aber sie ist teuer und praktisch in dem Moment veraltet, wo sie auf den Markt kommt.
Gleichzeitig wirft das beschriebene Verfahren die gleichen Probleme auf, wie sie die Wikipedia bereits heute hat. Das sind vor allem die Qualitätsunterschiede in den Artikeln.
Die Qualitätskontrolle wandert sozusagen von den Inhalteerstellern zu den Kursnutzern. Sie sind angehalten, das Gerlernte kritisch zu reflektieren, in Frage zu stellen und mit ihren Beiträgen zu verbessern. Das ist sozusagen Teil des Kurses und entspricht dem Prinzip des selbständigen Lernens.
Zur Demokratisierung gehört auch, dass jeder diese Kurse erstellen kann. Es gibt keinen Grund, die Schaffung von Wissen den Experten zu überlassen. Es gibt einen Hunger auf Wissen und es gibt keinen Grund, dieses Wissen in sorgfältig gebundene vom Verlag geprüfte Bücher zu packen.
Oftmals liegt das Basismaterial schon vor. Viele Blogs werden seit Jahren mit Einträgen gefüllt. Im Idealfall müssten die Beiträge nur in eine Struktur gebracht werden, die den Lernenden die Aufnahme erleichtert. Sie werden dann ergänzt mit Beiträgen, die die Lücken füllen und mit Fragen, die den Nutzern das Selbst-Lernen erleichtern. Das Material kann nach Belieben mit Texten von anderen Webseiten, Videos, Audios oder Präsentationen ergänzt werden. Dem Autoren fällt hier als Quasi-Experten die manchmal schwere Aufgabe zu, die aus seiner Sicht besten Inhalte auszuwählen. Theoretisch lassen sich beliebig viele Inhalte einbinden, praktisch soll aber gerade der Lernende nicht mit einem Übermaß an Inhalten überschüttet werden. Und natürlich sind die Urheberrechte zu berücksichtigen, es geht nicht um Copy-Paste, sondern um Hypermedia.
Ein Kurs kann auch modular gestaltet werden, so dass er einerseits Laien wie Experten ansprechen kann. Auf der anderen Seite können so auch unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden. Die Redakteure zum Beispiel bearbeiten den ersten Teil, die Designer den zweiten Teil, aber beide haben auch die Möglichkeit, die jeweils anderen Teile durchzuarbeiten. Das heißt, dass die einzelnen Module des Kurses grundsätzlich eigenständig funktionieren müssten.
Unsere Regale sind voll von Lehrbüchern, die mit der besten Absicht gekauft wurden, aber keinen nachhaltigen Einfluß hatten. Unsere Schulen, Universitäten und das Internet sind voll altbackener Didaktik, die heutige Möglichkeiten bei weitem nicht ausnutzt.

Barrierefreie PDFs mit IBM Lotus Symphony

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Um PDF-Dokumente für Blinde zugänglich zu machen, müssen die Dokumente strukturiert – also getaggt – werden. Das geht mit OpenOffice bzw. LibreOffice. Eine etwas flottere Alternative ist IBM Lotus Symphony. Die Software ist von OOO abgeleitet, verfügt also über die gleichen Funktionen, sieht aber ein wenig anders aus. Der große Vorteil liegt darin, dass Lotus Symphony wesentlich flotter läuft und für Screenreader-Nutzer zugänglich ist. OOO wird mit Java-Laufzeitumgebung und Java Access Bridge dermaßen ausgebremst, dass kein Screenreader-Nutzer freiwillig damit arbeiten würde. Lotus Symphony hingegen arbeitet recht flott, funktioniert mit Jaws und wird von den Entwicklern von NVDA empfohlen. Damit können auch Blinde barrierefreie PDFs erstellen.

Dokumente vorbereiten

Naturgemäß werden bei der Exportfunktion nicht alle Funktionen unterstützt, die PDF theoretisch bieten würde. Die Auszeichnung von Abkürzungen oder fremdsprachigen Ausdrücken ist in Textverarbeitungen schlicht nicht vorgesehen. Die meisten Blinden werden das überleben und für andere Behindertengruppen spielt das meines Wissens nach ohnehin keine Rolle.
Abgesehen davon werden für die Textstrukturierung die in der Textverarbeitung vorgesehenen Formatvorlagen verwendet.
Formatvorlagen
Das sind insbesondere Überschriftenund Listen. Wenn Grafiken eingesetzt werden, sollte für sie ein Alternativ-Text vergeben werden. Auch ein Logo ist übrigens eine Grafik. Dazu das Bild rechtsklicken und die Option „Beschreibung“ auswählen und etwas passendes eintragen. In Word findet man die gleiche Option in der Grafikformatierung im Reiter „Web“.
Da ich ein Fan von Metadaten bin, öffnen wir noch im Datei-Menü die Option “Dateieigenschaften”, wechseln zur Registerkarte “Beschreibung” und tragen dort was sinnvolles ein. In MS Office finden wir die gleiche Option am gleichen Ort unter dem Namen “Eigenschaften”.
Nach der Fertigstellung des Dokuments wechselt man zum Datei-Menü und wählt dort “Als PDF exportieren”. Dort werden die Optionen “Tagged PDF” und “Lesezeichen” aktiviert. Dann auf die Schaltfläche “Exportieren” klicken, einen sinnvollen Dateinamen vergeben, das wars.
Datei-Dialog für den PDF-Export

Dokumente von Microsoft Office

Einfache Dokumente aus Word oder Powerpoint kann Lotus problemlos öffnen. Schwierig wird es etwa bei selbstgebastelteten Tabellen, Zeichnungen oder komplexen Formatierungen. Hier ist es sinnvoll, aus MS Office heraus in das Open Document Format von OpenOffice zu exportieren. Dafür gibt es das Sun ODF Plugin for Microsoft Office. Oracle wollte nach der Übernahme von Sun das Plugin kostenpflichtig machen, scheint aber generell das Interesse an OpenOffice verloren zu haben, so dass das Plugin wahrscheinlich nicht mehr weiter entwickelt wird. Bis dahin ist es die beste Möglichkeit, Dokumente unfallfrei von MS Office zu Lotus zu transportieren. Dazu muss das Plugin installiert werden, anschließend kann man über den normalen Speichern-Dialog der Anwendungen das Dokument im ODF-Format speichern und in Symphony weiter bearbeiten. Ob man die oben genannten Formatierungen in MS Office oder in Symphony vornimmt, spielt eigentlich keine Rolle.
Vor allem bei selbst erstellten Formularen oder Zeichnungen kann es schwierig werden. Ein alternativer Weg von älteren word-Versionen zu den OOO-Ablegern kann ein Exportfilter sein, der das Speichern in neuere Officeformate unterstützt. DOCX und Co. basieren auf einer XML-Variante und können daher leichter von OOo importiert werden als die verschlossenen DOCs, PPTs und so weiter.
Nachtrag: Wie versprochen gibt es hier ein Beispieldokument mit Überschriften, einer Liste, Grafiken und sogar zwei Spalten;-)Barrierefreie PDFs mit IBM Lotus Symphony.

World Community Grid – mitmachen ohne Admin-Rechte

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Hier ein kurzer Tipp. Es ist immer sinnvoll, unter Windows nicht mit Admin-Rechten im internet unterwegs zu sein. Schließlich haben die Schädlinge die gleichen Rechte wie der Nutzer.
Wer beim World Community Grid mitmachen möchte, muss sich zunächst das Programm herunterladen. Nach der Installation stellt man fest, dass nur der Admin das Programm konfigurieren und ausführen kann. Bei der portablen Version sieht es leider ähnlich schlecht aus.
Dabei ist es relativ einfach: Bei der Installation des Programms sollte man die Option “Erweitert” anklicken. Dort kann man ein Häkchen setzen bei “Alle Nutzer des Computers dürfen das Programm nutzen” oder etwas sinngemäßes. Nach der Installation wechselt man dann nach dem Neustart in das Nicht-Admin-Konto und startet das Programm. Voila. Warum sie das nicht von vorneherein so eingestellt haben, erschließt sich mir nicht.
Disclaimer: Es ist verboten, ohne Erlaubnis des Arbeitgebers Programme zu installieren oder über dessen Internetzugang Dienste zu betreiben, die nicht direkt der Arbeit dienen. Holt euch die Erlaubnis der Admins, bevor ihr so etwas macht.

Drupal als einfaches Learning Management System

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Es gibt eine Reihe kostenloser Open-Source-Lösungen für Lernumgebungen zum eLearning im Internet. Die größte und wahrscheinlich auch umfangreichste Lösung ist Moodle. Moodle ist allerdings sehr anspruchsvoll, was den Ressourcenbedarf angeht. Außerdem ist es für kleine Lernumgebungen überdimensioniert. Ein einfaches Redaktionssystem erfüllt oft viele Ansprüche und lässt sich mit geringeren Ressourcen betreiben.
Vieles spricht für WordPress: es ist schnell erlernt, es gibt zahllose Erweiterungen für jeden Zweck und es lässt sich fast überall betreiben.
Screenshot von Drupal
Für interaktive Umgebungen scheint mir aber das freie System Drupal besser geeignet. Es erfordert ein wenig mehr Einarbeitung als WordPress, bringt jedoch einige interessante Funktionen von Haus aus mit. Der Schwerpunkt von Drupal liegt auf dem Community-Building. Man kann zu jedem Inhalt ein Forum hinzufügen, so dass Diskussionen und Kommentare zu jedem Lerninhalt geführt werden können.
Drupal ist ein klassisches Redaktionssystem zum Erstellen von Webseiten, während der Schwerpunkt von WordPress auf Weblogs liegt. In Blogs gibt es normalerweise keine Hierarchie, alle Beiträge liegen auf der gleichen Navigationsebene. Die Beiträge werden nicht im Zusammenhang in einer bestimmten Reihenfolge gezeigt, sondern umgekehrt chronologisch. Das kann man natürlich nach Belieben ändern, Drupal erlaubt das aber von Haus aus. Das Buchmodul von Drupal erleichtert es, Inhalte in eine lineare Reihenfolge zu bringen, so dass der Lernende den Stoff nac einem bstimmten System durcharbeiten kann.
Vieles andere ist integriert oder lässt sich nachrüsten: Benutzerverwaltung mit Rollen, zeitgesteurtes Veröffentlichen, Blogs, die Einbindung von RSS-Feeds, Umfragen/Fragebögen usw.
Auch das Einreichen von Aufgaben und die Rückmeldung durch den Lehrenden sollte sich realisieren lassen.
Der große Vorteil von Drupal gegenüber zum Beispiel Typo3 ist die vergleichsweise einfache Erlernbarkeit und Anpassbarkeit. Außerdem verbraucht es weniger Ressourcen als Moodle und ist stärker auf den Austausch und Benutzer mit unterschiedlichen Rollen ausgelegt als WordPress.Drupal ist ein Framwork für Community-Building, so dass angemeldete Nutzer ihre Diskussionen, Blogs oder eigene Beiträge innerhalb des Systems abgeben können, ohne dass das System erweitert werden muss.

Drupals Stärken werden leider schnell unterschätzt. Ein Problem des Systems ist, dass es im Gegensatz zu WordPress out of the box nicht besonders benutzerfreundlich ist. Ich glaube, sehr viel mehr Leute würden das System einsetzen, wenn es fertig vorfonfigurierte Systeme z.B. für Redakteure gäbe. So ist die Einarbeitungszeit doch ein wenig höher, weil die Funktionen teilweise gut versteckt sind. Zum Beispiel gibt es out of the box keinen graphischen Texteditor. Die Funktion zum Hochladen von Bildern muss in einigen Inhaltstypen wie Büchern erst eingeschaltet werden.
Drupal gilt als Linux der Content Management Systeme, aber das trift auch auf MODx oer Typo3 mit seinem TypoScript zu. Im Vergleich ist Drupal einfacher.

Die Zukunft des Fachbuches heißt eLearning

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eLearning hat in Deutschland noch keinen besonders guten Status. Die klassischen Anbieter von Fernstudiengängen, Fernlehrgängen und Fernkursen bieten online Möglichkeiten, Material hoch- oder runterzuladen, mit Studienkollegen zu diskutieren oder aktuelle Infos in Erfahrung zu bringen. Mit eLearning hat das nur am Rande zu tun. eLearning heißt, dass der Lehrstoff am Computer oder einem mobilen Endgerät bearbeitet werden kann. Dabei können Animationen, interaktive Schaubilder, Audio- und Videoelemente integriert sein.
Aufgeschlagene Bücher
Dazu gehören aber auch Möglichkeiten, Aufgaben online zu lösen. Das geht offen, indem man eine eigene Antwort auf eine Aufgabe formuliert oder geschlossen, indem man Multiple-Choice-Aufgaben ausfüllt und diese direkt mit der Lösung abgleichen kann.
Viele Fachbücher sind bereits an Lernende adressiert. So werden häufig am Ende eines Kapitels Fragen gestellt, die der Leser beantworten soll, um zu kontrollieren, wie viel er verstanden hat. Bei Softwarebüchern muss er kleine Projekte oder Programme erstellen – natürlich am Computer.
Es ist also naheliegend, diese beiden Bereiche zu kombinieren. Mit den enriched oder enhanced eBooks werden solche Formate durchaus realisierbar. Mit ePub 3.0 lässt sich z.B. schon JavaScript in eBooks einsetzen, was eine Voraussetzung für Interaktivität ist. Formulare für Multiple-Choice-Abfragen lassen sich bereits mit HTML umsetzen, das bei eBooks verwendet wird. Pocketbook im Querformat
Ein Problem könnten die großen Datenmengen sein, die für Multimedia eingesetzt werden müssen. Eventuell muss man hier einige Abstriche machen, da die Displays klassischer eBook-Reader nicht leistungsfähig sind – und außerdem schwarz-weiß.
Ich glaube im übrigen noch nicht an die multimedialen Bücher. Wenn jemand ein Buch liest, möchte er lesen und nicht sich ein Video angucken. Einfache Animationen oder einfache Tabellenfunktionen oder sogar Pivot-Charts haben einen gewissen Nutzen in Fachbüchern, aber Videos, Audios und andere Multimedia-Inhalte in die Bücher selbst zu packen erscheint mir nicht sinnvoll. Es wird auch leicht unterschätzt, wie teuer solche Produktionen sind. Jede Filmminute kostet mehrere hundert Euro, solche Kosten lassen sich mit eBooks nicht finanzieren. Das sind dann Multimedia-Shows oder Apps, für die man ein wenig mehr verlangen kann, aber keine Bücher.
Es geht aber noch weiter: die Verlage könnten ein Programm für Zertifikate anbieten. Ein Präsentationskurs könnte optional die Möglichkeit enthalten, für sagen wir 50 Euro eine Prüfung zu absolvieren, wofür ein Zertifikat ausgestellt wird. Natürlich hat ein solches Zertifikat nur einen begrenzten Wert, aber zumindest kann der Betreffende damit belegen, dass er sich mit der Materie beschäftigt hat. Viel mehr bringen die Urkunden zugelassener Fernschulen auch nicht. Und die Verlage könnten die Preise der Fernschulen unterbieten.
Die Fernschulen haben gleich mehrere Probleme: Ihre Strukturen sind nicht auf Selbständige ausgelegt, was man daran sieht, dass die meisten Schulen keine Rechnungen mit ausgewiesener Mehrwertsteuer ausstellen. Damit zusammen hängt ihre Preisstruktur, die sich eher an dem Festangestellten mit ordentlichem Einkommen orientiert. Das große Problem ist aber die mangelnde Modularisierung: ein Kurs kann über ein bis zwei Jahre gehen und entsprechend zwischen 1000 und 3000 Euro kosten. Und das, obwohl sich die Kurse leicht in Module zerlegen ließen, die aufgeteilt sogar ein wenig mehr kosten könnten als der komplette Kurs – aber im Endeffekt für Selbständige attraktiver werden. Denn sie wissen durchaus nicht, was in einem halben Jahr sein wird. Für sie können deshalb einzelne Module eines Kurses interessanter sein als das Gesamtpaket.
Auch mit der Barrierefreiheit der Kurse ist es nicht weit her. Gedrucktes Material ist für Blinde ohnehin ungeeignet, aber auch Großdruck für Sehbehinderte wird normalerweise nicht angeboten. Auch bei eLearning-Kursen ist natürlich nicht garantiert, dass sie barrierefrei sind: es gibt Kurse auf CD, die für Tastaturnutzer einfach nicht nutzbar sind. Aber Barrierefreiheit ist im digitalen Bereich eher umsetzbar als im Printbereich.

Fazit

Ein Autor ist allerdings kein eLearning-Autor. Die oben beschriebenen Werke verlangen neben den Fachexperten auch eLearning-Autoren, die sich mit der Didaktik auskennen und eventuell auch Infografiker oder Multimedia-Designer. Solche Bücher werden zunehmend nicht mehr von Einzelautoren, sondern von Gruppen abgefasst werden.
Das Buch der Zukunft wird außerdem nicht mehr statisch sein. Um Bücher herum werden kleine Communities entstehen, sich über einzelne Stellen austauschen und die Autoren direkt auf schlechte Formulierungen oder Fehler hinweisen können. Man könnte das als Crowd-Lektorat bezeichnen, auch wenn das Wort nicht gerade hübsch ist. Es wird dann ähnlich wie bei Software verschiedene Versionen von Büchern geben, die Bücher werden stetig aktualisiert. Vielleicht werden wir Bücher nicht mehr kaufen, sondern abonnieren.
Entscheidend ist das vernetzte Lernen. Der Kobo-Reader hat das soziale Lesen in seine Software integriert, so dass Leser sich über einzelne Stellen im Buch austauschen können.
Damit eng zusammen hängt das mobile Lernen. Dabei werden mobile Endgeräte zum Lernen eingesetzt. Das ist sicher nicht für jeden Bereich geeignet, aber dort, wo Informationen häppchenweise aufgenommen werden wie beim Vokabeln lernen erscheint es sinnvoll.

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