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Hypermedia-Learning – ein neuer Ansatz im eLearning

eLearning ist nach wie vor die Domäne von klassischen Bildungsstätten. Es werden viele Ressourcen aufgewendet, um Lernmaterialien zusammenzustellen. Die Kurse sind meistens geschlossen, das Lernen und Kollaborieren findet in geschlossenen Systemen statt. Im folgenden möchte ich einen Ansatz vorschlagen, der das Erstellen von Lernumgebungen demokratisieren und das Lernen erleichtern soll. Screenshot von Drupal
Ich bin selber kein eLearning-Experte, daher weiß ich nicht, ob es schon einen Begriff dafür gibt. Ich nenne es Hypermedia Learning. Es vermischt vor allem zwei Ansätze: das rapid eLearning und die Massive Open Online Courses (MOOC). Das Hypermedia-Learning basiert auf vier Prinzipien:

  • Prinzip 1: Verknüpfen statt selber machen
  • Prinzip 2: Selbstständig statt angeführt
  • Prinzip 3: Verteilt statt konzentriert
  • Prinzip 4: Multidimensional statt textzentriert

Wie ich mir das ungefähr vorstelle, sieht man an diesem Beispiel, das allerdings noch nicht ganz fertig ist.

Prinzip 1: Verknüpfen statt selber machen

Für mich ist immer wieder erschreckend, wie viele Ressourcen darauf verwendet werden, das Rad neu zu erfinden. Jedes System hat zumindest in gewissem Maße seine Existenzberechtigung. Ein Informatiker hat villeicht Spaß daran, den Hunderten von Programmiersprachen noch eine neue hinzuzufügen. Aber warum man 30 verschiedene Lernplattformen basteln muss, von denen jede einzelne ihre Schwächen hat, erschließt sich mir nicht. Weil es beim Hypermedia-eLearning keine großen technischen Anforderungen gibt, lässt sich dafür jede Plattform verwenden, welche die technischen Anforderungen erfüllt. Das kann auch ein kostenloses WordPress-Blog sein oder Drupal.
Das Gleiche gilt für Informationen im Internet. Viele von den Informationen sind schon vorhanden und sie werden hoffentlich auch bleiben. Deshalb gibt es selten einen Grund, einen Text komplett neu zu schreiben, wenn die Informationen einfach nur verlinkt werden müssen. Vielfalt ist nicht per se schlecht, aber Vielfalt ist auch kein Wert an sich.
Im Hypermedia-eLearning stellt der Autor die Basis-Informationen in einem Text zusammen und bindet weitere Informationen über Links ein. Am besten ist es natürlich, die Informationen direkt in die Webseite einzubinden, wie man es mit YouTube-Videos oder Slideshare-Präsentationen machen kann. Mit Text geht das wegen der Urheberrechte nicht, eine Ausnahme wäre Scribd.
Statt alles selber zu schreiben stellt der Autor also die wesentlichen Informationen strukturiert und im Zusammenhang zusammen. Der Nutzer muss im Rahmen des Kurses die verschiedenen Materialien durcharbeiten.
Ich propagiere im übrigen kein Häppchen-Lernen. Es reicht normalerweise nicht, Texte, die man geschrieben hat einfach in eine logische Reihenfolge zu stellen. Vielmehr muss das gesamte Lernangebot einen roten Faden haben. Kein Autor wird also darum herum kommen, seine Inhalte ein wenig zu überarbeiten. Wer dafür weder Zeit noch Muße hat, fährt mit einem MOOC besser, wo lediglich zu bearbeitende Inhalte verlinkt und dazu passende Fragen zusammengestellt werden.

Prinzip 2: Selbstständig statt angeführt

Im klassischen eLearning werden vom Kursleiter Aufgaben vorgegeben, die der Schüler in einer bestimmten Zeit bearbeiten und wieder einreichen soll. Der Lehrer prüft die Lösung und gibt Feedback.
Im Hypermedia-eLearning übernehmen wir das Prinzip des autonomen Lernens. Der Nutzer erhält die Aufgabe, etwas zu tun, etwas auszuprobieren und selbständig zu prüfen, ob er das Ziel erreicht hat. Eine richtige Erfolgskontrolle wie beim klassischen eLearning ist für das selbstständige eLearning nicht nötig. Entsprechend müssen die Übungen gestaltet sein.

Prinzip 3: Verteilt statt konzentriert

Das Entscheidende ist dabei das Ziel Cummunity-Building. Die Community unterstützt im Idealfall die Bereitschaft, den Kurs zu Ende zu führen. Sie erleichtert den Austausch, wodurch das Wissen vertieft und die Reflexion verstärkt wird. Lernen ohne Lehrer könnte das Motto sein.
Viele Kurse haben keine nachhaltige Wirkung, weil der Stoff zwar durchgearbeitet wird, aber nur in Hinblick auf den Abschluß des Kurses. Das Ziel sollte aber sein, dass die Kursteilnehmer den Stoff selbständig vertiefen und das klappt im Austausch mit anderen am besten. Die Teilnehmer stellen Fragen, die durch das Kursmaterial nicht ausreichend beantwortet wurden oder gar nicht behandelt wurden. Diese Diskussionen helfen späteren Teilnehmern, den Stoff weiter zu reflektieren, das ist Crowd-Bildung.
Wenn der Kurs von der Plattform unabhängig ist, suchen sich die Teilnehmer ihre eigene Form der Verarbeitung auf Facebook, Twitter, Pinterest, Audioboo, YouTube oder wo auch immer.
Im Idealfall ergänzt dieses Material den Kurs und macht via Crowdsourcing einen besseren Kurs daraus. Das klappt aber nicht, wenn der Kurs und die Kursplattform geschlossen sind.

Prinzip 4: Multidimensional statt textzentriert

Im Internet liegen genügend multimediale Inhalte, um einen akademischen Abschluß nur mit diesen Materialien zu erlangen. Gleichzeitig sind die Kurse heute eher textbasiert. Multimedialität lässt sich dabei sowohl bei der Zusammenstellung des Kursmaterials als auch bei der Bearbeitung der Übungen realisieren.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Lernstil. Manche mögen es eher visuell, manche eher akkustisch. Diese Vorlieben werden in den klassischen Kursen nicht berücksichtigt, weil jeder Teilnehmer die gleiche Aufgabe in der gleichen Weise bearbeiten muss.
Am besten wäre es, wenn die Lernenden den Stoff direkt auf ein konkretes Projekt anwenden könnten, das sie aktuell bearbeiten. Auch das geht in den klassischen Kursen nicht, weil das dem Lehrenden zu viel Mühe bereiten würde. Das konkrete Anwenden des Erlernten ist entscheidend für den Lernerfolg.
Statt ellenlange Texte durchzuarbeiten sollte der Nutzer die Möglichkeit bekommen, möglichst viel auszuprobieren. Es geht darum, den Spieltrieb zu wecken, dem Nutzer etwas zum Anfassen zu geben, seine Neugier zu wecken und ihn möglichst viel alleine herausfinden zu lassen, statt ihm alle Informationen vorverdaut zu präsentieren.

Demokratisierung der Bildung

Für professionelle Kurse werden zahlreiche Ressourcen benötigt. Es werden Didaktiker, Fachleute zur Erstellung des Kurses und Designer benötigt, die den Kurs inhaltlich ausarbeiten und optisch aufbereiten. Die Kurse kosten im besten Falle mehere Hundert Euro. Gleichzeitig haben wir einen expliziten Mangel an Kursen vor allem zu aktuellen Themen. Die ersten deutschsprachigen Kurse zu Web 2.0 erschienen vor drei bis vier Jahren. Ist das Kursmaterial einmal ausgearbeitet, wird es nur selten auf den aktuellen Stand gebracht.
Das hier vorgeschlagene Prinzip ist sozusagen die Wikipediasierung des Lernens. Die Entstehung von Bildungsmaterial und Enzyklopädien hat viel gemeinsam. Die Enzyklopedia Britannica ist sicher ein tolles Werk, das auch seine Existenzberechtigung hat. Aber sie ist teuer und praktisch in dem Moment veraltet, wo sie auf den Markt kommt.
Gleichzeitig wirft das beschriebene Verfahren die gleichen Probleme auf, wie sie die Wikipedia bereits heute hat. Das sind vor allem die Qualitätsunterschiede in den Artikeln.
Die Qualitätskontrolle wandert sozusagen von den Inhalteerstellern zu den Kursnutzern. Sie sind angehalten, das Gerlernte kritisch zu reflektieren, in Frage zu stellen und mit ihren Beiträgen zu verbessern. Das ist sozusagen Teil des Kurses und entspricht dem Prinzip des selbständigen Lernens.
Zur Demokratisierung gehört auch, dass jeder diese Kurse erstellen kann. Es gibt keinen Grund, die Schaffung von Wissen den Experten zu überlassen. Es gibt einen Hunger auf Wissen und es gibt keinen Grund, dieses Wissen in sorgfältig gebundene vom Verlag geprüfte Bücher zu packen.
Oftmals liegt das Basismaterial schon vor. Viele Blogs werden seit Jahren mit Einträgen gefüllt. Im Idealfall müssten die Beiträge nur in eine Struktur gebracht werden, die den Lernenden die Aufnahme erleichtert. Sie werden dann ergänzt mit Beiträgen, die die Lücken füllen und mit Fragen, die den Nutzern das Selbst-Lernen erleichtern. Das Material kann nach Belieben mit Texten von anderen Webseiten, Videos, Audios oder Präsentationen ergänzt werden. Dem Autoren fällt hier als Quasi-Experten die manchmal schwere Aufgabe zu, die aus seiner Sicht besten Inhalte auszuwählen. Theoretisch lassen sich beliebig viele Inhalte einbinden, praktisch soll aber gerade der Lernende nicht mit einem Übermaß an Inhalten überschüttet werden. Und natürlich sind die Urheberrechte zu berücksichtigen, es geht nicht um Copy-Paste, sondern um Hypermedia.
Ein Kurs kann auch modular gestaltet werden, so dass er einerseits Laien wie Experten ansprechen kann. Auf der anderen Seite können so auch unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden. Die Redakteure zum Beispiel bearbeiten den ersten Teil, die Designer den zweiten Teil, aber beide haben auch die Möglichkeit, die jeweils anderen Teile durchzuarbeiten. Das heißt, dass die einzelnen Module des Kurses grundsätzlich eigenständig funktionieren müssten.
Unsere Regale sind voll von Lehrbüchern, die mit der besten Absicht gekauft wurden, aber keinen nachhaltigen Einfluß hatten. Unsere Schulen, Universitäten und das Internet sind voll altbackener Didaktik, die heutige Möglichkeiten bei weitem nicht ausnutzt.

World Community Grid – mitmachen ohne Admin-Rechte

Hier ein kurzer Tipp. Es ist immer sinnvoll, unter Windows nicht mit Admin-Rechten im internet unterwegs zu sein. Schließlich haben die Schädlinge die gleichen Rechte wie der Nutzer.
Wer beim World Community Grid mitmachen möchte, muss sich zunächst das Programm herunterladen. Nach der Installation stellt man fest, dass nur der Admin das Programm konfigurieren und ausführen kann. Bei der portablen Version sieht es leider ähnlich schlecht aus.
Dabei ist es relativ einfach: Bei der Installation des Programms sollte man die Option „Erweitert“ anklicken. Dort kann man ein Häkchen setzen bei „Alle Nutzer des Computers dürfen das Programm nutzen“ oder etwas sinngemäßes. Nach der Installation wechselt man dann nach dem Neustart in das Nicht-Admin-Konto und startet das Programm. Voila. Warum sie das nicht von vorneherein so eingestellt haben, erschließt sich mir nicht.
Disclaimer: Es ist verboten, ohne Erlaubnis des Arbeitgebers Programme zu installieren oder über dessen Internetzugang Dienste zu betreiben, die nicht direkt der Arbeit dienen. Holt euch die Erlaubnis der Admins, bevor ihr so etwas macht.

Drupal als einfaches Learning Management System

Es gibt eine Reihe kostenloser Open-Source-Lösungen für Lernumgebungen zum eLearning im Internet. Die größte und wahrscheinlich auch umfangreichste Lösung ist Moodle. Moodle ist allerdings sehr anspruchsvoll, was den Ressourcenbedarf angeht. Außerdem ist es für kleine Lernumgebungen überdimensioniert. Ein einfaches Redaktionssystem erfüllt oft viele Ansprüche und lässt sich mit geringeren Ressourcen betreiben.
Vieles spricht für WordPress: es ist schnell erlernt, es gibt zahllose Erweiterungen für jeden Zweck und es lässt sich fast überall betreiben.
Screenshot von Drupal
Für interaktive Umgebungen scheint mir aber das freie System Drupal besser geeignet. Es erfordert ein wenig mehr Einarbeitung als WordPress, bringt jedoch einige interessante Funktionen von Haus aus mit. Der Schwerpunkt von Drupal liegt auf dem Community-Building. Man kann zu jedem Inhalt ein Forum hinzufügen, so dass Diskussionen und Kommentare zu jedem Lerninhalt geführt werden können.
Drupal ist ein klassisches Redaktionssystem zum Erstellen von Webseiten, während der Schwerpunkt von WordPress auf Weblogs liegt. In Blogs gibt es normalerweise keine Hierarchie, alle Beiträge liegen auf der gleichen Navigationsebene. Die Beiträge werden nicht im Zusammenhang in einer bestimmten Reihenfolge gezeigt, sondern umgekehrt chronologisch. Das kann man natürlich nach Belieben ändern, Drupal erlaubt das aber von Haus aus. Das Buchmodul von Drupal erleichtert es, Inhalte in eine lineare Reihenfolge zu bringen, so dass der Lernende den Stoff nac einem bstimmten System durcharbeiten kann.
Vieles andere ist integriert oder lässt sich nachrüsten: Benutzerverwaltung mit Rollen, zeitgesteurtes Veröffentlichen, Blogs, die Einbindung von RSS-Feeds, Umfragen/Fragebögen usw.
Auch das Einreichen von Aufgaben und die Rückmeldung durch den Lehrenden sollte sich realisieren lassen.
Der große Vorteil von Drupal gegenüber zum Beispiel Typo3 ist die vergleichsweise einfache Erlernbarkeit und Anpassbarkeit. Außerdem verbraucht es weniger Ressourcen als Moodle und ist stärker auf den Austausch und Benutzer mit unterschiedlichen Rollen ausgelegt als WordPress.Drupal ist ein Framwork für Community-Building, so dass angemeldete Nutzer ihre Diskussionen, Blogs oder eigene Beiträge innerhalb des Systems abgeben können, ohne dass das System erweitert werden muss.

Drupals Stärken werden leider schnell unterschätzt. Ein Problem des Systems ist, dass es im Gegensatz zu WordPress out of the box nicht besonders benutzerfreundlich ist. Ich glaube, sehr viel mehr Leute würden das System einsetzen, wenn es fertig vorfonfigurierte Systeme z.B. für Redakteure gäbe. So ist die Einarbeitungszeit doch ein wenig höher, weil die Funktionen teilweise gut versteckt sind. Zum Beispiel gibt es out of the box keinen graphischen Texteditor. Die Funktion zum Hochladen von Bildern muss in einigen Inhaltstypen wie Büchern erst eingeschaltet werden.
Drupal gilt als Linux der Content Management Systeme, aber das trift auch auf MODx oer Typo3 mit seinem TypoScript zu. Im Vergleich ist Drupal einfacher.

Ranking bei Amazon – welches Produkt wird verkauft?

Es gibt jede Menge Statistiken darüber, welche Suchmaschinen am stärksten eingesetzt werden. Ob Google, Bing oder Yahoo, wir kennen die Marktanteile dieser Suchmaschinenanbieter. Hinzu kommen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, die seltsamerweise nicht in diesen Rankings berücksichtigt werden, obwohl – wenn man sie als Suchmaschinen betrachtet – sie wahrscheinlich eine größere Rolle spielen als Bing oder Yahoo.
Seltsamerweise unbeachtet bleibt eine zweite Form nicht klassischer Suchmaschinen: die eCommerce-Riesen Amazon und eBay. Wenn man sich eine Vorstellung davon machen möchte, wie der aktuelle Durchschnittspreis eines Produktes ist, schaut man dort nach. Wenn man eine Bewertung von Büchern oder Musik haben möchte, wird man bei Amazon schneller fündig als bei Google. Leider verraten die beiden Shopping-Seiten nicht, wie viele Suchen über ihre Seiten abgewickelt werden, aber wenn man sie zu den Suchmaschinen rechnen würde, hätten sie einen guten Marktanteil. Ein wenig beachteter Aspekt ist das Ranking von Produkten bei Amazon. Nehmen wir an, ich suche nicht ein bestimmtes Buch, sondern gebe nur ein Stichwort wie „Web 2.0“ ein. Dann wirft Amazon eine ganze Reihe von Büchern aus. Gehen wir weiterhin davon aus, dass es bei Amazon ähnlich ist wie bei Google, die erste Suchergebnisseite erhält die gesamte Aufmerksamkeit, kaum jemand blättert auf Seite 2. Und je höher das Produkt steht, desto eher wird es gekauft oder zumindest zur Kenntnis genommen.
Es stellt sich also die Frage, wie Amazon seine Produkte rankt. Zunächst dürfte der wichtigste Faktor das Vorkommen des Suchbegriffs im Buchtitel sein. Das klingt zwar logisch, aber Amazon zeigt häufig genug auch Bücher an, in deren Titel das Suchwort nicht vorkommt.
Weitere Faktoren könnten sein:

  • das Erscheinungsdatum
  • der Preis
  • die Lieferbarkeit
  • die Höhe der Bewertung
  • die Zahl der Bewertungen
  • die Verkaufszahlen
  • die Durchklickrate

Die wenigsten Leute machen sich bewusst, dass Amazon sehr genau beobachten kann, was sie auf der Webseite treiben, welche Produkte wie lange angeguckt werden und so weiter. Es gibt keinen Beleg dafür, dass diese Faktoren in das Ranking einfliessen, aber möglich ist es.
Da Amazon maßgeblich für den Absatz der Produkte sorgen kann, wäre eine Optimierung des Produktnamens auf seine Suche nicht abwägig. Insbesondere bei Büchern, wo sich der Großteil der Preise zwischen 20 – 40 Euro bewegt, der Preis also nicht ausschlaggeben für den Kauf ist, ist es nicht nur wichtig, auf Seite 1 der Suche zu stehen, sondern möglichst weit oben.
Der Trend geht ja hin zu immer schreienderen Buchtiteln und Covern. Dass die Bücher häufig nicht halten können, was ihre Titel versprechen, ist leider jedem Käufer allzu bekannt. Ich neige heute eher dazu, mir eine Buchanschaffung sehr genau zu überlegen, weil ich bei einigen intuitiv gekauften Büchern doch sehr unzufrieden war.
Ich möchte hier keine Bewertung für das eCommerce-Optimieren abgeben, im Gegenteil, ich sehe das ziemlich kritisch. Wenn ich etwas suche, möchte ich das passende finden und nicht irgendwelchen SEO-optimierten Quatsch. Das Problem ist, dass möglicherweise interessantere und bessere Produkte hinten runterfallen, weil sie ein paar Euro teurer sind, die knalligen Keywords nicht im Titel vorkommen oder sie nicht oft genug rezensiert wurden. Wir haben zudem das Problem der selbsterfüllenden Prophezeiung, wenn wenig gekaufte Produkte nach hinten fallen. Ein Produkt, das häufiger gekauft wird, rutscht nach vorn und wird deshalb häufiger gekauft. Ein Produkt, das seltener gekauft wird, rutscht nach hinten und wird deshalb seltener gekauft. Dabei ist die Zahl der Verkäufe kein brauchbares Qualitätskriteerium. Amazon hilft mir dabei, Produkte zu kaufen, indem es mir Produkte empfiehlt, die andere Leute gekauft haben, die diesen Artikel gekauft haben, den ich mir gerade angucke. Amazon hilft mir nicht dabei, das Produkt zu finden, welches ich benötige, darum muss ich mich selber kümmern.
Ich will daher jedem Käufer raten, sich auch mal die hinteren Suchseiten anzugucken und vor allem kritisch auf die Produkte der Seite 1 zu gucken. Es schadet auch nicht, die Suchbegriffe zu variieren.

Excel – jede Zeile als eigene Seite ausdrucken

Selten kommt es vor, dass man Daten aus Excel ausdrucken möchte. Möchte man nur die Tabelle ausdrucken, muss lediglich die Seite korrekt eingerichtet werden. Anders sieht es aus, wenn man aus irgendeinem Grund jede Zeile der Tabelle auf einem eigenen Blatt ausdrucken möchte. Excel bietet dafür keine Funktion. Der eleganteste Weg wäre natürlich, ein kleines Skript in Visual Basic zu schreiben, dass kann aber nicht jeder – ich sowieso nicht.
Ein recht einfacher Weg führt über Word. Dort können wir die Funktion Seriendruck verwenden. Der Serienbrief ist normalerweise dafür gedacht, einen Standardbrief an viele Empfänger zu versenden, also nur die Adressdaten auszutauschen. Diese Daten werden normalerweise aus einer Datenbank oder Tabelle importiert und im Dokument angeordnet. Die Funktion kann aber auch dazu verwendet werden, beliebige Daten auszudrucken. Dazu gehen wir folgendermaßen vor:
Wir öffnen ein leeres Dokument in Word und starten den Assistenten für Seriendruck. Diesen finden wir unter Extras, in Word 2003 dort unter „Briefe und Sendungen“. Dort wählen wir „Serienbrieferstellung“. Anschließend öffnet sich der Aufgabenbereich, dort wählen wir Briefe und klicken auf „Weiter“. Wir verwenden das aktuelle Dokument und klicken auf „Weiter“. Auf der folgenden Seite wählen wir „Vorhandene Liste verwenden“ und suchen nach unser Excel-Tabelle.
Jetzt sagen wir zu allem „Ja“ und „Weiter“, bis sich das Dialogfeld und das Auswahlfeld für die Daten schließt. Anschließend können wir Daten einfügen, was wir auch machen, dazu wählen wir aus dem Aufgabenbereich die Option „Weitere Elemente“. Es öffnet sich ein Dialogfeld, wo wir die Spaltenköpfe unserer Tabelle lesen können. Hier klicken wir bei den Spalten, die wir eingefügt haben wollen auf „Einfügen“, diese erscheinen im Dokumentenfenster, sie sind grau unterlegt, da es sich um Datenfelder handelt. Anschließend klicken wir auf „Schließen“.
Jetzt wollen wir das Ganze mal anständig formatieren. Der Text, den wir jenseits der grauen Felder einfügen, wird auf jeder Seite des Dokumentes angezeigt. Diesen Text können wir natürlich auch formatieren. Mit Return oder Leerzeichen solltest du außerdem dafür sorgen, dass nicht alle Datenfelder zusammenkleben, achte dabei darauf, dass die Klammern zu den Datenfeldern gehören und nicht abgetrennt werden sollen. Im Aufgabenbereich kannst du zwischen Vorschau und Dokumentbearbeitungsansicht hin und her wechseln, bis du mit der Ansicht zufrieden bist.
Ich empfehle vor dem Ausdruck vieler Seiten ein testweise drüberschauen, da sich immer Fehler einschleichen können. Ein guter und einfacher Trick ist, das ganze Dokument zuerst als PDF auszudrucken. Dazu musst du natürlich ein Programm zur Erstellung von PDF-Dateien installiert haben, dass sich über den Druckerdialog der Textverarbeitung ansprechen lässt. Viel Erfolg.

Daten aus einem PDF in eine Excel-Tabelle übertragen

Leider kommt es recht häufig vor, dass Daten in einem PDF geliefert werden. Es ist leider kaum möglich, diese Daten einfach in eine Tabelle zu übertragen, um sauber mit ihnen arbeiten zu können. PDF ist eigentlich ein Format für den Druck und enthält deshalb kaum Strukturinformationen.

Ein recht einfacher Weg ist, die Daten in ein CSV-Format zu übertragen. Das klappt beispielsweise recht gut, wenn nach jedem Datum ein Zeilenumbruch vorhanden ist und jeder Datenabschnitt durch zwei Zeilenumbrüche gekennzeichnet ist. Zum Beispiel

Name: Mustermann
Vorname: Max
Telefon: 0221 000000

Name: Mustermann
Vorname: Erika
Telefon: 02106 00000

Um herauszufinden, ob das bei eurem Dokument der Fall ist, speichert ihr das PDF-Dokument über euer Leseprogramm im reinen Textformat txt. Der oben beschriebene Weg klappt auch, wenn statt einem Zeilenumbruch immer doppelte Leerzeichen oder etwas in der Art vorhanden ist.

In jeder Textverarbeitung kann man gezielt nach Absätzen oder ähnlichen Textformatierungen suchen. Über die Suchen-und-Ersetzen-Funktion kann man diese Absätze gezielt suchen und durch ein Semikolon ersetzen lassen.

Wichtig ist dabei, eventuell vorhandene Semikola vor dieser Aktion zu entfernen, damit diese nicht als Markierung einer Tabellenzelle gewertet werden. Sind die Semikola wichtig, müssen sie vorher maskiert werden.

Zunächst sollten wir nach doppelten Absätzen suchen und diese durch doppelte Semikola ersetzen. Dadurch vermeiden wir fehlerhafte Ersetzungen. Haben wir alle doppelten Zeilenumbrüche entfernt, suchen wir nach einfachen Zeilenumbrüchen und ersetzen diese jeweils durch ein Semikolon.

Das Resultat sollte so aussehen:

Name: Mustermann;Vorname: Max;Telefon: 0221 000000;;Name:Mustermann;Vorname: Erika;Telefon: 02106 00000

Ich empfehle hier das reine Textformat und kein RTF- oder sonstige Dateiformate zu verwenden, weil es da Probleme mit der Zeichencodierung oder sonstigen Sonderzeichen geben kann. Wir schließen also das Textdokument und ändern das Dateiformat von .txt. in .csv.

Wir könnten an dieser Stelle schon hingegen und die überflüssigen Inhalte aus den Zellen entfernen, um sie als Spaltennamen zu verwenden. Das kann aber auch in der Tabellenkalkulation erledigt werden. Das geschieht ebenfalls durch die Suchen-und-Ersetzen-Funktion, diesmal suchen wir zum Beispiel nach der exakten Zeichenkette „Vorname: “. Um Nacharbeiten zu vermeiden, solltet ihr darauf achten, in einem Schritt mit dem überflüssigen begriff auch die Leer- und Satzzeichen zu entfernen. Ansonsten kann es zu Problemen kommen, wenn ihr zum Beispiel eine Spalte nach Postleitzahlen oder Anfangsbuchstaben sortieren wollt. Achtet darauf, dass auch leere Werte in die Tabelle übernommen werden, ansonsten rutschen euch sämtliche Werte durcheinander und die Tabelle ist praktisch unbrauchbar.

Da die meisten PDF-Dateien nicht sauber strukturiert sind, werden hier einige Nacharbeiten nötig sein, dennoch hoffe ich, dass ihr durch die oben beschriebenen Schritte ein wenig Zeit spart. Viel Erfolg.

Werkstattbericht: Besucherstatistik aufbereiten

So ein Tracking-System wirft schon nach kurzer Zeit unglaubliche Mengen an Daten aus – von denen viele uninteressant sind. Ich habe jetzt mal für einen Auftraggeber diese Daten in einer Präsentation aufbereiten dürfen und erzähle hier ein wenig über die Schwierigkeiten, die damit verbunden waren.

Aufbereitung für das Publikum

Am Anfang steht zunächst einmal die Entscheidung, für wen die Präsentation gedacht ist. Der Abteilungsleiter soll andere Indikatoren gezeigt bekommen als das Team, der Vorstand bekommt eine andere Präsentation als die Agentur.
Unter diesem Gesichtspunkt werden die zu präsentierenden Daten ausgewählt. Praktisch immer dabei sind folgende Indikatoren

  • Zahl der Besucher und Zahl der wiederkehrenden Besucher
  • Entwicklung in einem bestimmten Zeitraum
  • Besuchsdauer pro Besuch und ansichtszeit pro Seite
  • Besuchstiefe bzw. Zahl der aufgerufenen Seiten pro Besucher
  • die am meisten besuchten Seiten
  • Herkunft der Besucher im Verhältnis, also Suchmaschinen, Referrer und direkte Zugriffe
  • Suchbegriffe, mit denen die Menschen auf die Site gekommen sind
  • Links, mit denen die Menschen auf die Site gekommen sind

Web-Analytics-Spezialisten würden an dieser Stelle mit Segmentierung und Key Performance Indicators loslegen, die lasse ich mal weg,
Nach dem Motto one fits all stellt man fürs erste alle nötigen Daten zusammen und passt die fertige Universal-Präsentation den Bedürfnissen des jeweiligen Publikums an.
Wichtig ist auch, dass die Präsentation sozusagen als Stand-Alone auch ohne verbundenen Vortrag verständlich ist. Das gilt zumindest für jene Leute, die mit den Grundbegriffen der Webstatistik nicht vertraut sind.

Summary by Month
Month Daily Avg Monthly Totals
Hits Files Pages Visits Sites kB F kB In kB Out Visits Pages Files Hits
Jan 2011 3001 2521 1852 501 4403 1101607 16 264 15058 55572 75645 90038
Dec 2010 3033 2542 2006 453 4222 1097806 10 194 14060 62202 78809 94030
Nov 2010 3504 2951 2208 505 4894 1477157 8 110 15162 66269 88532 105126
Oct 2010 2771 2305 1894 411 3550 1129190 5 73 12758 58719 71483 85927
Sep 2010 3108 2638 1932 357 3822 1661796 2 31 10732 57965 79140 93241
Aug 2010 2569 2114 1488 306 3195 1609455 9 157 9489 46144 65546 79641
Jul 2010 2729 2215 1639 356 3032 1647896 2 39 11039 50823 68687 84622
Jun 2010 3239 2592 1809 387 3591 1577980 4 47 11629 54284 77774 97175
May 2010 2856 2286 1570 464 3709 1253466 0 0 14412 48677 70874 88566
Apr 2010 3083 2408 1790 490 3400 1255565 3 40 14707 53716 72262 92519
Mar 2010 4010 3317 2093 479 4560 1700109 3 13 14866 64886 102833 124320
Feb 2010 3584 3065 2046 407 3472 1352102 5 20 11396 57290 85824 100379
Totals 16864128 66 987 155308 676547 937409 1135584

Die Tabellenkalkulation ist der Königsweg

Anfänger werden eventuell versucht sein, eine Tabelle aus dem Browser direkt in das Präsentationstool zu kopieren, das dürfte in der Regel schief gehen. Wer schon mal versucht hat, eine Tabelle aus einem PDF zu kopieren, kennt das Ärgernis, es klappt ums Verrecken nicht. doch selbst eine HTML-Tabelle kann man nicht ohne Weiteres in Excel 2000 importieren, zumindest hat es bei mir nie unfallfrei funktioniert.
Man exportiert also den ganzen Wust an Daten aus der Webanwendung – in meinem Fall eTracker – heraus und verwendet dafür unbedingt das Format Excel! Alles andere bringt später Probleme.

Die grapphische Aufbereitung

eTracker bietet eine gewisse Zahl an Visualisierungen in Form von Kreis-, Balken- oder Kurvendiagrammen. Man kann sich ein passendes Diagramm auswählen und als Pixelgraphik speichern. Mein Tip: Laßt es bleiben, macht die Diagramme in Excel. Die Diagramme aus eTracker sind zur Nachbearbeitung ungeeignet, Excel bietet dafür bessere Möglichkeiten. Excel ist vom Handling her außerdem wesentlich bequemer als sämtliche webbasierten Interfaces.

Bereinigung der Tabellen

Wenn man die Daten für ein Jahr exportiert, entsteht eine recht große Datei. Bei sehr großen Websites könnten zumindest ältere Excelversionen ins Stolpern kommen, weil sie nicht mehr als 66.000 Zeilen pro Tabellenblatt vorsehen. Wie dem auch sei, der erste Schritt besteht darin, die Arbeitsmappe von überflüssigem Quatsch zu reinigen, zum Beispiel „Datum des letzten Zugriffs“. Möchte man die Originalmappe behalten – dagegen spricht ja nichts – legt man sich für die Arbeit eine Kopie an und löscht zunächst alle Tabellenblätter, die man nicht benötigt. Als nächstes löscht man alle Spalten, die man nicht braucht oder blendet sie aus.
Auch die Zelleninhalte müssen eventuell angepasst werden. Der Titel einer Spalte oder Zeile muss so benannt werden, dass er auch von Leuten verstanden wird, die nichts mit Webanalyse zu tun haben. Die Feinformatierung der Tabellen kommt hingegen später dran.

Von der Tabelle zur Graphik

Diagramme lockern die Präsentation auf, sie machen trockene Daten anschaulich und bringen nicht zuletzt Farbe und Dynamik in den Vortrag. Am einfachsten ist die Diagramm-Erstellung mit dem Diagramm-Assistenten von Excel.
Zunächst wählt man die zu zeigenden Daten aus. Nehmen wir an, es seien jeweils die Top-Ten. Mehr als 11 Spalten lassen sich auf einem Chart auch kaum noch lesbar unterbringen. Elf Spalten weil Top-Ten plus Überschrift. Auch die Spaltenzahl sollte begrenzt bleiben, fünf spalten sollten noch überschaubar sein.
Wir sortieren also die Werte in der Tabelle absteigend und löschen alle Zeilen, die wir nicht benötigen oder blenden sie aus. Es bleiben die Top-Ten übrig, die unnötigen Spalten sollten wir bereits gelöscht oder ausgeblendet haben.
Wenn man nicht gerade Conversions macht, reichen im Idealfall drei Diagrammtypen: das Säulendiagramm für sehr viele Werte, das Balkendiagramm für bis zu zehn Werte und das Kreisdiagramm, um das Verhältnis einzelner Indikatoren in großen Ganzen anzuzeigen. Im Wesentlichen können wir hier die Diagrammtypen übernehmen, wie sie von unserer Web-Ana-Software vorgeschlagen werden, basteln sie aber trotzdem selber in Excel.
Zunächst einmal markieren wir die zu verwenden Werte für das Diagramm, zum Beispiel die Spalten Besucher und Monat. Der Monat wird im Säulendiagramm auf der X-Achse angezeigt, während die Zahl der Besucher von der Y-Achse abgebildet wird. An dieser Stelle freuen wir uns darüber, dass wir die Daten als Excel und nicht als CSV exportiert haben, hier lauert eine böse Falle. Excel erkennt die Werte im CSV-Format nicht richtig, weil die Spalten nicht korrekt formatiert werden . Mit reinen Zahlen hat Excel kein Problem, weiß aber nicht, dass der 1. April ein Datum ist, wenn die Zellen nicht als Datum formatiert wurden und das kann CSV nicht.
Die zweite Falle lauert im Balkendiagramm. Wenn man hier die Werte absteigend sortiert hat, werden sie im Balkendiagramm aufsteigend angezeigt: der längste Balken befindet sich unten, da gehört er aber nicht hin. Die Werte müssen in der Tabelle aufsteigend sortiert werden, damit sie im Diagramm absteigend angezeigt werden. Alles logisch, oder?
Ich empfehle hier auf unnötigen Protz zu verzichten. Der Mehrwert von Balken- und Säulen-Diagrammen in 3D leuchtet mir nicht ein, auch wenn Avattar ein Riesenerfolg ist. Ihr müsst daran denken, dass die Charts eventuell auch ausgedruckt noch verständlich sein müssen und da die 3D-Effekte durch Farbvariationen erzeugt werden, ist das bei einem Schwarz-Weiß-Drucker nicht unbedingt gegeben. Entsprechendes gilt für den Einsatz von Farben zur Informationsvermittlung. Abgesehen von der großen Verbreitung der Rot-Gründ-Schwäche oder anderer Farbfehlsichtigkeiten muss man überlegen, ob die verwendeten Farben im Graustufen-Druck eine Unterscheidung der Indikatoren noch erlauben.
Aus einem unbekannten Grund verwendet Excel für die Beschriftung der Achsen und Legenden eine viel zu kleine Schrift. Das ändert man mit einem Rechtsklick auf das Element und passt die Schriftgröße und alles Weitere an.

Aussagen und Interpretationen

Um eine ordentliche Präsentation zustande zu bekommen, brauchen wir Tabellen, Visualisierungen und Aussagen. Das heißt, die wichtigsten Aussagen, die wir in unseren Daten gefunden haben, werden zusammengefasst und mit Zahlen unterfüttert. Wir merken uns hier: wir machen keine Aussagen, die nicht mit den Daten belegt werden können, die IN DEM CHART VORKOMMEN. Auf Nachfrage müssen wir in der Lage sein, sämtliche gemachte Aussagen und Interpretationen mit den Zahlen aus den Charts belegen zu können.
Zu jeder Tabellen-Diagramm-Kombination gehören Anmerkungen. Diese Anmerkungen fassen entweder das Gezeigte zusammen, weisen auf Besonderheiten hin oder zeigen ablesbare Trends auf.
Dafür gibt es bekannte Standards bei Präsentationen: knapp, prägnant, keine ganzen Sätze, kein Fachjargon – es sei denn, das Publikum versteht ihn.

Schönheitskur

Der lästigste Job ist die Aufhübschung der Präsentation. Das Kernproblem ist hier die Arbeit mit zwei verschiedenen Programmen. Excel und PowerPoint arbeiten nicht so reibungslos zusammen, wie man das gerne hätte. Deswegen werden Schönheitsreparaturen erst an der fertigen Präsentation vorgenommen.
Auch eine Tabelle kann schön sein. Nun ja, zumindest kann man sie lesbarer machen. Hear, what I did: Die Spaltenköpfe werden gefettet und zentriert, um sie von den Daten darunter hervorzuheben. Alle werte in den Tabellen werden vertikal zentriert. Achtet hierbei auf die Konsistenz, wenn ihr das bei einer Tabelle macht, dann macht es bei allen anderen Spalten auch. Man verwendet den höchstmöglichen Schriftgrad. Außerdem sollen die Spalten nicht all zu viel Luft zwischen den Inhalten lassen. Eine zweispaltige Tabelle muss nicht den gesammten Folienraum einnehmen.
Zahlenwerte werden immer so gruppiert, dass Komma bzw. Dezimalpunkt untereinander sind, das heißt, die Zahlen werden zumeist rechtsbündig ausgerichtet, wenn die enthalteten Werte sehr unterschiedlich sind.
Der Dezimalpunkt wird eingesetzt, um die Lesbarkeit langer Zahlen zu erhöhen. Das heißt also: 100, 1.000, 1.000.000 und so weiter.
Es kann auch sinnvoll sein, Farbschemata für die Diagramme einzusetzen. Ich meine damit, dass auch die Diagramme einer einheitlichen Gestaltung folgen sollten. Allerdings sind meine Überlegungen hierzu nicht so weit gediehen. Man kann aber zum Beispiel das Corporate Design der Firma für die Diagramme einsetzen. Hier gilt, was ich weiter oben zum Druck und zur Farbenblindheit gesagt habe, also Farben sparsam einsetzen, vor allem, wenn man sich der Wirkungen von Farben nicht so bewusst ist.

Die eigenen Fehler sieht man nicht

Bevor ihr das Ding einem Vorgesetzten gebt oder es gar präsentiert, lasst jemanden drüberschauen. Die Fehler der Anderen sieht man am leichtesten, aber immerhin erspart man sich damit eine Blamage. Es sind schon die seltsamsten Fehler aufgetreten, die von einem selbst unentdeckt bleiben. An einer Stelle schreibt man den Firmennamen falsch, an einer anderen vergißt man die Überschrift einer Folie. Das muss nicht sein.
Ich habe unzählige Stunden dabei verbracht, die Fehler, die ich hier beschrieben habe zu machen und daraus zu lernen. Die „lesson learned“ dabei ist, dass man es nur so wirklich lernen kann. Dennoch hoffe ich, dass ich dem einen oder anderen mit diesem Werkstattbericht eine Hilfe geben konnte. Fehler machen ist okay. Alle Fehler immer wieder machen ist hingegen dumm.

Social Media Monitoring für den Hausgebrauch – Suchen automatisieren

Im ersten Teil des Artikels ging es um die Frage, wozu man Monitoring privat einsetzen kann. Ein einfaches Werkzeug dafür ist Google Alerts, mit dem man einen großen Teil des Netzes automatisch durchsuchen kann.

Social Media Monitoring

Das Social Media Monitoring läßt sich gut für Jobsuchen oder auch das Online-Reputationsmanagement einsetzen. Ein Dienst wie Social Mentions bietet eine Echtzeichtsuche für Blogs, Mikro-Blogs, Videos, Bookmarks, Bilder und mehr. Alerts funktionieren hier im Prinzip wie bei Google. Ob man hier mit Operatoren arbeiten kann, wird allerdings nicht klar. und Wikio sind weitere Dienste, die man für das Internet-Watching verwenden kann. Bei diesen Diensten kann man real simple mit RSS-Feeds arbeiten, die abonniert man einfach, nachdem man einen Suchbegriff eingegeben hat.

Feintuning und Filtern

Wer nicht filtert, geht wahrscheinlich in der Flut der Meldungen unter. Filtern sollte man vor allem bei Suchbegriffen, die entweder sehr häufig vorkommen, Synonyme haben oder in sehr vielen für den eigenen Zweck nicht relevanten Kontexten vorkommen. Wir arbeiten mit anderen Worten semantisch.
Suchen wir nach dem Raubtier Jaguar, verwenden wir Begriffe, die häufig mit dem Tier zusammen verwendet werden und schließen alles aus, was sehr wahrscheinlich nur im Kontext des Sportwagens vorkommt.
Filtern ist immer eine delikate Aufgabe. Schnell filtert man zu wenig und erhält Hunderte irrelevanter Ergebnisse, wobei wichtige Resultate untergehen. Oder man filtert zu stark und verliert wichtige Ergebnisse. Ich empfehle daher, zum Einen mit Filtern zu experimentieren, bis man zufrieden ist und zum Anderen die Filter eher zu lasch als zu stark einzustellen.
Nehmen wir Twitter, wo viele lange Begriffe abgekürzt werden (A11Y für accessibility). Andererseits gehört Twitter heute zu den wichtigsten Quellen für Empfehlungen, also auch für Jobs. Mag auch sein, dass viele Unternehmen mittlerweile neue Stellen über Twitter bekannt geben.

Was man nicht beobachten kann

Die Grenzen dieser Dienste sind allerdings nicht zu vernachlässigen. In Deutschland sind viele soziale Netzwerke Blackboxes, die sich von außen nicht durchsuchen lassen. Wenn man das für sinnvoll hält, kann man teilweise Suchagenten anlegen, etwa bei Xing. Dafür braucht man ein Konto bei Xing, das heißt, die Jungs wissen nicht nur, wer man ist, sondern auch, was man sucht. Wer das nicht will, kann auch mit einem Fake-Profil arbeiten, was aber nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verboten ist.
Geschlossene Gesellschaften sind auch die großen Jobbörsen. Es handelt sich hierbei zumeist um geschlossene Datenbanken, die sich nur mit deren Webinferface durchsuchen lassen. Klar, die wollen ja Geld damit verdienen. Google und die anderen Dienste können hier nicht direkt zugreifen. Die Chancen sind nicht schlecht, dass hier neue Stellen via Twitter weiterempfohlen werden, immerhin lassen sich die Datensätze zumeist über Permalinks abrufen. Verlassen kann man sich darauf nicht. Das heißt, bei der Jobbörse seiner Wahl sollte man nicht auf die Suchagenten verzichten, welche die meisten Dienste anbieten. Man kann sich hier per Mail informieren lassen, wenn es neue Ergebnisse zu den eigenen Stichworten gibt. Kimeta wäre so ein Dienst, aber bei den großen Jobbörsen würde ich jeweils einen eigenen Agenten anlegen.
Für das persönliche Reputationsmanagement gibt es Dienste wie myonid, Yasni oder 123people. Diese Dienste tun allerdings nichts anderes als auf öffentlich zugängliche Quellen zuzugreifen und sie zusammenzufassen. Mit Google Alerts oder Social Mentions erreicht man meiner Beobachtung nach bessere Ergebnisse.

Alerts statt RSS?

Wer ständig auf der Jagd nach Informationen zu bestimmten Themen ist, liest normalerweise sehr viele RSS-Feeds. Auch hier können Monitorings einen besseren Überblick bieten. Wichtig ist dabei natürlich wie schon gezeigt, dass man die Stichworte passend wählt.
Nehmen wir an, wir suchen Informationen zum Thema Behinderung. Dann geben wir bei Google Alerts als Suchbegriff behindert | behinderung | handicap als Suchbegriffe ein und erhalten alle Beiträge, wo mindestens einer der Begriffe vorkommt. Dann geben wir noch -Verkehr ein, denn „Unfall behindert Verkehr auf A1“ wollen wir nicht haben.

Aktualität

Googles Indizierungsgeschwindigkeit ist sehr unterschiedlich. Dank RSS und Pings werden Weblogs normalerweise sehr schnell in die Suchergebnisse aufgenommen, bei kleinen oder mittelgroßen Organisationen kann es schon einmal eine Woche oder länger dauern, bis Aktualisierungen oder Änderungen übernommen werden. Dies sollte man im Hinterkopf behalten.
Zum ersten Teil des Artikels

Suchen automatisieren – nützliche Tools zur Jobsuche oder für das Reputationsmanagement

Zum zweiten Teil Beobachtung von Social Media
Mittlerweile gibt es relativ viele Stellenbörsen und sogar Metasuchmaschinen für Jobs. Dabei ist es recht anstrengend, die einzelnen Börsen regelmäßig zu durchforsten. Die Suchagenten, die viele Anbieter bereit stellen, sind oft nicht zufriedenstellend.
Problematisch ist auch, dass viele Unternehmen ihre Jobs nur auf die eigene Website stellen. Da kommt ja jeder Job-Suchende zwangsläufig vorbei. Bestimmt.
Eine einfache Möglichkeit, gezielt nach Jobs zu suchen besteht im Monitoring des Web. Die PR-Abteilungen machen das meistens mit professionellen Tools oder beauftragen große Agenturen, die sich auf die Beobachtung von Medien spezialisiert haben. Für unseren Zweck reichen kostenlose Tools wie Google Alerts, Social Mentions oder Twitter.

Mit solchen Tools kann man nicht nur nach Jobs, sondern nach beliebigen anderen Begriffen automatisch suchen lassen. Leute, die auf ihren Ruf im Web großen Wert legen, können schauen, ob ihr Name oder ihre Marke im Netz erwähnt werden. Man kann nach interessanten Artikeln suchen, ohne viele RSS-Feeds durchblättern zu müssen. Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt.

Google Alerts

Google Alerts ist eigentlich ein auf Google News zugeschnittener Dienst. Hier kann man sich täglich per Mail informieren lassen, wenn es zu einem bestimmten Stichwort eine neue Nachricht gibt. Ziemlich unbekannt scheint aber die Möglichkeit zu sein, einen Großteil des offenen Web via Google Alerts überwachen zu lassen. Dazu ruft man zunächst Google News auf, gibt ein Stichwort ein – vielleicht Behinderte – und startet die Suche. Anschließend scrollt man auf der Ergebnisseite nach unten und klickt auf „E-Mail-Benachrichtigung für … einrichten“. Auf der nächsten Seite kann man das Stichwort noch einmal ändern oder weitere Stichworte hinzufügen. In der Auswahlliste „Typ“ wählt man je nach Geschmack aus, aus welchem Bereich man News haben möchte, wir wählen „Alles“, geben eine E-Mail-Adresse ein, bestätigen den Alert per zugesendetem Link und das wars.
Man kann mit Google auch gezielt bestimmte Seiten durchsuchen. Dazu gibt man site:www.example.com Stichwort ein. Zur Feinsuche kann man Operatoren in Google verwenden, übrigens auch bei der normalen Suche. Um eine exakte Zeichenfolge zu suchen, gibt man die – korrekt geschriebene – Zeichenfolge in Anführungsstrichen ein, zum Beispiel „Behinderte in Deutschland“. Möchte man ein Dokument haben, wo mindestens eines von zwei Worten vorkommen soll, gibt man den senkrechten Strich ein: Behinderte | Handicapped zeigt mir alle Seiten an, wo mindestens einer der beiden Begriffe Behinderte oder Handicapped vorkommt.
Wem das mit den Operatoren zu komplex ist, der kann auch die Erweiterte News-Suche verwenden, die sich rechts neben dem Suchfeld bei Google News findet. Hier hat man die gleiche Funktionalität wie bei den Operatoren per Formular bereit gestellt.

Stichwortliste anlegen

Basis allen Suchens ist die Stichwortliste. Nehmen wir den Beruf des Online-Redakteurs, der vielerorts auch Web-Redakteur, Internet-Redakteur oder Multimedia-Redakteur heißt. Er kann aber auch Online-Journalist, schlicht Redakteur, Sachbearbeiter für Internet oder was ganz anderes sein. Gibt man nur Redakteur ein, werden sehr viele auch irrelevante Ergebnisse angezeigt. Gibt man nur Online-Redakteur oder gar „ONline-Redakteur“ ein läuft man Gefahr, dass einem der Onlineredakteur oder Webredakteur verloren geht. Mit den Feinheiten des filterns und weiteren Services werde ich mich beim nächsten Mal beschäftigen.
Zum zweiten Teil Beobachtung von Social Media

Warum man Formulare von Nutzern testen lassen sollte

Dieses Beispiel-Formular hier zeigt, dass Usability- und Zugänglichkeitsprobleme oft miteinander einher gehen. Ich hatte fünf Versuche gebraucht, um dann hinzuschmeißen und das Browserfenster entnervt zu schließen. Was ist passiert?

Bei dem Formular handelt es sich um ein Standardformular mit vielen Checkboxen, ein paar Radio-Buttons, zwei Eingabefeldern, einem Auswahlfeld und einem Absendebutton. Das Formular wird nicht clientseitig validiert, es dürfte also auch ohne JavaScript funktionieren, braucht es aber nicht, weil ich JS für diese Seite frei gegeben habe.
Es gibt einen kurzen Einleitungstext, man kann alle Checkboxen auswählen, wobei jede Checkbox eine Option darstellt. Außerdem gibt es eine Checkbox für „alles“, heißt, man will das ganze Paket. Ein simples Formular, sollte man meinen.
Falsch: Man darf aus irgendeinem Grund nur drei Checkboxen pro Bereich auswählen, kann aber beliebig viele aktivieren. Hat man die Checkbox „alles“ ausgewählt, darf keine der anderen zum Block gehörenden Checkboxen ausgewählt werden.
Mit anderen Worten, ich darf mit meinem Screenreader nach dem Ausfüllen und Versenden alle Checkboxen der „falsch“ ausgewählten Blöcke noch einmal durchgehen und an- bzw. abklicken, bis ich auf maximal drei aktive Checkboxen oder „alles“ komme. „Unendlicher Spaß“ würde David Foster Wallace das wohl nennen. Denn ich muss ja den betreffenden Block einmal komplett durchgehen, um zu wissen, welche Boxen ich im ersten „Wahlgang“ aktiviert habe und welche nicht.
Nun gehöre ich nicht zu den braven Leuten, die Anleitungen und gut gemeinte Ratschläge durchlesen, die bei einem solchen Formular als Ausfüllhilfe am Anfang stehen sollten. Ich bin also zur ursprünglichen Formularseite zurückgegangen und siehe da, es gab keine Ausfüllhilfen, weder am Anfang noch am Ende oder in den betreffenden Blöcken des Formulars. Erst in den Fehlermeldungen taucht die Mitteilung auf, ich dürfe nur drei … aber das sagte ich ja schon.
Ich bin ja der letzte, der behauptet, es sei einfach, gute Formulare zu erstellen. Was mich wirklich ärgert ist die vollkommene Sinnfreiheit solcher Maßnahmen. Wenn man „alles“ ausgewählt hat und „alles“ auch noch am Ende steht, sollte man meinen, dass es egal ist, welche Felder man noch aus diesem Block ausgewählt hat. Und wenn man nur drei Kreuze machen darf, sollte man auch nur drei auswählen können. Bei Checkboxen erwarte ich eigentlich, dass ich beliebig viele anklicke kann. In diesem Fall hätte man statt Checkboxen Auswahlfelder verwenden können, drei Auswahlfelder für drei auszuwählende Optionen.
Und natürlich gehört die vernünftige Gestaltung von Formularen zu dem Grundlegenden, was ein ernstzunehmender Portalbetreiber beherrschen sollte, wenn er Formulare anbieten möchte. Sowas lernen Studierende, die sich mit empirischer Forschung beschäftigen müssen in ersten Jahr des Studiums. Da erstellt man nichts anderes als Fragebögen in Form von Formularen und würde für so einen Fragebogen mit Sicherheit keine gute Note bekommen.
Das wirklich Ärgerliche daran ist, es hätte ein simpler Test mit drei bis vier Kollegen oder Freunden gereicht, um die größten Mankos dieser Umfrage auszubügeln.